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Jumo

Interessante Neuheiten aus der Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik

| Redakteur: Ines Stotz

Jumo kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2007 zurückblicken, der Umsatz stieg um rund zehn Prozent. Den Großteil seines Wachstums generierte das Familienunternehmen wie schon in den vergangenen Jahren in Deutschland. Nicht zuletzt ist dies einer starken Entwicklungstätigkeit zu verdanken, was sich zum Beispiel auf der Hannover Messe in vielen Produkt-Neuheiten dokumentiert.

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Zu den zahlreichen Neuentwicklungen von Jumo gehören die Druckmessumformer mit Anzeige und Schaltausgang
Zu den zahlreichen Neuentwicklungen von Jumo gehören die Druckmessumformer mit Anzeige und Schaltausgang
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Kurs steht auf Wachstum beim Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik-Spezialisten Jumo, der im Geschäftsjahr 2007 nahezu alle gesteckten Ziele im In- und Ausland erreichte. In Deutschland erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 129 Mio.€ und damit 10,1 mehr als im Vorjahr. Der weltweite Umsatz stieg von 154 Mio. auf 169 Mio.€ (+9,4%). Der Exportanteil der Gruppe lag bei über 51% . Zum Jahreswechsel belief sich der Auftragsbestand auf über 35 Mio.€.

Per Dezember 2007 beschäftigte die Jumo-Gruppe insgesamt 1672 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon waren inklusive der 86 Auszubildenden 1147 am Standort Fulda tätig, 47 in den Niederlassungen und Büros im Inland und 478 in den ausländischen Tochtergesellschaften. Insgesamt wuchs die Mitarbeiterzahl damit im Vergleich zum Vorjahr um 55. Anfang August 2007 wurden 25 neue Auszubildende eingestellt. Von den 22 jungen Menschen, die letztes Jahr ausgelernt haben, wurden 21 übernommen.

Die Unternehmensgruppe hat mittlerweile 20 Tochtergesellschaften. Jumo Österreich, der größte Standort im Ausland, eröffnete in Sofia, Bulgarien die fünfte eigene Tochtergesellschaft.

Der trotz zunehmender Risiken relativ robuste Kurs der Konjunktur in Deutschland und die weiterhin zu erwartenden kräftigen Zuwächse auf weltwirtschaftlicher Ebene lassen die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Bernhard und Michael Juchheim zuversichtlich in die Zukunft blicken. Für das Geschäftsjahr 2008 rechnen sie mit einem Gesamtumsatz von 184 Mio.€ bzw. einem Plus von 9,0%.

Bernhard Juchheim, Geschäftsführer, Jumo: „Wir sind zuversichtlich, uns durch die eigenen Tochtergesellschaften und zahlreichen Vertretungen im Ausland auch zukünftig auf den internationalen Märkten der Mess- und Regeltechnik behaupten zu können.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Zu dieser optimistischen Prognose dürften auch die vielen Produktneuheiten beitragen, die das Unternehmen zur Hannover-Messe präsentieren wird die von einer Reglerserie, über Bildschirmschreiber, Temperatursensorik, Druckmessumformer bis hin zur Analysenmesstechnik reichen. Sie sind das Ergebnis einer starken Entwicklungstätigkeit immerhin beschäftigt das Familienunternehmen 120 Mitarbeiter in Forschung & Entwicklung. „Das wollen wir in Zukunft noch verstärken“, so Bernhard Juchheim.

Kompaktregler – einfache Bedienung, sehr gute Anzeige

Die neue Reglerserie JUMO cTRON besteht aus drei frei konfigurierbaren, universell einsetzbaren Kompaktreglern in DIN-Formaten zur Regelung von Temperatur, Druck und anderen physikalischen Größen als schaltende oder auch stetige Regler. Durch das ansprechende Design, vereint mit seiner ergonomisch geformten flachen Front, wird jede Anlage, Maschine und auch jedes Bedienpult optisch aufgewertet.

Die neue Kompaktregler-Serie JUMO cTRON lässt sich einfach bedienen und hat eine brillante Anzeige. (Archiv: Vogel Business Media)

Die zwei leuchtstarken LED-Anzeigen lassen sich aus jedem Blickwinkel ablesen und haben viele Funktionen, wie blinkende Textanzeige bei einem besonderen Ereignis oder automatische Umschaltung von Soll- auf Zeitwert bei Timerstart. Zusätzlich zeigen sieben LEDs verschiedene Schaltstellungen sowie Handbetrieb, Rampenfunktion und Timerbetrieb an.

Eine klare Bedienphilosophie sowie eine frei konfigurierbare Bedienerebene reduzieren die Parametervielfalt und erhöhen gleichzeitig die Flexibilität für den Bediener. Eine programmierbare Funktionstaste rundet das Konzept ab. Die Konfiguration kann über die frontseitigen Tasten oder auch komfortabel über das Set-up-Programm erfolgen. Das bringt Vorteile in Zeitersparnis, Fehlervermeidung sowie Anlagendokumentation von Konfigurationsdaten und Prozesswerten der Inbetriebnahme. Selbstoptimierung, Rampenfunktion, Handbetrieb, Netz-Ein-Verzögerung, zwei Limitkomparatoren, umfangreiche Timerfunktionen sowie ein Servicezähler sind bereits in der Grundausführung enthalten. Jedes Gerät verfügt über einen frei konfigurierbaren, universellen Messeingang für Widerstandsthermometer, Thermoelement und Einheitssignale. Eine Hardware-Unterscheidung bei der Bestellung oder eine zusätzliche Beschaltung eines externen Shunts ist nicht erforderlich.

Die Geräte sind mit zwei Relaisausgängen, einem Binäreingang und einem Logikausgang sowie einer Set-up-Schnittstelle ausgestattet. Alle Typen können darüber hinaus um einen weiteren Relais- oder Analogausgang und eine RS485-Schnittstelle erweitert werden. Für den elektrischen Anschluss sind rückseitig berührungssichere, steckbare Schraubklemmen vorhanden. Somit ist ein schneller Einbau oder Austausch der Geräte gewährleistet. Umfangreiche Lagervarianten in Nieder- und Kleinspannung sorgen für eine hohe Verfügbarkeit und kurze Lieferzeiten.

Bildschirmschreiber mit Online-Visualisierung

Mit der neuesten Ausbaustufe des Bildschirmschreibers JUMO LOGOSCREEN nt der Messdaten mit hoher Genauigkeit erfasst und manipulationssicher archiviert lassen sich nun auch Messdaten in einem Netzwerk online visualisieren dabei sind die Messdaten von vier unterschiedlichen Geräten gleichzeitig darstellbar. Zusätzlich, und das ist bisher einmalig in dieser Leistungsklasse, können im serienmäßig vorhandenen Webserver individuelle und anwenderspezifische Webseiten erstellt und mit dem Internet-Explorer dargestellt werden.

Mit dem Bildschirmschreiber Jumo LOGOSCREEN nt lassen sich nun auch Messdaten in einem Netzwerk online visualisieren. (Archiv: Vogel Business Media)

„Welche Möglichkeiten sich aus dieser neuen Gerätefunktion ergeben, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur erahnen. Erste Kundenreaktionen zeigen jedoch, dass es eine große Anzahl von Applikationen, also für den Anwender nützliche Funktionen gibt, die mit wenig Aufwand realisierbar sind“, erklärt Helmut Lysniak, Produktverantwortlicher Regler, Steller, System- und Registriertechnik. Im praktischen Einsatz sind die Geräte etwa in einer Antennenanlage der NSA zur Aufzeichnung von Klimadaten und in einer Gasübergabestation, um Prozessdaten aufzuzeichnen. Die Programmierung individueller Webseiten bietet Jumo als Dienstleistung an, kann aber auch durch den Anwender selbst vorgenommen werden.

Wärmezähler-Temperaturfühler mit MID-Zulassung

Der Wärmezähler, den Jumo in seiner Produktlinie Temperatur-Sensortechnik anbietet, wird zur Abrechnung von Gütern oder Dienstleistungen (hier: Heizkosten) herangezogen und fällt damit unter das gesetzliche Messwesen. Dazu musste das Messgerät bisher über eine Bauartzulassung verfügen. Bei der erforderlichen Zulassungsprüfung wurde zunächst die Konstruktion des Gerätes auf Einhaltung der gesetzlichen Auflagen und auf Messbeständigkeit geprüft. Nachdem das Messgerät produziert worden war, erfolgte in einer staatlichen unabhängig vom Hersteller arbeitenden Prüfstelle der Nachweis der Messrichtigkeit durch eine Prüfung. Erst dann erhielt das Messgerät den Eichstempel.

Ziel des EU-Wirtschaftsraumes ist es, durch einheitliche Vorschriften und Regelwerke Handelshemmnisse zwischen den einzelnen europäischen Ländern abzubauen. Mit der Europäischen Messgeräterichtlinie Measuring-Instruments-Directive (MID) 2004/22/EG, die am 30. Oktober 2006 in allen Mitgliedstaaten der EU in Kraft getreten ist, werden die Anforderungen an verschiedene Messgerätearten harmonisiert als Grundlage eines fairen Handels und zur Schaffung von Vertrauen zu Messungen im öffentlichen Interesse. Die bislang übliche Eichmarke wurde durch die CE- und die Metrologie-Kennzeichnung ersetzt, welche aussagen, dass ein mit ihnen versehenes Gerät in allen EU-Staaten sofort eingesetzt werden darf.

Bevor ein Hersteller eine solche Kennzeichnung aufbringen darf, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Die Verantwortung hierfür trägt letztlich der Hersteller, der jedes Messgerät kennzeichnen und eine Konformitäts-Erklärung ausstellen muss, nachdem ein vorgeschriebenes Konformitäts-Bewertungsverfahren von einer benannten Stelle durchgeführt worden ist. Diese Verfahren entsprechen im Wesentlichen der bisherigen Kombination von Bauart-Zulassung und Ersteichung.

Jumo begann bereits 2006 die erforderlichen Baumuster-Prüfbescheinigungen zu beantragen. Die ersten MID-Bauart-Zulassungen lagen bereits Anfang Dezember 2006 vor. Weitere folgten im Jahr 2007, so dass Jumo heute als erster Lieferant in Europa ein umfassendes Programm an gemäß MID-gekennzeichneten Temperaturfühlern für Wärmezähler vorweist. Die Palette reicht dabei von den sogenannten langen Temperaturfühlern (Einbaulänge ab 85 mm) mit Anschlussleitungen oder Anschlusskopf zur Direktmessung und in Tauchhülse (Typ DL/PL nach EN 1434) bis hin zu den kurzen Temperaturfühlern mit Anschlussleitung zur Direktmessung (Typ DS nach EN 1434). Bei den Temperaturfühlern mit Tauchhülse sind im Rahmen der Baumuster-Prüfung höhere Anforderungen an die messtechnischen Eigenschaften hinzugekommen, die speziell bei den kurzen Temperaturfühlern mit Einbaulängen bis 50 mm zunächst eine Hürde darstellten. Durch Weiterentwicklung des Innenaufbaus sowie Optimierung der metrologischen Eigenschaften konnte Jumo für ein umfassendes Sortiment an Temperaturfühler-Tauchhülsen-Kombinationen die MID-Bauartzulassung erwirken.

Parallel zu den Bauart-Zulassungen wurde auch die Anerkennung des Qualitätsmanagement-Systems nach der EG-Richtlinie 2004/22/EG Anhang D angestrebt. Nach erfolgreichem Audit durch die Zertifizierungsstelle für Messgeräte der PTB liegt die Anerkennung seit 10. Januar 2007 vor.

Druckmessumformer mit Anzeige und Schaltausgang