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Kleine Satelliten kommen aus dem Orbit in die Fabrik

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Satelliten und Industrie 4.0 bündeln

Ein geringeres Gewicht ist die Folge, denn jedes Gramm im Weltraum kostet. Ebenfalls per Software und intelligenter Watchdog-Funktionen ist die Fehler-Detektion in der Elektronik realisierbar sowie deren Identifizierung und Korrektur. „Trotz signifikanter Störstrahlung im All läuft bei UWE-3 seit 2 Jahren alles störungsfrei“, blickt Klaus Schilling stolz zurück. Und was unter Weltraumbedingungen funktioniert, das eignet sich erst recht für die Fabrik. Ein Technologietransfer durch entsprechende Software-Lösungen ermögliche robuste industrielle, miniaturisierte Systeme und Komponenten für schwierige terrestrische Einsatzumgebungen mit hohen Störniveaus, so Schilling. Und was der Himmel benötigt, muss erst auf Erden zusammengebaut werden. Und so entsteht in den Würzburger Weltraum-Laboren eine moderne Produktion gemäß Industrie 4.0. Demonstrieren will man dort digitale Produktionsansätze zum Fertigen von modular aufgebauten Satelliten. In der Praxis heißt das: enge Kooperation von Mensch und Roboter, flexibler Materialfluss zwischen den Bereichen Integration und Test mithilfe von Transportrobotern und automatisierte Tests von Funktionalität und Leistungen des Produkts Satellit.

3 irdische Anwendungen für die Smart Factory

Drei wichtige Spin-off-Potenziale für irdische Anwendungen in der Smart Factory der Zukunft sind: Hochzuverlässige Systeme unterstützen den reibungslosen Ablauf trotz Störungen. Weil sie zugleich hochminiaturisiert sind, eignen sich solche kompakte Komponenten besonders für mobile Anwendungen. Und drittens: die Telematik-Systeme. Letztere eignen sich zur Ferndiagnose und Fernreparatur von Maschinen und Anlagen. „Das Zentrum für Telematik in Würzburg hat bereits in einer breiten Palette von Anwendungen Technologietransfer erfolgreich durchgeführt“, berichtet Klaus Schilling. „Die Palette reicht von der Fernwartung industrieller Anlagen und Roboter bis hin zu seniorengerechten Fahrzeugen.“ Wie stark die etablierte Industrie die Trends bei Kleinsatelliten im Auge hat, das beobachtete Klaus Schilling auf dem 8. Pico- and Nanosatellite Workshop 2015, den sein Lehrstuhl Mitte September in Würzburg veranstaltete. Sogar die Vorstandsebene der Industrie interessierte sich für die Forschungsvorträge der überwiegend europäischen Wissenschaftler, blickt Klaus Schilling zurück. Formationen aus Kleinst-Satelliten eröffnen kostengünstige Lösungen für weltweite Telekommunikationsnetze mit Perspektiven für Industrie 4.0, Mensch-Maschine-Kommunikation und Digitalisierung. Damit ließen sich, so Schilling: „…Dienstleistungen global effizient anbieten, was gerade für Mittelständler besonders spannend ist.“ Aber, Klaus Schilling ist auch Realist: „Die Umsetzung dieses Potentials findet derzeit vor allem in den USA statt.“ Es bestehe die Gefahr, dass Deutschland von der technischen Entwicklung in Sachen Kleinsatelliten von den USA abgehängt wird. Es gelte, die zwei Stärken „Kleinsatelliten“ und „Industrie 4.0“ zu bündeln.

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