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Bildverarbeitungssoftware Machine Vision: Deep-Learning-Inferenz läuft erstmals auf CPUs

| Redakteur: Gudrun Zehrer

MVTec Software, Anbieter von Machine-Vision-Standardsoftware, präsentiert mit der aktuellen Version Halcon 18.05 neue Features für die industrielle Bildverarbeitung. Mit dem Release, das am 22. Mai 2018 veröffentlicht wird, lässt sich laut MVTec erstmalig die Deep-Learning-Inferenz, also die Verwendung eines vortrainierten Convolutional Neural Network (CNN), auf CPUs ausführen.

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Halcon 18.05 ist ab dem 22.05.2018 verfügbar.
Halcon 18.05 ist ab dem 22.05.2018 verfügbar.
(Bild: MVTec)

Die Inferenz wurde insbesondere für Intel-kompatible x86-CPUs optimiert. Damit wird mit einer Laufzeit von circa zwei Millisekunden auf einer Standard-Intel-CPU die Performance einer Mittelklasse-Grafikkarte (GPU) erreicht. So soll sich die operative Flexibilität von Systemen entscheidend erhöhen lassen. Beispielsweise können Industrie-PCs, die üblicherweise über keine leistungsfähigen GPUs verfügen, nun für Klassifikationsaufgaben auf Basis von Deep Learning genutzt werden.

Fehlererkennung auf Objekten mit spiegelnden Oberflächen

Darüber hinaus wurde mit der neuen Halcon-Version die Nutzerfreundlichkeit von Bildverarbeitungsprozessen weiter erhöht. Verbesserte Funktionen für Deflektometrie etwa ermöglichen die präzisere, robustere Erkennung von Fehlern auf Objekten mit teilweise spiegelnden Oberflächen.

Bildverarbeitungssoftware mit aktuellen Features für Entwickler

Zwei weitere Features betreffen vor allem Entwickler: Erstens können sie nun HDevelop-Prozeduren nicht nur in C++, sondern auch in .NET über einen exportierten Wrapper genauso einfach und intuitiv aufrufen wie eine native Funktion. Zum einen soll dies den Entwicklungsprozess erleichtern und zum anderen wird das Arbeiten mit Handles durch Halcon 18.05 komfortabler. Diese werden ab der neuen Version automatisch gelöscht, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Da der Nutzer nicht verwendeten Speicher dann nicht mehr manuell freigeben muss, lässt sich sich die Gefahr von Speicherlecks reduzieren.

Optimierte Kantenerkennung für Barcodes

Zudem verbessert die Version 18.05 die Fähigkeit, Barcodes mit sehr dünner Strichbreite oder leicht verschwommene Codes aufgrund optimierter Kantenerkennung noch zuverlässiger zu lesen. Weiter wird auch die Qualität der Barcodes nach dem aktuellsten Stand der Norm ISO/IEC 15416 geprüft.

Objektive bilden gleichzeitig mehrere Seiten eines Objekts ab

Mit optimierten Funktionen für das oberflächenbasierte 3D-Matching kann die Lage von Objekten im Raum robuster bestimmt werden, was das Entwickeln von 3D-Anwendungen unkomplizierter machen soll. Des Weiteren erlaubt ein neues Kameramodell in Halcon nun auch die Korrektur von Verzerrungen in Bildern, die mit hyperzentrischen Kameraobjektiven aufgenommen wurden. Diese Objektive sind in der Lage, gleichzeitig mehrere Seiten eines Objekts abzubilden und ermöglichen dadurch eine konvergierende Sicht auf das Prüfobjekt. Mit dieser Technik benötigen Anwender nur noch ein einziges Kamerasystem für Inspektions- und Identifikationsaufgaben, beispielsweise die Inspektion von zylindrischen Objekten.

Hannover Messe: Halle 17, Stand E42/6

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