Suchen

Engineering

Mehr Tempo mit Schaltanlagen 4.0

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Bearbeitungsprogramme erstellen

Steht dann final eine Lösung, geht der Auftrag in die Fertigung. Und auch hier spielt das virtuelle Modell des Schaltschranks eine Hauptrolle – egal ob der Schaltanlagenbauer die Bearbeitung des Schaltschranks und der Komponenten mit Automationslösungen oder manuell erledigt: Da alle Komponenten im Datenmodell zum Beispiel ihre Schraubpunkte und Ausschnitte mitbringen, lässt sich etwa die Bearbeitung der Montageplatte durch Bohren oder Fräsen ohne Medienbruch automatisieren: Die Daten aus dem Datenmodell dienen direkt zur Erstellung der Bearbeitungsprogramme. Diese werden dann direkt von den Automationslösungen von Rittal, wie zum Beispiel durch das Laserbearbeitungszentren Perforex LC in NC-Daten umgesetzt und daraufhin die Bearbeitung des Schrankes durchgeführt. Die gleichen Bearbeitungsinformationen werden auch bei der manuellen Bearbeitung benötigt.

Auch die Bestückung der Klemmleisten lässt sich automatisieren, etwa durch den Klemmenbestückungsautomat Athex von Rittal. Diese Anlage längt DIN-Schienen ab und bestückt diese auf Basis der digitalen Vorgaben aus dem virtuellen Modell mit Klemmen und anderen Bauelementen und beschriftet diese vollautomatisch. Die Wiederverwendung der digitalen Artikelinformationen greift hier ein weiteres Mal. Fehlerquellen wie z.B. bei einer Bestückung der Klemmleisten von Hand entfallen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

Verdrahtung manuell oder automatisch

Ist die Montageplatte mit allen Komponenten und Kanälen versehen, beginnt die Verdrahtung. Auch hier gibt es wieder zwei Möglichkeiten – manuelle oder vollautomatische Verlegung der Verdrahtungsleitungen. Auf Basis der Daten im virtuellen Modell, das sowohl alle Anschlusspunkte als auch die Verdrahtungsinformationen, wie den Verlegeweg beinhaltet, lässt sich die Verdrahtung auch ansteuern. Die vollautomatische Variante der Verdrahtung wird über die direkte Datenübertragung aller Verdrahtungsinformationen an das Averex-Verdrahtungszentrum von Rittal realisiert. Hier werden komplette Montageplatten vollautomatisch verdrahtet und die notwendigen Verdrahtungsleitungen direkt produziert.

Aber auch für die manuelle Verdrahtung, die einen sehr hohen Arbeitsaufwand im Schaltschrankbau mit sich bringt, stehen wiederum auf Basis des virtuellen Modells des Schaltschranks alle Informationen bereit, die der Werker benötigt. Mit der neuen Lösung „Smart Wiring Application“ von Rittal, die direkt mit der Eplan-Software-Plattform verbunden ist, werden dem Werker alle notwendigen Informationen für die manuellen Schritte zur Verdrahtung angezeigt und protokolliert.

Datenverwendung in nachgelagerten Prozessen

Der Nutzen des virtuellen Modells reicht weit über die eigentliche Fertigung hinaus. So können die Daten beispielsweise bei Reparaturen, Modernisierungen und Umbauten wieder zur Vorbereitung dienen. So lässt sich bereits am PC genau ermitteln, ob beispielsweise eine leistungsstärkere Komponente in den bestehenden Einbauplatz passt. Wenn nicht, lässt sich am virtuellen Modell der Umbau genau planen, um die neuen Komponenten möglichst effizient in das bestehende Layout zu integrieren.

Mit seinem neuen Geschäftsbereich Rittal Automation Systems trägt Rittal dem Trend zur immer stärkeren Verzahnung der Prozesse vom Engineering bis zur Fertigung des Steuerungs- und Schaltanlagenbaus Rechnung. Hier werden Lösungen entwickelt, die den Datenfluss über den gesamten Produktionszyklus in der Fertigung hinweg nutzen.

Hannover Messe, Stand 11, Stand E06

* Jan-Henry Schall, Teamleiter Wertschöpfungskette & Hans-Robert Koch, Leiter Fachpresse; beide Rittal, Herborn

(ID:43897000)