ETH Zürich

Messroboter wird zum Korrosions-Entdecker an Brücken

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Einfach fest gesaugt

Die Fortbewegung dieses Roboters basiert auf der sogenannten Vortex-Technologie: Auf der Unterseite des Roboters befindet sich eine Art Propeller, der sich so schnell dreht, dass der Roboter durch den entstehenden Unterdruck an Wänden und Decken angesaugt wird und sich mit Hilfe seiner Räder fortbewegen kann. Gesteuert wird er mittels Fern- oder Computersteuerung.

"Ursprünglich hießder Roboter Paraswift und wurde mit Hinblick auf die Nutzung durch Disney entwickelt. Wenn an dem Roboter eine Kamera angeschraubt wird, kann ein Raum problemlos aus allen Perspektiven gefilmt werden", erklärt Siegwart. Für das neue Projekt der beiden Institute wurde Paraswift in C2D2 (Climbing Corrosion Detecting Device) umgetauft und an die neue Nutzung als Korrosions-Entdecker angepasst: "Wir haben das Gehäuse und die Räder robuster gestaltet und die Technologie zur Erkennung von Korrosion eingebaut", so Elsener, der das Projekt leitet. Die Elektrode befindet sich auf der Unterseite des Roboters und misst die Potenzialdifferenz des Stahlbetons während sich der Roboter auf dem Bauwerk fortbewegt. Diese Daten muss ein Spezialist anschließend auswerten. Zudem montierten die Ingenieure eine rosa Kugel auf der Oberseite des Roboters, damit ihn Kameras leicht erkennen und die Forscher ihn somit orten und besser steuern können. In dieser Kugel befindet sich eine weitere Kamera, welche die Umgebung aufnimmt. Dadurch können mögliche Hindernisse erkannt und umfahren werden.

Autonome Brückenerkundung ist geplant

Bis zum Ende des Projekts Mitte 2015 soll der Roboter solche Hindernisse selbst erkennen und umfahren können. Außerdem wollen die Forscher die manuelle Steuerung des Roboters durch ein Navigationssystem ersetzen, welches den Roboter autonom werden lässt. Und sie sind daran, eine Software zu entwickeln, welche die vielen Messdaten zum großen Teil selbst auswertet. Bereits im Jahr 2012 meldete das Projektteam den Roboter zum Patent an. Firmen, die sich für eine Lizenz interessieren, können sich bei ETH transfer, der Technologietransferstelle der ETH, melden. Bislang wurde C2D2 schon an verschiedenen Brücken in der Schweiz getestet, und er hat sich weitgehend bewährt. Einzig das Fahren auf vertikalen Ebenen müssen die Ingenieure noch optimieren. Bis zum Ende des Projekts werden weitere Tests folgen. Auf Grundlage der Ergebnisse wird das Bundesamt für Straßen (Astra), das das Projekt finanziert, entscheiden, ob C2D2 künftig für die regelmäßigen Inspektionen der Brücken eingesetzt werden soll.

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