Industrie 4.0 Neue Non-Profit-Organisation für herstellerunabhängige Automatisierung

Redakteur: Sandro Kipar

Eine neue Non-Profit-Organisation hat Anfang November ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, einen an IT-Logiken orientierten Automatisierungsansatz zu fördern, bei dem Interoperabilität und Portabilität zum Standard gehören.

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Universalautomation.org will die Automatisierung für Unternehmen zugänglicher machen.
Universalautomation.org will die Automatisierung für Unternehmen zugänglicher machen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die neue Non-Profit-Organisation Universalautomation.org erinnert in ihrem Vorhaben sofort an die Open Industry 4.0 Alliance: Gemeinsam wollen Industrieunternehmen, Hersteller, OEMs, Universitäten und Startups die Automatisierung standardisieren. Dies soll laut einer Mitteilung der neuen Organisation den technischen Fortschritt beschleunigen und den Zugang zur Industrie 4.0 erleichtern. Der entscheidende Unterschied zu ähnlichen Organisationen soll jedoch sein, dass eine konkrete technische Lösung entwickelt werden soll, die als Grundlage für einen neuen Automatisierungsansatz diene.

„Ingenieurstechnische Freiheit"

Konkret will Universalautomation.org die Referenzimplementierung einer auf der Norm IEC 61499 basierenden Runtime-Umgebung. „Durch die Nutzung einer gemeinsamen Runtime-Umgebung, die unsere Mitglieder in ihre mechatronischen Komponenten implementieren, ist es für das Engineering automatisierter Systeme fortan völlig unerheblich, welche Hardware von welchem Hersteller in einer Maschine genutzt wird. Das verschafft uns ein bisher ungekanntes Maß an ingenieurstechnischer Freiheit", erklärt John Conway, CEO der neuen Organisation.

Universalautomation.org will die Referenzimplementierung einer auf der Norm IEC 61499 basierenden Runtime-Umgebung.
Universalautomation.org will die Referenzimplementierung einer auf der Norm IEC 61499 basierenden Runtime-Umgebung.
(Bild: Universalautomation.org)

Aufgrund der Herstellerunabhängigkeit steht die gesamte Maschine von Anfang an auch virtuell zur Verfügung, heißt es weiter. Innerhalb entsprechender Engineering-Tools könnten Anwendungen gemäß IEC 61499 rein softwareseitig, mithilfe von vorgefertigten Funktionsblöcken modelliert werden. Auf diese Weise ist das Engineering selbst komplexer Anwendungssysteme laut der Organisation erheblich vereinfacht und weniger fehleranfällig. Start-ups oder Softwareentwickler hätten es damit außerdem leichter, ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Ihre Softwareapplikationen könnten demnach wie aus einem App-Store einfach heruntergeladen werden.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem Asus IoT, Intel, Shell, Yokogawa, Schneider Electric, Jetter Automation, Cargill, ETP und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

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