Power-over-Ethernet-Plus – PoE+ Neuer PoE-Standard verdoppelt die Ausgangsleistung
Der Standard IEEE 802.3at, auch als PoE+ bekannt, sorgt bereits heute bei Entwicklungsingenieuren weltweit für Aufsehen. Für vorhandene PoE-Anwendungen am Arbeitsplatz sind jetzt zusätzliche Funktionen mit höherem Stromverbrauch denkbar. Diarmuid Cullinan und Patrick Tunn von Molex erwarten, dass die durch PoE+ gegebene Möglichkeit der Übertragung höherer Leistungen neue und höchst interessante Chancen im häuslichen und industriellen Umfeld eröffnet.
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Die Power-over-Ethernet-Technologie (PoE) definiert die Übertragung von Daten und Leistung an vernetzte Geräte über ein Standard-Ethernet-Kabel. Separate Stromversorgungen sind damit nicht mehr erforderlich. Die wesentlichen Vorteile liegen auf der Hand: geringerer Verkabelungsaufwand, einfachere Verwaltung und problemloser Anschluss. Der 15-Watt-Standard IEEE 802.3af ermöglicht den Herstellern von Switches bereits jetzt die Nutzung der vorhandenen Netzwerkinfrastruktur und wird zur Energieversorgung von angeschlossenen Ethernet-Geräten wie VoIP-Telefonen, WLAN-Zugangspunkten und einfachen Überwachungskameras eingesetzt.

Der neue, für höhere Leistungen konzipierte Standard IEEE 802.3at, auch als PoE+ bezeichnet, ermöglicht Switch-Herstellern die Erhöhung der Leistung pro Port auf 30 W. Branchenexperten rechnen damit, dass PoE+ irgendwann den vorhandenen 15W-Standard ablösen wird. Für bereits jetzt vorhandene PoE-Anwendungen sind also Zusatzgeräte mit höherem Leistungsverbrauch denkbar, wie WiMAX–Transmitter, PTZ-Kameras mit Schwenk-, Neige- und Zoomfunktion, 802.11n Wireless-Access-Points, Videotelefone, Laptops, Thin-Client-Rechner oder Kassenterminals. PoE+ ist darüber hinaus abwärts kompatibel mit dem 15-Watt-Standard. 802.3af- und 802.3at-Geräte lassen sich parallel versorgen.
PoETeC – die treibende Kraft hinter dem Standard

Das PoETeC (Power over Ethernet Technology Consortium) ist eine der wichtigsten Triebfedern bei der Einführung von PoE. Das Konsortium wurde 2005 gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten unter anderem Hewlett-Packard, Akros Silicon, Texas Instruments und Molex. Wesentliches Ziel der PoETeC ist es, die normalerweise recht komplexe Implementierung von PoE/PoE+ so weit wie möglich zu vereinfachen.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der PoETeC-Initiative war die Entwicklung eines Steckverbinders für Energieversorger (Power Source Equipment, PSE), der PoE-Steuerung und Kommunikationsschaltungen umfasst. Aufbauend auf der RJ45-Buchse definiert die Version 1 des PoETeC-Standard eine physikalische und elektrische Kommunikationsschnittstelle, mit der die Durchgängigkeit innerhalb der Branche gewährleistet und eine einfachere Implementierung von PSE PoE ermöglicht werden kann. Außerdem wurden Leistungsanforderungen festlegt, die eine Funktion unter bestimmten Mindestbetriebsbedingungen gewährleisten sollen.
Die Version 2 des Form, Fit und Funktion umfassenden PoETeC-Standards wurde jetzt verabschiedet und zeugt von den Bemühungen der Hersteller um eine Harmonisierung ihrer Produkte. Die neue PoETeC V2.0 soll die IEEE802.3at mit einer Abwärtskompatibilität zu IEEE802.3af unterstützen. Dieses PSE-ICM der zweiten Generation soll das Marktpotential in einem breiten Anwendungsbereich erhöhen, eine PoE+-Funktionalität ermöglichen und für Kompatibilität zwischen unterschiedlichen PoE -Chipsets sorgen.
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