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Neuer Linearantrieb Optimal gelöst

| Redakteur: Brigitte Michel

Schon 1997 suchte die Trebbiner Fahrzeugfabrik einen kleinen Verstellantrieb, mit dessen Hilfe der Drehpfeil an einer fahrbaren Absperrtafel in drei Positionen verstellt werden sollte.

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Mit Linearantrieben LA36 ausgerüstete fahrbare Vorwarntafel und Drehpfeil. Bild: LINAK
Mit Linearantrieben LA36 ausgerüstete fahrbare Vorwarntafel und Drehpfeil. Bild: LINAK
( Archiv: Vogel Business Media )

Schon 1997 suchte die Trebbiner Fahrzeugfabrik einen kleinen Verstellantrieb, mit dessen Hilfe der Drehpfeil an einer fahrbaren Absperrtafel in drei Positionen verstellt werden sollte. Mit diesem Pfeil wurde Autofahrern auf der Straße angezeigt, dass ein Spurwechsel erforderlich ist.

Bis zu diesem Zeitpunkt musste der Pfeil von einem Mitarbeiter des Straßenbauamtes manuell verstellt werden, was jedoch mit erheblichen Gefahren verbunden war. Die Lösung fand Antriebshersteller Linak in dem Verstellantrieb LA22, mit dem sich der Pfeil elektrisch von einer sicheren Position aus verstellen ließ. Später wurde der LA22 durch den LA12 ersetzt und mit einer eigens für diese Anwendung entwickelten Verdrahtung und integrierten Mikroschaltern ausgestattet.

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Außerdem wurde auch die Halogen-Leuchtpfeilanlage des Anhängers mit einem Linearantrieb LA34 angehoben und gesenkt. Da im Fahrbetrieb enorme Windkräfte auf die Leuchttafel wirken, hat man diese zusätzlich mit einem LA12 im abgesenkten Zustand verriegelt.

Neue Antriebslösung halbiert die Kosten

Bisher wurde die Obertafel über ein Hebelsystem vom Antrieb LA34 bewegt und im abgesenkten Zustand elektromechanisch verriegelt. Da der Aktuator einseitig an die Obertafel angeschlagen ist, sorgt eine Gasfeder auf der gegenüberliegenden Seite für den entsprechenden Kraftausgleich. Im Zuge der Umstellung auf den neuen Linearantrieb LA36 und der gleichzeitigen Maßnahmen zum Kostenminimieren bei der Fahrzeugfabrik erarbeitete man gemeinsam mit LINAK eine neue technologische Lösung, die eine Kostensenkung von 50 Prozent ermöglichte.

Die Verriegelung der Obertafel im abgesenkten Zustand ist nun kraftschlüssig. Der LA36 bietet gegenüber dem bisher eingesetzten folgende Vorteile:

- Rutschkupplung,

- Aluminium-Druckgussgehäuse,

- Schutzart IP 69K,

- Notbetätigung von Hand,

- thermischer Überlastschutz des Motors und

- steckbarer Kabelanschluss direkt am Antrieb.

Zudem kann der Nutzer Positionen direkt am Außenrohr der Spindel über stufenlos einstellbare Magnetschalter abfragen. So können die induktiven Näherungsschalter für die obere und untere Endlage der Tafel entfallen.

War der Antrieb defekt, musste bislang der Aktuator abgebaut und die Obertafel von Hand absenkt werden. Die Absperrtafel war dann nicht mehr einsatzbereit. Der LA36 verfügt jedoch über einem manuellen Notbetrieb, mit dem der Antrieb von Hand ein- und ausgefahren werden kann. Somit ist die Einsatzfähigkeit der fahrbaren Tafel jederzeit gewährleistet. Durch seine Stabilität bietet der Linearantrieb LA36 genügend Reserven, um die starken Windkräfte aufzufangen, die bei hochgeklappter Tafel und der zulässigen Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h entstehen. Tests für einen Druckausgleich im Verstellantrieb unter Beibehaltung der Schutzart IP 69K wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Der sogenannte „Luftpumpeneffekt“ beim Aktuator ist vollständig beseitigt.

Geschützt vor Überlastung und Umgebungseinflüssen

Die serienmäßige Rutschkupplung und der im Motor eingebaute Übertemperaturschalter bieten zuverlässigen Schutz vor Schäden bei Überlastung. Dank entsprechender Schutzbeschichtung von Gehäuse, Außenrohr, Kolbenstangenauge und Schrauben ist der Antrieb auch in aggressiver Luft einsetzbar.

Die in den Aktuator eingebaute Elektronik ermöglicht eine einfache Steuerung und Verdrahtung, während die eingebauten Endlagenschalter die Lebensdauer des Antriebs verlängern und eine Überlast-Situation in den Endlagen verhindern.

Für erhöhte Flexibilität sorgen drei verschiedene Getriebe mit Untersetzungen von 18:1 (2600 N, 32 mm/s), 31:1 (4500 N, 19 mm/s) und 46:1 (6800 N, 12 mm/s) sowie die getrennten Kabel für Steuerung und Stromversorgung. Außerdem lässt sich nachträglich oder zusätzlich ein Potentiometer für exaktes Positionieren und/oder ein Halleffektsensor für Positionierung und Drehrichtungserkennung anbringen.

Geschäftsführer Dr. Wolfgang Herold von der Trebbinger Fahrzeugfabrik ist mit den Antriebslösungen von Linak zufrieden, da sie ihm entscheidende Wettbewerbsvorteile und Kosteneinsparungen bieten. Er schätzt vor allem die Anwenderfreundlichkeit, Robustheit und hohe Funktionalität der Produkte, die Kundennähe und den europaweiten Service. Die Niederlassung im hessischen Nidda und das Werk im süddänischen Guderup reagieren auf seine „Sonderwünsche“ stets schnell und flexibel, und es entstanden zahlreiche gemeinsame Entwicklungen, Tests, Prüfungen, Modifikationen und Verbesserungen. So wurde zum Beispiel die Forderung nach der Beibehaltung der Schutzart IP 69K für die Druckausgleichsvariante durch eine spezielle Schraube mit integrierter Membran elegant gelöst. Von dieser Lösung profitieren nun auch andere Kunden.

Die neuen technischen Möglichkeiten des LA36 unterstützen den Trend bei Vorwarn- und Absperrtafeln zur elektrischen Verstellung. Schon heute werden 80 % elektrisch verstellt. Die angestrebte Ein-Mann-Bedienung ohne Betreten der Fahrbahn kann somit immer häufiger verwirklicht werden.

LINAK

Tel.: +49(0)6043 965518

Alexander Lenz ist Vertriebsbeauftragter LINAK GmbH im hessischen Nidda.

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