TFT-Displays

Optische Parameter in TFT-Datenblättern verstehen

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Die Farbkoordinaten geben die Lage der Primärfarben Rot, Grün und Blau im CIE1931-Diagramm (auch unter dem Begriff „Schuhsohle“ bekannt) an. Sie spannen den Farbraum auf, der alle auf diesem Display darstellbaren Farben umfasst. Die Eckpunkte der Primärfarben legt der Hersteller durch die Emission des Backlights und die Durchlasskurve des Farbfilters fest. Fest definiert sind Farbräume wie NTSC, Adobe RGB und sRGB. Während Notebook-Displays oft nur einen Bruchteil des Farbraums abdecken, können „High Colour Gamut“-Displays einen deutlich größeren Farbraum darstellen. Welche Maßnahmen dazu angewandt werden, geht über die hier angestellten Betrachtungen hinaus. Vergleicht man Displays verschiedener Hersteller nebeneinander, lässt sich eine unterschiedliche Farbgebung der Primärfarben feststellen. Trägt man die angegebenen Koordinaten in das Farbdiagramm ein, kann man die Farbräume zweier Displays auch grafisch vergleichen.

Ein vierter Punkt zeigt die Lage der Farbe Weiß an. Seine Position bestimmt die Farbtemperatur des Displays. Für TV-Applikationen entwickelte TFTs weisen oft eine höhere Farbtemperatur auf, die man an einem „kälteren“ Weiß erkennt.

Viewing angle: Der Betrachtungswinkel wird im Datenblatt nur für die vier Hauptrichtungen rechts/links/oben/unten angegeben. Er ist definiert als derjenige Winkel, bei dem der Kontrast mindestens 10 beträgt. Der Winkel wird aus der Lotrechten gemessen. Bei TN-Displays ist zu beachten, dass im technologisch bedingten „schlechten“ Blickwinkel zwar der Kontrast noch 10 beträgt, die Farben aber durch den „grey scale inversion“-Effekt gekippt sind. In der Display-Messtechnik hingegen wird das Display rundum bei verschiedenen Blickwinkeln vermessen und in einem Isokontrastdiagramm aufgetragen.

Bild 3: Koordinaten für den Blickwinkel
Bild 3: Koordinaten für den Blickwinkel
(Bild: Hy-Line Computer Components)

Bild 3 zeigt die Benennungen der Winkel: ɸ läuft im Uhrzeigersinn um das Display, Ɵ gibt den Neigungswinkel aus der Normalen an.

Die Gamma-Kurve beschreibt die Abhängigkeit der vom Display abgegebenen Helligkeit vom eingegebenen Digitalwert. Diese Kennlinie stellt die Augenempfindlichkeit nach und verläuft typisch exponentiell, so dass ein linearer Zusammenhang zwischen Digitalwert und empfundener Helligkeit entsteht.

Surface Treatment: Dieser Punkt der Displayspezifikation gibt Auskunft über die Oberfläche des Displays. Die vom Anwender aus gesehen vorderste Komponente des TFTs ist ein Polfilter, der aus einer Folie besteht. Deren Oberfläche bestimmt die Reflexionseigenschaften des Displays. Die meisten Displays setzen einen „Anti-Glare“-Polfilter ein, der Reflexionen von einfallendem Licht durch Streuung verringert. Der Nachteil ist, dass auch das von hinten leuchtende Nutzsignal beim Durchgang durch diese Folie gestreut wird. Für manche Anwendungen, bei denen eine Frontscheibe oder ein Touchscreen aufgebracht werden, kann ein „Glare“-Display mit einer reflektierenden Oberfläche Vorteile bieten.

* Rudolf Sosnowsky ist Leiter Marketing und Applikation bei Hy-Line Computer Components Vertriebs GmbH in Unterhaching

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