Stecker Profibus-Slave mit Proxy-Stecker in fünf Minuten für Profinet gerüstet
Selbst im schwierigen Jahr 2009 stieg die Zahl der neu installierten Profinet-Knoten um fast zehn Prozent. Doch was die Profibus Nutzerorganisation freut macht Geräteherstellern Sorgen:
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Selbst im schwierigen Jahr 2009 stieg die Zahl der neu installierten Profinet-Knoten um fast zehn Prozent. Doch was die Profibus Nutzerorganisation freut macht Geräteherstellern Sorgen: Hohe Investitionen in die Feldbus-Geräteentwicklung liegen bereits hinter ihnen. Nun drängt Ethernet in die Automatisierung und wirbt mit Attributen wie durchgängiger, schneller und deterministischer — neue Investitionen kündigen sich an.
Den Endkunden lockt mit der neuen Technologie eine höhere Anlagenproduktivität. Branchenüblich preschen die Automobilhersteller vor und sprechen sich bereits offen für Profinet als zukünftiges Standard-Bussystem aus. Hersteller, die bei der Hochrüstung auf Profinet zögern, haben das Nachsehen und können bei der nächsten Ausschreibung nicht anbieten. Für ein Zögern jedoch gibt es durchaus gute Gründe: Eine im Vergleich zum Feldbus zehnfach mächtigere Spezifikation, ein unbekannter Protokollstack und ein neuer, leistungsfähiger Prozessor bergen ein Entwicklungsrisiko und binden gleich mehrere Entwicklerressourcen auf lange Zeit. Zudem ist das neue Gerät nicht mehr länger betriebsbewährt, und schließlich sind alle Zertifizierungen zu erneuern. Bei geringen bis durchschnittlichen Verkaufsmengen amortisiert sich die Geräteentwicklung bei einer bis zu sechsstelligen Investitionssumme erst nach Jahren.
Sofort und völlig risikolos integriert netLink Proxy hingegen jeden Profibus-DP Slave ins Profinet-Netzwerk. Als gewöhnlicher Profibus-Stecker ausgeführt, wird er direkt auf die DP-Schnittstelle aufgesteckt und rückseitig per RJ45-Buchse mit Ethernet verbunden. Profibus wird bis zu 12Mbaud unterstützt, Ethernet mit 10/100Mbaud und Auto-crossover-Erkennung. Aufgrund der kurzen Verbindung zwischen DP-Gerät und Stecker wird auf einen Busabschlusswiderstand verzichtet. 24 V dienen als Spannungsversorgung die bequem von der ohnehin vorhandenen Versorgung des DP-Gerätes abgegriffen werden können. Über das Office-Netzwerk und anschließendem Umstecken oder direkt über Profinet per Switch wird der Proxy über einen gewöhnlichen PC konfiguriert. Fünf Minuten dauert in der Regel die Inbetriebnahme.
In wenigen Millisekunden sind die Daten umgesetzt
Eine Profibus-Scann-Funktion erkennt den angeschlossenen Slave und ermittelt dessen Konfiguration automatisch. Zusammen mit der Slave GSD-Datei wird die Konfiguration in eine für das Profinet-Controller-Konfigurationswerkzeug lesbare und standardisierte GSDML-Datei gewandelt. Der abschließende Download zum Stecker konfiguriert beide Netzwerkseiten für den Dauerbetrieb. Gemäß offizieller Proxy-Richtlinie der PI-Nutzerorganisation werden nun die zyklischen E/A-Daten zwischen den Protokollen konvertiert. Dabei verhält sich der Stecker völlig transparent. Die Verarbeitungszeit liegt bei 2 bis 5 ms, bis die Daten auf das zweite Protokoll umgesetzt sind — je nach zu konvertierender Datenmenge. Selbstverständlich wird auch die Abbildung der azyklischen DVP1 Dienste Read/Write/Alarm unterstützt. Auch mehrere netLinks gleicher Konfiguration lassen sich an einem Profinet-Strang betreiben.
Eindeutige Profinet-Stationsnamen erhält man dann per DCP über den Controller und sein Werkzeug. Das ist insbesondere interessant, wenn Profibus-Geräte gleich mit vormontiertem und vorkonfiguriertem Stecker an den Endkunden geliefert werden. Der Kunde kommt mit dem Konfigurationswerkzeug des Steckers erst gar nicht in Berührung, sondern importiert lediglich die zugehörige GSDML-Datei, vergibt den Stationsnamen wie gewohnt und verbindet den Stecker am Ende physikalisch mit Profinet. Gerät und Stecker verschmelzen so zu einer Einheit, in der Profibus nicht mehr in Erscheinung tritt.
netLink Proxy gewährt traditionellen Profibus-Geräteherstellern den raschen Einstieg in die Profinet-Welt — als echte Alternative zu kostspieligen Re-Designs alter Geräte und anstehenden Neuentwicklungen. Und der Preis macht nach Angaben des Herstellers Aufwendung plan- und kalkulierbar: Er liegt in Stückzahlen kaum über dem einer echten integrierten Profinet-Busanschaltung.
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