25 Jahre Erfahrung mit akustischer Prüftechnik „Qualitätsprüfung bereits bei der Entwicklung einplanen“
RTE Akustik + Prüftechnik feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums berichtet Geschäftsführer Ingolf Hertlin über die Anfänge der akustischen Prüftechnik, deren Entwicklung und zukünftige Trends der Branche.
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Herr Hertlin, inzwischen hat RTE 25 Jahre Know-how in Sachen akustischer Prüftechnik. Wie fing alles an?
Benno Kotterba und ich haben das Unternehmen im Februar 1986 ins Handelsregister eintragen lassen. Die Idee entstand in unserer gemeinsamen Zeit beim Fraunhofer Institut IITB in Karlsruhe. Von Anfang an lag der Schwerpunkt bei RTE auf Lösungen für akustische Prüftechnik. Während man ursprünglich dafür Spezialrechner benötigte, kamen um die Zeit unserer Unternehmensgründung gerade die ersten PCs auf. Das war sicher ein Mitauslöser. Wir haben in den ersten Jahren vor allem Dienstleistungen angeboten, auch mit Standard-PCs gehandelt, vor allem aber schon damals ein erstes Geräuschprüfsystem entwickelt, das für die Serienprüfung einsetzbar war und die akustischen Verfahren in Echtzeit berechnete.
Sie haben die Entwicklung akustischer Prüftechnik über die Jahre genau verfolgt. Was hat sich getan?
Akustische Prüfungen beruhten auf der Beurteilung durch den Menschen. Mit geschultem Ohr prüfte er durch Anschlagen eines Gegenstands und Beurteilen des entstandenen Geräusches, ob der Gegenstand in Ordnung ist oder nicht. Der Mensch nimmt beim Hören vieles wahr, was sich nicht durch Algorithmen beschreiben lässt. Die Skepsis der Kunden bestand in den Anfangsjahren vor allem darin, ob sich dieses Hörvermögen auf eine Maschine übertragen lässt. Heute sind Standard-PCs so leistungsfähig geworden, dass diese Bedenken kein Thema mehr sind. Die vielen von uns über die Jahre realisierten erfolgreichen Lösungen tun natürlich ihr übriges. Daneben ist auch das Spektrum, was sich akustisch prüfen lässt, in den letzten 25 Jahren gewachsen: Wir haben angefangen mit Geräusch- und Funktionsprüfungen, recht bald kamen schon die akustische Materialprüfung, auch „Klanganalyse“ genannt, und die akustische Prozesskontrolle dazu.
Wohin gehen die Trends?
Komponenten und damit die Prüflinge werden heute immer komplexer und intelligenter. Daneben geht der Trend zu höherer Teilevielfalt bei gleichzeitig geringeren Stückzahlen. Zudem ist die 100-Prozent-Kontrolle fast überall zum Standard geworden. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Prüfsysteme. Diese müssen heute flexibler anpassbar sein. Gleichzeitig kombinieren wir immer öfter sowohl akustische als auch funktionale Prüfungen in einem System. Außerdem reicht es heute nicht mehr, eine Komponente als isoliertes Teil zu betrachten. Viele Prüfungen liefern nur sinnvolle Ergebnisse, wenn man auch die tatsächlichen Einbaubedingungen simuliert.
Und glücklicherweise geht ganz langsam auch der Trend dahin, Qualitätsprüfungen bereits bei der Produktentwicklung mit einzuplanen und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Gut wäre es, wenn Entwicklern bewusster wird, dass nicht nur die momentane Qualität eines Produktes relevant ist, sondern auch dessen Lebensdauererwartung, weil das den Wert eines Produktes immens steigert.
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