Weidmüller Relais: Isolieren im Reihenklemmenformat

Redakteur: Ines Stotz

Zur elektrischen Signaltrennung kommen bislang Reihenklemmen zur Signalverbindung und Relaiskoppler zum Einsatz. Jetzt gibt es für die Trennung und Anpassung von Signalen eine interessante elektronische Alternative zum konventionellen elektromechanischen Relais: kompakt und platzsparend, wartungsfrei sowie mit gutem Preis-/ Leistungsverhältnis.

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Die kompakten Module bauen nicht größer als eine Doppelstock-Reihenklemme. Sie reduzieren den Platzbedarf im Schaltschrank um mehr als 80 Prozent (Archiv: Vogel Business Media)

Potenzialtrennung im Reihenklemmenformat – das geht jetzt mit TERMOPTO (Terminal Sized Opto), einer Reihenklemme und einem Koppler in einem Modul. Mit dieser Koppelklemme bietet Weidmüller damit zur Trennung und Anpassung von Signalen eine platzsparende elektronische Alternative zum handelsüblichen elektromechanischen Relais. Mit sechs mm Breite, einer Länge von 74 mm (Schraubanschluss) bzw. 79 mm (Push-in-Anschluss) und einer Höhe von 55 mm sind sie nicht größer als eine Doppelstock-Reihenklemme ausgeführt und reduzieren so den Platzbedarf im Schaltschrank um mehr als 80 Prozent.

Die gesamte Familie besteht aus 60 Optokopplern, die gegenüber herkömmlichen Relais eine lange Lebensdauer haben. Galvanisch getrennte, verschleißfreie Halbleiterschalter – Optokoppler — mit umfangreicher Schutzbeschaltung gewährleisten eine hohe Betriebssicherheit – und garnieren somit Langlebigkeit und Zuverlässigkeit.

Die Module verfügen über zehn Eingangsignale (fünf bis 220 VDC, 24 bis 230 VAC) für einen universellen Einsatz und sind wahlweise mit AC- oder DC-Ausgang erhältlich (fünf bis 48 VDC / 0,1 A; fünf bis 48 VDC / 0,5 A; 24 bis 230 VAC / 0,1 A). Sie sind uneingeschränkt im Temperaturbereich von -20 bis +60°C einsetzbar. Zur schnellen Diagnose sind die Optokoppler mit einer grünen LED-Statusanzeige versehen und bieten Platz für Standardmarkierungen mit WS12/6 Multicard. Die relevanten internationalen Zulassungen wie CE, cULus sind in Vorbereitung.

75 Prozent weniger Verdrahtungszeit

Anwender wählen zwischen Push-in- oder Zugbügel- (Schraub-) Anschlusstechnik. Push-in zeichnet sich durch einfaches sowie sicheres Handling aus und reduziert die Verdrahtungszeit um bis zu 75 Prozent. Der abisolierte massive oder feindrähtige Leiter mit aufgecrimpter Aderendhülse wird einfach bis zum Anschlag in die Klemmstelle gesteckt. Ein Werkzeug zum Anschließen ist nicht erforderlich. Zum Deinstallieren wird ein handelsüblicher Schraubendreher bis zum Anschlag in die vorgesehene Öffnung gesteckt. Push-in gibt den Leiter frei, der nun herausgezogen werden kann.

Die Push-in-Anschlusstechnik und die steckbaren Querverbindungen reduzieren die Verdrahtungszeit um mehr als 50 Prozent (Archiv: Vogel Business Media)

Zugbügel-Anschlüsse sind weltweit bekannt und bewährt. Sie haben eine hohe Kontaktkraft und gewährleisten eine gasdichte, vibrations- und rüttelsichere Verbindung. Egal welche Variante — Anwender reduzieren mit den steckbaren Standard-Querverbindungen ZQV 4N die Anschlusszeiten für Masse und Versorgungsspannung um mehr als 50 Prozent.

Stets effizient in unterschiedlichsten Anwendungen einsetzbar

Die TERMOPTO-Module sind in verschiedenen Applikationen höchst effizient einsetzbar. Sie reduzieren bei minimalem Platzbedarf den Serviceaufwand und steigern die Anlagenverfügbarkeit. So etwa bei einer Biogas-Anlage: Installiert ist ein einfaches digitales Interface zwischen zwei Schaltschränken im Anlagenbau. Beide Schaltanlagen verfügen über eine eigene Netzversorgung und müssen galvanisch getrennt werden, um Erdschleifen zu vermeiden. Die Lösung erfolgt einfach und sicher über eine potenzialfreie Signalübertragung mit Optokopplern.

Oder Anwendungen im Maschinenbau: Maschinen koppeln potenzialfreie “shake-hand”-Signale an externe Geräte, um Informationen im Produktionsablauf auszutauschen. Hier schützen die Koppler die E/A-Signale einer SPS wirksam und zuverlässig. Auch Anlagen zur Energieerzeugung sind prädestiniert: Alle Signale müssen im Schaltschrank isoliert ausgeführt sein, um durch Erdschleifen oder Transienten verursachte Systemfehler zu vermeiden. Der Lösung dient eine potenzialfreie Signalübertragung mit galvanischer Trennung über die Optokoppler.

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