Kabel und Steckverbinder RFID-Sensoren bringen Kabel zum Sprechen

Redakteur: Ines Stotz

Kabel und Leitungen reagieren wie wir Menschen auf bestimmte Zustände wie Kälte, Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit oder Druck. Und wenn irgendwas zuviel ist, drohen Krankheit und Kollaps. Während wir unser Unwohlsein verbal ausdrücken können, bleibt das Kabel stumm und fällt einfach irgendwann aus. Jetzt hat Lapp ein Verfahren entwickelt, womit die Komponenten quasi zum Sprechen gebracht werden können. RFID macht’s möglich.

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Wurde bisher die sogenannte Radio-Frequency-Identification (RFID) ausschließlich zum Identifizieren von Produkten und Personen verwendet, so haben nun die Wissenschaftler der Stuttgarter Lapp-Gruppe ein Verfahren entwickelt, womit auch Zustände wie Feuchtigkeit, Druck oder Temperatur eines Kabels gemessen werden können. Das heißt: Bei Lapp können Kabel uns mitteilen, wie es ihnen geht. Die Vorteile dieser Erfindung sind enorm: Denn mittels der RFID-Technik kann schon sehr frühzeitig festgestellt werden, ob mit dem Kabel und seiner Umgebung etwas nicht in Ordnung ist. Dadurch werden nicht nur teure Produktionsausfälle vermieden sondern es werden auch mögliche Gefahrenzustände rechtzeitig erkannt.

Dem Forscher-Team – die im neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum Lapp Engineering in der Schweiz tätig sind - war es somit nicht nur gelungen, winzige, intelligente RFID-Tags in das Kabel oder den Steckverbinder einzupflanzen, sondern sie fanden auch eine Möglichkeit diese Tags mit Sensorik zu versehen und individuell zu programmieren. Damit wurde es möglich, für jeden Anwendungsfall die benötigte Information (Identifikation oder Zustandsgrößen wie Feuchtigkeit, Druck oder Temperatur) mittels eines Lesegerätes abzurufen und ins IT-System zur Weiterverarbeitung zu übertragen.

RFID-Tags während der Produktion integriert

Ein RFID-Tag im Kabelmantel; die hohe Flexibilität und die mechanische Belastbarkeit bleiben dabei erhalten (Archiv: Vogel Business Media)

Die RFID-Tags werden bereits innerhalb des Produktionsprozesses zum Beispiel in das Kabel oder den Steckverbinder integriert. Die hohe Flexibilität und die mechanische Belastbarkeit bleiben dabei erhalten. Die Wissenschaftler haben zudem eine Methode entwickelt, womit sich auch die metallischen EPIC-Steckverbinder problemlos mit dem RFID-Tag versehen und Daten - ohne Störeinflüsse der metallischen Umgebung - auslesen lassen, was zu den größten Herausforderungen gehörte. Vorstand Siegbert Lapp: „Die Einsatzmöglichkeiten von RFID in der Kabel- und Steckverbindertechnologie sind sehr vielfältig. Wir sind heute in der Lage, unsere Produkte genau nach Kundenwunsch zum Sprechen zu bringen. Damit sind wir weltweit der einzige Anbieter mit diesem Know-how.“

So funktioniert die neue Technologie:

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