Wago Skalierbare Fernwirk-Allrounder überwachen abgelegene Pumpstationen

Redakteur: Ines Stotz

Um Schäden zu vermeiden, ist es wichtig, weit verzweigte Anlagen oder abgelegene Objekte wie Pumpstationen permanent zu überwachen. Doch das ist oft teuer, aufwändig und zum Teil selbst anfällig. Deshalb hat Wago ein lückenloses Fernwirkkonzept entwickelt, das beispielsweise Störungen der Kläranlage im niedersächsischen Stadthagen einfach, preisgünstig und zuverlässig erfasst.

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In der Kläranlage Stadthagen werden pro Tag 4000 bis 6000 m³ Wasser gereinigt. 21 Doppelpumpstationen überwinden dabei die Höhenunterschiede im Stadtgebiet und den benachbarten Dörfern. Da sich das bisher installierte Meldesystem — das Störungen dieser zum Teil sehr abgelegenen Stationen erfasst und anzeigt — als störanfällig erwies, entschied man sich für die Fernwirkmodule To-Pass von Wago.

Autark, kompakt, universell: Das To-Pass Fernwirkmodul 761 (Archiv: Vogel Business Media)

Die kompakten Geräte enthalten alles, was für den autarken Einsatz benötigt wird: Datenspeicher, Ein- und Ausgänge sowie ein GSM-Modem. Damit ermöglichen sie unabhängig von Datenleitungen oder Funkstrecken eine bidirektionale SMS-Kommunikation, CSD-Wählverbindung zur Fernparametrierung und GPRS-Übertragung auf einen frei wählbaren Web-Server. Messwerte lassen sich dort in einer SQL-Datenbank ablegen. Übertragen werden die Prozesswerte über Internetserver oder SMS. Störmeldungen sind zusätzlich per E-Mail, Fax oder Anruf absetzbar. Der zulässige Temperaturbereich beträgt -20 bis +70 °C, so dass auch in ungeschützten Schaltkästen keine Ausfälle zu befürchten sind.

Direkte GSM-GSM-Verbindung dient der Parametrierung

Störungen werden sowohl in der Leitwarte als Klartextmeldung angezeigt als auch auf mehreren Handys gemeldet. Die Nummern kann der Betreiber selbst einprogrammieren. Fernwirkmodule und Zentrale kommunizieren auf zwei Ebenen: Für die normale Visualisierung und Überwachung sendet das Fernwirkmodul die Prozessdaten zyklisch per Internet in die SQL-Datenbank. Eine zusätzliche, direkte GSM-GSM-Verbindung dient der Parametrierung z.B. von Alarmkonfigurationen und der Echtzeitabfrage. Die Software erkennt automatisch, wenn sich Geräte neu anmelden.

Wago To-Pass erleichtert die Fernwartung. Der Festnetzanschluss unten wird nicht mehr benötigt (Archiv: Vogel Business Media)

Geschäftsführer Manfred Wischmann von ASM Technologie – dem Spezialisten für die Prozessautomatisierung, der für die Integration der Fernwirkmodule beauftragt war — lobt das System: „Der Vorteil von To-Pass ist seine Kompaktheit und dass ich alle Funktionen, die ich für relativ einfache Objekte, wie Pumpstationen, brauche, mit einem Gerät abdecke. Mit der mitgelieferten Software ist das Gerät zudem noch recht einfach zu parametrieren. Wenn man das ein oder zwei mal gemacht hat, beherrscht man das Konzept.“

Vielversprechender Probelauf

Wilfried Senne, Elektriker bei den Klärwerken Stadthagen, an der Steuerung. Wago To-Pass bietet neben der Kommunikation per GSM auch einen direkten Anschluss für einen PC (Archiv: Vogel Business Media)

Seit Mai 2008 werden die Pumpstationen nun Stück für Stück vom Betriebselektriker der Kläranlage, Wilfried Senne, umgerüstet. Auch er schätzt die neue Technik: „Wenn man sich einmal eingefuchst hat, ist die Verdrahtung von To-Pass kein Problem“, schildert er seine Erfahrungen und erläutert: „Die einfache Handhabung ist wichtig, da die vorhandenen Anlagen nicht einheitlich aufgebaut sind und somit die Installation des Meldesystems von Station zu Station variiert.“

Pumpstation mit Schacht und Steuerungskasten (Archiv: Vogel Business Media)

Die Fernwirkmodule dienen dabei ausschließlich der Überwachung, den eigentlichen Betrieb der Pumpen übernimmt eine Schützsteuerung. Die Anlagen sind einfach und robust konstruiert; den Normalbetrieb bewältigt eine der beiden Pumpen allein, so dass genügend Reserven zur Verfügung stehen. Trotzdem gibt es viele Fehlerquellen: Klassiker sind z.B. Fremdkörper, die die Schneidwerke blockieren. Tückisch sind auch Verstopfungen im Rohrnetz, so dass sich die Schächte füllen, ohne dass eine Pumpenstörung vorliegt. Deshalb wird das komplette Prozessabbild erfasst, pro Station fünf digitale und drei analoge Eingänge. Analog wird u.a. die Stromaufnahme der Pumpe erfasst. Dadurch lassen sich Verstopfungen besonders schnell erkennen, lang bevor die Pumpe auf Störung geht. Jedes Fernwirkmodul sendet alle 30 Minuten die Prozessdaten an den Server. Wenn sich eine Station nach mehr als 40 Minuten nicht meldet, schlägt der Server automatisch Alarm.

Der verantwortliche Betriebsingenieur für die Abwassertechnik, Andreas Kluge, lobt die Technik: „Wir bekommen mit To-Pass die Informationen deutlich schneller als vorher und Ausfälle hatten wir noch keine.“ Wenn sich alle Planungen bewahrheiten, darf sich Stadthagen nicht nur über höhere Zuverlässigkeit und einen schnelleren Informationsfluss, sondern auch über geringere Betriebskosten freuen: Durch die alten Festnetzanschlüsse fielen Monat für Monat 400 bis 500 Euro Telekommunikationskosten an. Mit der preisgünstigen Übertragung per GPRS könnte sich diese Summe durchaus halbieren.

Halle 10.2, Stand K32-N33

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