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Der Blick bewegt Cursor
So können behinderte Menschen allein mit ihren Blicken einen Cursor auf dem Bildschirm bewegen, und den Computer ähnlich wie mit einer Maus oder einem Touch-Screen bedienen. Eine virtuelle Tastatur wird hierzu am Bildschirm angezeigt. Starrt der Benutzer für eine bestimmte Zeit auf ein Feld, wird die Taste angeklickt. Das System verfügt über ein spezielles Menü, mit dem der Patient zwischen verschiedenen Funktionen wählen kann: Über einen Sprachsynthesizer kann er/sie mit anderen sprechen, indem eingegebene Texte ausgelesen werden; über Schalter lässt sich z. B. das Licht ein- oder ausschalten, ein Hilferuf auslösen, etc.; auch Texte verfassen, Computer-Software bedienen, spielen, im Internet surfen oder E-Mails bearbeiten ist möglich.
Bei der Erstinstallation ist lediglich eine 15 Sekunden kurze Kalibrierung nötig. Hierzu wird der Benutzer gebeten, auf eine Reihe von Zielkreisen am Eyegaze Edge-Bildschirm zu schauen. So erlernt das System individuelle Eigenschaften der Person – etwa die Kurve der Hornhaut, um deren Blickverlauf präzise zu verfolgen. Eyegaze Edge funktioniert mit verschiedenen Pupillengrößen oder Augenlidformen und kann in jeder beliebigen Position betrieben werden (sitzend, liegend oder mit geneigtem Kopf).
Eye-Tracking in der Forschung: EyeFollower
Eye-Tracking kann auch in weiteren Bereichen eingesetzt werden. So entwickelte LC Technologies das EyeFollower System für Forschungsapplikationen. Der binokulare EyeFollower setzt auf zwei AVT Guppy F-038 NIR Kameras, die auf einer Pan-/Tilt-Vorrichtung montiert sind, damit die Testperson sich während der Messung möglichst frei bewegen kann. EyeFollower erkennt automatisch, wo sich ein Gesicht in seinem Blickfeld befindet, verfolgt die Augenbewegungen und kalibriert sich selbst dank Bildverarbeitungsalgorithmen mit einer Genauigkeit von 0,4°. Dank eines patentierten asymmetrischen Belichtungsmusters erkennt das System Veränderungen in der Distanz zwischen den Kameras und der Augenhornhaut der Testperson. So lassen sich Fehler aufgrund von Kopfbewegungen des Menschen auf ein Minimum reduzieren.
EyeFollower wird in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt. Dazu gehören Marktforschung, medizinische Forschung oder auch die Ausbildung von Flugzeugpiloten. So lassen sich mit Hilfe der Eye-Tracking-Technologie Anzeigenkonzepte auf ihre Wirksamkeit testen: Firmen und Werbeagenturen, die Millionen in Werbekampagnen investieren, können genau analysieren, wo genau die Zielperson wie lange und in welcher Reihenfolge auf die Anzeige geschaut hat. Die Messergebnisse – etwa erster Fokus, häufigste Fokuspunkte, Fixierungsdauer, Blickverlauf,... – werden gespeichert und graphisch dargestellt. In der Medizin lassen sich psychische und neuronale Erkrankungen diagnostizieren, indem der Blickverlauf des Patienten analysiert wird. Eye-Tracking wird auch in Flugsimulatoren verwendet, um die Fortschritte von Piloten in der Ausbildung zu messen, indem ihr Blickmuster mit dem erfahrener Piloten verglichen wird.
Die Zukunft von Eye-Tracking
Die Eye-Tracking-Technologie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die Herausforderungen der Zukunft werden Kostenreduktion und Miniaturisierung sein, damit diese Technik in jedermanns Alltag Einzug halten kann. So könnte Eye-Tracking zum Beispiel in Autos eingebaut werden. Autofahrer könnten etwa das Radio oder die Klimaanlage bedienen, indem sie lediglich auf eine auf die Windschutzscheibe projizierte Schaltfläche schauen – ohne den Blick von der Straße abzuwenden oder die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Oder das Fahrzeug könnte automatisch erkennen, ob der Fahrer konzentriert genug auf die Straße schaut und ihn ggf. alarmieren.
Zu Hause könnte man über Eye-Tracking Haushaltstechnik wie den Fernseher, das Licht oder die Heizung bedienen. In Videospielen könnte der Spieler noch intuitiver in seine virtuelle Welt eintauchen, indem bestimmte Funktionen per Eye-Tracking gesteuert werden: schaut der Spieler nach rechts, schaut sein Avatar im Spiel ebenfalls nach rechts...
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