Rhetorik So schwingen Sie eine erfolgreiche Weihnachtsansprache

Autor / Redakteur: Andreas Lutz / Sariana Kunze

Für Führungskräfte ist die Ansprache bei Weihnachtsfeiern und Neujahrsempfängern eine leidige Pflicht, denn in vielen Fällen ist das Highlight der Ansprache: Das Buffet ist eröffnet! Mit ein paar Tricks peppen Sie Ihre Weihnachtsansprache auf.

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Ob eine Rede die Zuhörerschaft fesselt, hängt in erster Linie von ihrem Aufbau und natürlich auch von der Vortragsweise ab.

Der Saal ist geschmückt, das Buffet ist aufgebaut. Und die Gäste sind in eleganter Garderobe erschienen. Dann tritt der Redner ans Pult und spricht die ersten Worte. Alle lauschen gebannt. Doch nach wenigen Sätzen erlahmt ihr Interesse. Und jeder fragt sich: Wann wird endlich das Buffet eröffnet.

Dieses Phänomen kann man in den kommenden Wochen wieder häufig beobachten. Denn die Ansprache des Chefs oder Firmeninhabers gehört ebenso obligatorisch zum Programm einer Weihnachtsfeier wie der anschließende gemeinsame Festschmaus. Ähnlich ist es bei Neujahrsempfängen für Kunden, Verbands- und Vereinsmitglieder. Auch hier sind bei diesen Events festliche Ansprachen Pflicht - obwohl die Zuhörer sie meist eher als fade Beilage denn als kulinarischer Ohrenschmaus empfinden. „Dabei blicken die Zuhörer der Rede meist durchaus gespannt entgegen“, weiß Rhetoriktrainer Ingo Vogel, „sofern sie nicht aus den Vorjahren schon die langatmigen Ansprachen des Chefs oder Verbandsvorsitzenden kennen.“ Entsprechend leicht könnten Redner ihr Publikum begeistern, wenn sie es denn könnten.

Untersuchen zeigen: Der Erfolg einer Rede hängt vor allem davon ab, ob der Redner den Zuhörern sympathisch ist. Wichtig ist auch die Dramaturgie. Recht gering ist hingegen die Bedeutung des Inhalts, worauf die meisten Redner besonders achten. Daraus folgt: Ein Redner muss den Draht zum Publikum finden und seine Inhalte gut verpacken.

Gedankenreise für den Zuhörer

Doch wie gewinnt ein Redner die Sympathie der Zuhörer? „Er muss authentisch wirken und die Rede muss zu ihm passen“, betont die Wiener Managementtrainerin Sabine Prohaska. „Unglaubwürdig wirkt es, wenn ein Kleingeist sich plötzlich als Witzbold präsentiert oder ein Einzelkämpfer sich verbal mit den Anwesenden verbrüdert.“

„Ein guter Redner nimmt seine Zuhörer mit auf eine Gedankenreise“, erklärt Prohaska - zum Beispile durch das vergangene Jahr. Also sollte er zunächst erkunden: Was ist der Anlass der Reise? Wohin soll sie gehen? Und wer nimmt daran teil? Erst danach sollte er das Reiseprogramm festlegen. Ein weiterer Tipp: „Überlegen Sie sich im Vorfeld: Wer sitzt mit gegenüber?“ Sind die Zuhörer Mitarbeiter, sollt die Rede anders konzipiert sein als wenn sie sich an Kollegen wendet. Ebenfalls wichtig: Welche Beziehung besteht zwischen den Zuhörern? Arbeiten sie zum Beispiel im Alltag zusammen? Dann haben sie gemeinsame Erfahrungen, auf die Sie sich beziehgen können. Sehen sich die Zuhörer hingegen nur ein Mal pro Jahr „müssen Sie auf andere Elemente zurückgreifen, um einen gemeinsamen Nenner zu finden“, sagte Thomas Hönscheid, Redenschreiber aus Darmstadt. Etwa die Entwicklung der Branche.

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