Mit der Vision, die Automatisierung in der Industrie spielerisch einfach zu machen, gründete Thomas Punzenberger 1987 ein kleines Start-up. Heute, 30 Jahre später, bietet Copa-Data Softwarelösungen für Smart Factories mit dem Motto Parametrieren statt Programmieren an.
Thomas Punzenberger, CEO Copa-Data, gründete 1987 in Salzburg in einer Zweizimmerwohnung die Ing. Punzenberger Copa-Data GmbH.
(Bild: rolandhoelzlfotografie.com)
Bereits Ende der 1980er Jahre erkannte Thomas Punzenberger das Potenzial von Softwaresystemen in der Industrie. Die Idee zu einem Geschäftsmodell kam ihm durch seine Beschäftigung in der Entwicklung: „Dort haben wir das Rad immer wieder neu erfunden, alles wurde von der Pike auf neu programmiert. Ich wollte damals schon einen Baukasten einführen, mit dem sich Entwicklungsingenieure ihr Projekt selbst zusammenstellen können, ohne einen Programmierer zu brauchen“, erklärt der Firmenchef. Der Grundstein für Copa-Data war gelegt. Das große Ziel: Projekte einfach konfigurierbar zu machen und auch für Anwender ohne Programmierkenntnisse ein Tool bereitzustellen, das diese Aufgaben für sie erfüllt.
1987 gründete Thomas Punzenberger dann die Ing. Punzenberger Copa-Data GmbH, 1988 stieg sein Bruder Alexander in das Geschäft ein. „Damals haben uns viele Personen davon abgeraten, unser System auf Basis von Microsoft Windows aufzubauen, weil das in der Industrie nicht die geläufige Praxis war. Ebenso stieß unser Konzept ‚Parametrieren statt Programmieren‘ anfänglich auf viel Skepsis“, beschreibt CEO Punzenberger. Der Erfolg gibt den Gründern Recht – aber es gab auch Rückschläge: Zunächst war die Auftragslage mau, die Brüder hielten sich mit PC-Handel und Auftragsprogrammierungen über Wasser. Bis zu den ersten brauchbaren Codes vergingen zwei Jahre – und noch einmal so viel bis zur Fertigstellung der ersten Software-Version 1991. Einer der wichtigsten Kunden jedoch ging ein halbes Jahr darauf insolvent: Die Kredite für die Unternehmensgründung drohten zu platzen. Doch die Punzenbergers gaben nicht auf: Sie waren überzeugt von ihrer Idee der einfach zu bedienenden Software mit offener Architektur. So gewannen sie Implementierungspartner wie die Firma Prozesstechnik Kropf für sich und wendeten das frühe Ende des Unternehmens ab.
Die Herausforderungen als Gründer waren nicht die einzigen potentiellen Stolpersteine in der Unternehmensgeschichte. Die Branche hat in den letzten 30 Jahren rasante Entwicklungen durchgemacht. CEO Punzenberger erinnert sich: „Wir haben bei einem Kundenprojekt Anfang der 90er mit ungefähr 1.000 Informationen angefangen. Der gleiche Kunde hat heute circa 20.000 Informationen auf derselben Maschine. Die Datenmenge wird auf alle Fälle weiter explodieren. Der Anspruch bleibt aber gleich: Als Ingenieur will ich wissen, was in meiner Anlage vorgeht und was ich tun kann, damit alles möglichst reibungslos und effizient funktioniert. Daran arbeiten wir konsequent weiter.“ Die Zukunft wird anspruchsvolle Aufgaben mit sich bringen: Themen wie die Vernetzung, der Datenaustausch zwischen den Geräten und Plattformen werden die Branche weiter beschäftigen. „Wir dürfen nicht vergessen: Die Automatisierung war lange Jahre eine komplette Parallelwelt zur kommerziellen IT- und Informatikwelt und in vielen Betrieben ist das teilweise heute noch so. Die Industrie 4.0 bricht diese Trennung nun auf“, sagt Punzenberger.
Die verschiedenen Modularisierungs- oder Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Komponenten einer Infrastruktur wie einer Produktion sind in den vergangenen 30 Jahren immer wichtiger geworden. Mit ihrem Softwaresystem Zenon unterstützt Copa-Data heute Unternehmen aus vielen Branchen bei ihrer digitalen Transformation hin zur Smart Factory. Zenon ist nicht nur in eine Richtung gedacht, sondern vielmehr ein Brückenschlag in andere Welten, z.B. die Cloud, SAP oder andere kommerzielle Systeme. Die Software ermöglicht eine bidirektionale Kommunikation, Daten aus dem Feld werden transparent in eine Cloud übertragen.
Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von klassischen Automatisierungsprojekten zur Visualisierung, Überwachung und Steuerung von Maschinen und Anlagen bis hin zu Cloud-basierten Industrial-Internet-of-Things-Lösungen für standort- übergreifende Datenanalysen oder Predictive Maintenance. „Mit der zunehmenden Digitalisierung in der Industrie und dem Verschmelzen der bisher getrennten Welten OT und IT ergeben sich für uns teils völlig neue Anwendungsszenarien. Was früher nur eine Idee war, kann jetzt Wirklichkeit werden – zum Beispiel Smart Cities. Unsere Software ist mit den Herausforderungen in der Industrie gewachsen und darum heute bestens gerüstet für die Zukunft der Automation“, erklärt Punzenberger stolz die Entwicklung.