Fachkräfte-Serie, Teil 2
Talente finden, die nicht suchen

Von Jan-Niklas Hustedt 5 min Lesedauer

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Mit gezieltem Research und persönlicher Ansprache erreichen Unternehmen Menschen, die perfekt passen, aber nicht auf klassische Anzeigen reagieren.

Wer Talente, die nicht auf Stellensuche sind, fürs eigene Unternehmen gewinnen will, sollte langfristig auf persönliche, authentische Nähe mit ehrlicher, transparenter Kommunikation setzen. (Bild: ©  Sector30 - stock.adobe.com)
Wer Talente, die nicht auf Stellensuche sind, fürs eigene Unternehmen gewinnen will, sollte langfristig auf persönliche, authentische Nähe mit ehrlicher, transparenter Kommunikation setzen.
(Bild: © Sector30 - stock.adobe.com)

Digitale Jobbörsen laufen heiß, Social-Media-Plattformen quellen beinah über vor Anzeigen, und doch bleiben viele Schlüsselpositionen immer noch unbesetzt. Fachkräfte durchforsten nicht immer aktiv den Markt, oft sitzen sie sicher in einem Arbeitsverhältnis, zufrieden mit Gehalt und Umfeld oder zumindest nicht unzufrieden genug, um zu wechseln. Genau dort eröffnet sich ein Raum für Unternehmen, die sich nicht auf den Zufall verlassen, sondern Talente gezielt identifizieren und ansprechen. So kann eine unbesetzte Stelle erhebliche Kosten verursachen und sich schnell auch auf ein gesamtes Jahresgehalt summieren. Dann hätte sich eine professionelle Vermittlung längst gerechnet. Dies macht deutlich: Absichtsloses Abwarten trägt Kosten, die unter bestimmten Bedingungen höher ausfallen als der Einsatz externer Expertise.

Zielsicher statt Gießkanne

Statt auf Massenkommunikation zu setzen, lohnt sich in solchen Fällen die maßgeschneiderte Direktansprache. Wer sich im Active Sourcing bewegt, taucht tiefer ein: Lebensläufe, Karriereschritte, digitale Spuren und Netzwerke liefern wertvolle Hinweise. So lassen sich Menschen finden, die fachlich überzeugen und zugleich zur Kultur des Unternehmens passen. Reine Datenbanken greifen währenddessen noch zu kurz und entscheidend bleibt die Fähigkeit, Informationen intelligent zu verknüpfen und daraus belastbare Profile zu entwickeln. Gerade weil diese Aufgaben komplex, zeitintensiv und rechtlich sensibel ausfallen, gilt: Unternehmen sollten Active Sourcing nicht leichtfertig selbst betreiben. Fehltritte – etwa unprofessionelle Ansprache oder unklare Datenschutzprozesse – riskieren den guten Ruf. Sinnvoller erscheint der Rückgriff auf externe Unterstützung, die den Suchprozess systematisch strukturiert, den Aufwand verringert und gleichzeitig professionell absichert. Dabei fordert gezieltes Research jedoch Geduld. Fachliche Karrieren, Karriereerfahrungen und persönliche Motivation ergeben schlussendlich ein Gesamtbild, das weit mehr als Stichwortsuche umfasst. Ein Controller, der mehrfach komplexe Transformationsprozesse begleitet hat, zeigt eine andere Eignung als jemand, der ausschließlich im Tagesgeschäft agiert. Erst der differenzierte Blick auf solche Details eröffnet die Möglichkeit, wirklich passende Kandidatinnen und Kandidaten zu entdecken.