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Elektromotor

Treppensteigen leicht gemacht für Rollstuhlfahrer

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Selbstbalancierend, wie mit einem Segway fahren

Nach einem Jahr Entwicklungszeit sieht das Ergebnis wie folgt aus: Der Rollstuhlfahrer nähert sich einer Treppe und wählt mittels Touchscreen die entsprechende Funktion. Der Stuhl misst über Sensoren und Kameras die Neigung der Treppe und fährt diese automatisch rückwärts an. Die Raupen senken sich. Sie beginnen sich zu drehen und fahren die Treppe mit einer Sekunde pro Stufe hoch. Der Fahrer bleibt derweil immer in gerader Position. Sobald die Sensoren das Ende der Treppe erkennen, fahren Stützräder aus. So kann der Stuhl nicht kippen. Danach heben sich die Raupen und der Stuhl ist erneut auf zwei Rädern, selbstbalancierend, unterwegs. Die Räder und ebenso die Raupen sind mit zwei Maxon Elektromotoren versehen, die als Antriebe funktionieren. Zum Einsatz kommen bürstenlose DC-Motoren in Kombination mit Keramikgetrieben. Auf Keramik wird gesetzt, wenn auf die Bauteile hohe Kräfte wirken, die Getriebe aber trotzdem lange halten sollen. „Über die Jahrzehnte haben wir unsere Motoren perfektioniert“, erklärt Eugen Elmiger, CEO von Maxon. Er hat dem Studententeam die Antriebe von Maxon zur Verfügung gestellt und unterstützt den Cybathlon als Sponsor und Partner. „Die Motoren-Getriebe-Kombination ist stark, präzise, leise und mit je 3,2 kg relativ leicht. Die Maxon Ingenieure haben uns zudem kompetent beraten“, sagt Gomes. Die Studierenden zeigen sich mit ihrer Arbeit zufrieden. „Gute Teamarbeit war der Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Gomes. Zudem bekamen sie viele Hinweise von Menschen mit einer Gehbehinderung, beispielsweise einen Gurt einzubauen oder den Sitz leicht nach hinten zu neigen, damit der Fahrer nicht nach vorn rutscht. „Uns wären solche Punkte gar nicht eingefallen“, gibt Gomes zu.

Nach der Teilnahme am Cybathlon wollen die jungen Tüftler weiter an ihrer Entwicklung arbeiten. Es steht bei den angehenden Ingenieuren sogar die Idee einer Startup-Gründung im Raum. Denn die Studierenden möchten den Scalevo-Rollstuhl mit seiner eingebauten Raupe bald auf den Markt bringen. Und wer weiß, vielleicht ist es bald für Rollstuhlfahrer ganz normal, Treppen hoch- und herunterzufahren – ohne fremde Hilfe.

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