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Elektromotor

Treppensteigen leicht gemacht für Rollstuhlfahrer

| Autor: Sariana Kunze

Ein Rollstuhl, der Treppen steigen kann, könnte das Fortbewegungsmittel der Zukunft für Gehbehinderte sein. Studierende der ETH Zürich haben diese Vision Realität werden lassen und mit Hilfe von Elektromotoren den Scalevo-Rollstuhl entwickelt.

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Mit dem Scalevo-Rollstuhl stellen Treppenstufen für gehbehinderte Menschen kein Hindernis mehr dar.
Mit dem Scalevo-Rollstuhl stellen Treppenstufen für gehbehinderte Menschen kein Hindernis mehr dar.
( Bild: Scalevo )

Was bei den Paralympics nicht erlaubt ist, ist bei dem ersten Cybathlon sogar ein Muss: Der Einsatz modernster Technik. Bei diesem neuen Duell geht es nicht wie bei den paralympischen Spielen um die sportliche Höchstleistung, sondern um die optimale Verbindung von alltagstauglichen robotischen Hilfsmitteln für Menschen mit einem Handicap. Anfang Oktober stellten sich 74 Athleten aus 25 Ländern bei dem ersten Cybathlon in Zürich dem bionischen Kräftemessen. Unterstützt wurden die Teilnehmer von den beteiligten Wissenschaftlern und Unternehmen, die gemeinsam an der Verfeinerung der Technik feilten. „Die Vorbereitungen zum Cybathlon haben uns allen die Augen für die Bedürfnisse von Menschen geöffnet, die körperlich eingeschränkt sind“, resümiert der Initiator Robert Riener, Professor für Sensomotorische System an der ETH Zürich. Auch ein Studententeam von Prof. Riener trat beim Cybathlon mit einer ganz speziellen Entwicklung an: einem elektrischen Rollstuhl, der Treppen steigen kann.

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Vom Roboter zum elektrischen Rollstuhl

Zehn Schweizer Studierende der ETH Zürich haben sich das Ziel gesetzt, querschnittsgelähmten Menschen eine barrierefreie Zukunft zu ermöglichen. Kein Hindernis soll mehr die Bewegungsfreiheit von Rollstuhlfahrern einschränken. Deshalb haben die angehenden Ingenieure einen neuen Typ Rollstuhl entwickelt. Ihren ersten gehbehinderten Testfahrer konnten die Studenten mit dem Scalevo-Rollstuhl sofort überzeugen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die ersten Feedbacks von weiteren gehbehinderten Menschen fielen weltweit positiv aus. „Viele Leute möchten unseren Rollstuhl schon jetzt kaufen“, sagt Carlos Gomes, Maschi- neningenieur an der ETH Zürich. Gomes hat den Scalevo-Rollstuhl, der Treppen rückwärts auf zwei Raupen hochfahren kann, mitentwickelt. Ursprünglich sollte der Rollstuhl nur ein Roboter werden, der Treppen steigen kann. Doch die Studenten wurden von ihrem Professor ermutigt, einen Schritt weiter zu gehen und etwas zu entwickeln, das Gehbehinderten den Alltag erleichtern könnte. Und so begannen acht Ingenieure der ETH Zürich im Sommer 2014 mit der Entwicklung eines treppensteigenden Rollstuhls. Dieser sollte wendig sein, einfach zu bedienen – und vor allem sicher. Für die Optik holten die Studenten noch Verstärkung ins Team: zwei Industriedesign-Studierende der Zürcher Hochschule der Künste. Das Grundprinzip war schnell gefunden. Der Rollstuhl sollte im Normalbetrieb auf zwei Rädern fahren, wie ein Segway. Die Treppen wollte man dagegen mit Raupen überwinden, die sich ein- und ausfahren lassen. Da der Rollstuhl, mit dem Namen Scalevo, zwei Fortbewegungsprinzipien vereint, gilt er als Hybridstuhl.

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Über den Autor

Sariana Kunze

Sariana Kunze

Redakteurin online/print bei elektrotechnik AUTOMATISIERUNG, elektrotechnik