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TU München TUM.Energy startet mit neuem Lehrstuhl für Windenergie durch

| Redakteur: Sariana Kunze

Mit dem neu geschaffenen Lehrstuhl für Windenergie vernetzt die Technische Universität München (TUM) ihre Forschungsaktivitäten im Bereich Windenergie. Für die Professur konnte der Experte Carlo Bottasso von der Technischen Universität Mailand gewonnen werden.

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Ein Rotorblatt der neuesten Generation von General Electrics besucht den Campus Garching anlässlich eines wissenschaftlichen Symposiums zum Thema Windkraft.
Ein Rotorblatt der neuesten Generation von General Electrics besucht den Campus Garching anlässlich eines wissenschaftlichen Symposiums zum Thema Windkraft.
(Andreas Heddergott / TUM)

Während die Windenergie im norddeutschen Flachland einfach auszubauen war und der kontinuierliche, kräftige Wind hohe Erträge bringt, ist der Ausbau in Bundesländern wie Bayern sehr viel schwieriger. Um auch Standorte mit schwächerem Wind erschließen zu können, werden technisch effizientere Anlagen gebraucht. Für bergiges Gelände müssen neue Regelkonzepte entwickelt werden, weil die Winde hier stark fluktuieren.

30 Lehrstühle beschäftigen sich mit der Windenergie

Mehr als 30 Lehrstühle verschiedener Fakultäten der TU München sind im Bereich der Windenergie tätig. Die Projekte reichen von der Optimierung der Aerodynamik über die mathematische Modellierung von Starkwindrisiken bis hin zur zerstörungsfreien Prüfung von Turm und Rotorblättern. Landschaftsarchitekten erforschen die harmonische Integration von Windenergieanlagen in die Kulturlandschaft, Maschinenbauingenieure arbeiten an der Verlustminimierung der Getriebe, Elektroingenieure an der Optimierung der Regelungstechnik.

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„Meine wissenschaftlichen Wurzeln liegen in der Hubschraubertechnologie. Von da ist der Weg zur Windkraft nicht weit“, sagt Professor Carlo Bottasso, der zuvor an der Politecnico di Milano (Technische Universität Mailand) tätig war. „Aber während es für Hubschrauber eine Vielzahl denkbarer Anwendungen und Einsatzfelder gibt, dominiert bei der Windkraft letztlich nur ein Ziel: so kosteneffizient wie möglich Strom zu erzeugen.“ Sein wichtigstes Ziel ist nun zunächst einmal, die verschiedenen vorhandenen Expertisen und Kooperationen zusammen zu führen und ein starkes Netzwerk aus internen und externen Experten.

Studenten und Bürger für die Windenergie gewinnen

Angesiedelt ist die Windenergieforschung im Bereich „Regenerative Energien“ der Forschungsinitiative TUM.Energy, koordiniert in der Munich School of Engineering (MSE), einem sogenannten Integrativen Forschungszentrum der TU München. Hier bestehen Verknüpfungen mit angrenzenden Themen wie neue Materialien, Einbindung ins Stromnetz, Energiespeicherung und viele mehr. Aber auch für das neu gegründete Munich Center for Technology in Society (MCTS) ist Windenergie ein Thema, denn auch die Bürger der entsprechenden Regionen müssen für einen weiteren Ausbau der Windenergie gewonnen werden.

Weitere Vernetzungen bestehen mit dem Forschungsprogramm „Energy Valley Bavaria“, in das das Wissenschaftsministerium in den kommenden Jahren zehn Millionen Euro investieren will, sowie mit dem Windenergieforschungsnetzwerk Süd (WindForS). Hier setzt sich die TU München zusammen mit weiteren süddeutschen Universitäten und Forschungsinstitutionen für die Einrichtung eines Windenergieanlagen-Testfeldes ein.

Auch neue Firmenausgründungen der TUM arbeiten im Bereich der Windenergie: So entwickelt das Unternehmen fos4X faseroptische Sensoren zur Lastüberwachung von Rotorblättern; die Ascending Technologies GmbH stellt Minihubschrauber her, die unter anderem zur optischen Inspektion von Rotorblättern eingesetzt werden.

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