Kreativtechniken

Vergiss Brainstorming: So können Ideen gezielt sprudeln

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Fragen: unbekanntes Terrain erkunden

Eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Kreativtechnik ist das Stellen von „Unbekannt“-Fragen. Die Mitdenker werden z.B. aufgefordert, in fünf Minuten alles aufzuschreiben, was sie nicht über das Thema wissen – und zwar in Frageform. Vielleicht verbergen sich dahinter genau die Knackpunkte, die der Lösung des Problems im Wege stehen. Auch hier gilt: Das Beantworten von Unbekannt-Fragen sollte mit Kreativtechniken kombiniert werden – z.B. dem Perspektivenwechsel. Diese Fragen können beispielsweise gestellt werden:

  • „Was weiß ein Techniker nicht über dieses Thema?“ Oder:
  • „Welche Fragen stellt sich der Schichtleiter, wenn er ...? Auf welche Fragen sucht er dann Antworten?“

Ebenenwechsel: Geistig abheben

Beim Ebenenwechsel geht es darum, schnell von der konkreten auf die abstrakte Ebene und wieder zurück zu wechseln. Ein Beispiel: Es wird nach einem neuen Anwendungsgebiet für eine Simulationssoftware gesucht, um sich neue Kundengruppen zu erschließen. Wer wissen möchte, wozu die Software mit geringen Anpassungen noch genutzt werden könnte, wechselt zunächst auf die abstrakte Ebene: „Eine Simulationssoftware hilft Menschen dabei, mittels mathematischer Modelle das Verhalten eines tatsächlichen Phänomens nachzustellen.“ Danach wechseln Sie wieder zurück auf die konkrete Ebene: „Was kann oder muss simuliert werden?“ Die Kreativtechnik des Ebenenwechsels empfiehlt sich, wenn vorhandene Lösungen auf neue Anwendungsgebiete übertragen werden sollen. Oder: Die Antwort ist schon definiert, aber das passende Problem muss noch gefunden werden. Dann empfiehlt es sich, sich vorzustellen, dass jemand genau nach dieser Lösung gesucht hat. Und zu fragen: Wer könnte dies sein? Und: Wie lautet sein Problem?

Lotteriemethode: Der Zufall regiert

Bei dem Inspirationslotto handelt es sich um eine verrückte Methode zur Ideensuche. Mit dieser Technik lassen sich ausgefallene und oftmals unkonventionelle Ideen mit viel Spaß entwickeln. So funktioniert es: Das Kreativteam wird in Zweiergruppen aufgeteilt und es werden wahllose Begriffe in den Raum geworfen: Bergbahn, Strom, Bier. Die Teams sollen dann anschließend binnen 60 Sekunden z.B. eine Idee für eine Verkaufsaktion generieren, die im weitesten Sinne etwas mit der Ausgangsfrage und Zufallsinspiration zu tun hat. Diese Methode ist praktisch eher schwierig zu beschreiben. Sie sollte einfach ausprobiert werden, am Besten am Ende eines Kreativmeetings oder zwischendurch. Diese Technik lockert alle Teilnehmer auf, Blockaden können so gelöst werden und Ideen zum sprudeln gebracht werden.

* *Jens-Uwe Meyer, Geschäftsführer, Ideeologen – Gesellschaft für neue Ideen GmbH

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