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Einfachheit setzt meist sehr viel strukturelle Arbeit voraus, in diesem Fall auch?
Tatsächlich war das Projekt ein großer Treiber der Standardisierung, sowohl auf der Produkt- und Datenseite, also auch sprachlich. So mussten wir erst einmal eine einheitliche Beschreibung von Begriffen wie Höhe, Breite, Tiefe, Länge oder auch Farben herstellen. Ein Beispiel? In der Entwicklung liegt die Tragschiene typischerweise auf dem Schreibtisch, beim Kunden hängt sie im Schaltschrank, er hat damit also ein anderes Verständnis von der Höhe, sie gibt bei ihm eine andere Dimension an. Im Katalog ist das nicht schlimm, da leistet eine Skizze daneben Aufschluss. Aber in einer Software, in der nicht alles nebeneinandersteht, muss man standardisieren. Und das führt dann auch zu einem stärkeren gemeinsamen Wording.
Gab es Hürden in der Umsetzung – oder Überraschungseffekte?
Weniger in der Software-Entwicklung als in der Digitalisierung des komplexen Produkt-Wissens. Es steht ja schon sehr viel in unseren Katalogen, aber viel Wissen findet sich fast ausschließlich in den Köpfen der Produktexperten. Erfahrungswissen beispielsweise, manche Reihenklemmen eignen sich für die Applikation besser als andere oder welche Produkte untereinander kompatibel sind. Als Kunde aber muss man schon sehr tief in einen Katalog einsteigen, um solche Infos herauszufinden. Im Configurator haben wir all dieses Wissen zusammengeführt.
Sie haben also auch das Erfahrungswissen der Mitarbeiter von Weidmüller eingearbeitet?
Und dabei haben wir einige Aha-Effekte erlebt. Wie viel Wissen über unsere Produkte in den Köpfen gesammelt und nirgends niedergeschrieben ist! Das steckt jetzt alles im Configurator, und zwar nicht nur als Datenbank, sondern auch als konzeptionelles Wissen.
Und von diesem konzeptionellen Ansatz profitieren die Ingenieure dann konkret im Engineering-Prozess?
Eindeutig. Der Configurator ist wichtig für das Betrachten des gesamten Produktlebenszyklus‘ des Schaltschranks. Das gelingt, weil er die Phasen Planen, Installieren und Betrieben konzeptionell verknüpft. Er unterstützt als den Gesamtprozess und nicht nur einzelne Schritte.
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