Anbieter zum Thema
Bündelverseilte oder lagenverseilte Leitungen
Hinsichtlich des Biegeradius der Leitungen gilt: Je größer der Mindestbiegeradius einer Leitung, desto größer ist der Platzbedarf der Führungskette in der Maschine. Daneben spielt aber auch der physikalische Aufbau eine Rolle, wobei sich zwei Verseiltechniken etabliert haben:
Lagenverseilung (Adern in konzentrischen Lagen um die Leitungsachse platziert)
Bündelverseilung (mehrere Adern in Bündeln zusammengefasst und mit anderen Bündeln um die Leitungsachse verseilt).
Als Vorteile lagenverseilter Leitungen gelten geringere Außendurchmesser – man benötigt weniger Platz, was durchaus zur Auswahl einer kleineren Kette führen kann. „Denn die Auswahl der Führungsketten muss entsprechend den Erfordernissen der benötigten Leitungen erfolgen und nicht umgekehrt“, betont Lucas Kehl.
Bündelverseilte Leitungen sind dafür beständiger gegenüber Torsionsbelastungen. „Was die Lebensdauer betrifft, haben sich nach zahlreichen Tests im eigenen Prüflabor keine nennenswerten Unterschiede der beiden Verseiltechniken herauskristallisiert.“
Testen, testen, testen
Insgesamt sei zu beachten, das System Energieführung als Ganzes zu betrachten und die einzelnen Komponenten genau aufeinander abzustimmen. Nicht nur Materialien, Konstruktion und Produktionstechnik der Leitungen spielen eine Rolle, sondern ebenso das Zusammenspiel mit den anderen Komponenten, vor allem der Energiekette.
Um sicher gehen zu können, dass bei Neuentwicklungen dieses Zusammenspiel auch funktioniert, sind umfassende Tests und Qualifizierungsprüfungen notwendig.
„So zeigte sich zum Beispiel in der Erprobung der Servomotorleitung Ölflex Servo FD 796 CP schnell, dass bei weitem nicht alle Energieketten für die Anforderungen hochdynamischer Anwendungen geeignet sind“, zeigt Lucas Kehl auf.
Um Beschädigungen an Leitung und Kette zu vermeiden, empfiehlt er Ketten mit Rahmenstegen oder Lochstegen aus Aluminium, „denn bei diesen gibt es die geringsten unerwünschten Interaktionen zwischen Kette und Leitung.“ Natürlich müssen auch die Trennstege für die hohen Beschleunigungen ausgelegt sein. „Sind diese Bedingungen erfüllt, dann liegt die Lebensdauererwartung von Energieführungssystemen auch bei höchsten Anforderungen auf dem Niveau herkömmlicher, weniger performanter Systeme - das haben wir in zahlreichen Tests auf unseren Prüfständen festgestellt, und die Praxis unserer Kunden bestätigt die Laborergebnisse.“
Für den Fachmann ist ein Ende der Weiterentwicklung nicht in Sicht, er erkennt vielmehr noch Optimierungspotential. „Der Maschinenbau wird auch dies zur weiteren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit seiner Produkte dankend annehmen.“
SPS IPC Drives: Halle 6, Stand 451
(ID:36118870)