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Ertrags- und Finanzlage der Lapp-Gruppe

Mit einem Ergebnis von 45,7 Mio. Euro vor Steuern (Vorjahr 10,6 Mio. Euro) hat die Lapp Gruppe annähernd das Ergebnis des Geschäftsjahres vor der Krise 2007/2008 erreicht. Durch Strukturanpassungen konnten die Personal- und Sachkosten in Verhältnis zum Umsatz von 42 auf 36 Prozent gesenkt werden. Dagegen hat sich der Kupferpreis kontinuierlich nach oben entwickelt. Im Oktober 2009 lag die durchschnittliche DEL-Notierung bei 433 Euro/100 kg. Erklärung: DEL ist die Abkürzung für Deutsche Elektrolyt-Kupfer-Notierung für Leitmaterial. Dabei handelt es sich um eine börsenabhängige Preisangabe für Kupfer – eine wichtige Kenngröße zur Berechnung des tagesaktuellen Preises. Zum Ende des Geschäftsjahres lag der Preis bei 602 Euro/100 kg. Im vergangenen Januar stieg er sogar auf 710 Euro/100 kg. Die Eigenkapitalquote des Familienunternehmens liegt bei 48 Prozent. Die Netto-Bankverbindlichkeiten haben sich auf „0“ reduziert und werden erstmalig auf Guthabenbasis ausgewiesen.
Umfangreiches Investitionsprogramm gestartet
Um der gestiegenen Nachfrage Rechnung zu tragen und die Qualität der Markenprodukte nachhaltig zu sichern, hat die Stuttgarter Lapp-Gruppe im Geschäftsjahr 2009/2010 ein umfangreiches weltweites Investitionsprogramm gestartet. Allein im Berichtsjahr wurden 12 Mio. Euro investiert. Hier lag der Schwerpunkt auf den Produktionswerken in der Schweiz, in Indien, Korea und Frankreich. Auch im laufenden Geschäftsjahr wird weiter investiert und strategisch ausgebaut.
Die wichtigsten Projekte:
Am Standort Diessenhofen in der Schweiz werden die Produktionskapazitäten im Bereich der Spritzgusstechnik verdoppelt. Für Erweiterungsbau, neue Werkzeuge und Montagekapazitäten sind rund fünf Mio. Euro vorgesehen. Richtfest war vor wenigen Tagen.
- In Ludwigsburg entsteht für rund 36 Mio. Euro ein neues Logistik- und Dienstleistungszentrum mit insgesamt 30.000 Quadratmetern Fläche, 30 LKW-Laderampen und einem Verwaltungsgebäude. Fertigstellung im August 2011.
- Wegen der weltweit großen Nachfrage nach den Photovoltaik-Produkten wurde das Werk in Korea erweitert. Eine zweite Produktionslinie für Ölflex-Solar-Leitungen und Maschinen für die Produktion des Epic-Solar-4-Thin-Steckers erhöhen die Kapazität um rund 25 Prozent. Die Mitarbeiter von Lapp Korea arbeiten dort im Drei-Schicht-Betrieb.
- In Südafrika hat sich die Lapp Gruppe am langjährigen Partnerunternehmen Cosy Care beteiligt. Das neue Gemeinschaftsunternehmen heißt Lapp Southern Africa. Damit soll der südafrikanische Raum vertrieblich besser erschlossen werden.
- Auch in Indonesien wird der strategische Ausbau weiter vorangetrieben. Bisher wurde die Region nur vertrieblich erschlossen. Ab sofort wird dort auch produziert. Deshalb hat sich die Lapp-Gruppe über ihr Joint-Venture-Unternehmen JJ-Lapp Kabel mit 70 Prozent an der Firma Sinarmonas beteiligt. Vorstand Siegbert Lapp: „Wir sind davon überzeugt, dass Indonesien innerhalb Asiens zu den wichtigsten Wachstumsmärkten gehört und sehen in dieser Region für Lapp enormes Entwicklungspotential.“
Prozess-Optimierung und Innovationen
Die Lapp-Gruppe hat die Krise gut genutzt und Schritt für Schritt das „Lapp Operation System“ eingeführt, um nachhaltig alle Prozesse effizienter zu gestalten und um die Produktivität in allen Bereichen zu verbessern. Angefangen wurde in den weltweiten Produktionswerken, wo alle Mitarbeiter regelmäßig an Lean-Workshops teilnehmen. Dadurch wurden allein in der Produktion die Volumina um rund 10 Prozent erhöht und die Flexibilität deutlich gesteigert. Vorstand Siegbert Lapp: „Dank der neuen Lean-Methodik konnten wir nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit am Markt sichern. Auch bei unseren Mitarbeitern haben wir mit unseren Workshops das verantwortliche Denken und die Motivation gesteigert.“
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