18. bis 22. September 2012: AMB, internationale Ausstellung für Metallbearbeitung

Werkzeugmaschinen-Hersteller punkten mit Hybridtechnologien, Modulbauweise und Automatisierung

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Energieeffizienz steht im Pflichtenheft

Wie reagieren die AMB-Aussteller auf die aktuellen Entwicklungen? Beim VDW sieht man unverändert die Megathemen der vergangenen Jahre wie Energie- und Ressourceneffizienz, Produktivitätssteigerung, Life-Cycle Performance, Qualitätssicherung und Bedienerfreundlichkeit auf der Agenda.

Entsprechend gut entwickle sich auch die Blue-Competence-Intiative des VDMA Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Dr. Schäfer: „Mittlerweile haben sich 28 Fachverbände angeschlossen, 241 Firmen haben den Vertrag als Alliance Member unterzeichnet.“

Zudem hat der europäische Werkzeugmaschinenverband CECIMO zu Beginn des Jahres die Federführung für die Werkzeugmaschinenbranche in Europa übernommen, sechs nationale Verbände haben sich bereits angeschlossen. Der VDW stellt ‚Blue Competence‘ in den Mittelpunkt seines eigenen Messeauftritts auf der AMB 2012 in Halle 7, Stand 7D51.

„Diese Initiative hat klar signalisiert, dass der deutsche Werkzeugmaschinenbau Vorreiter in Richtung Energieeffizienz ist“, lobt auch Prof. Dr.-Ing. Eberhard Abele, Leiter des Instituts für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt, das selbst mit der ‚Innovationstour Metallbearbeitung‘ auf der AMB 2012 in Halle 5, Stand 5D32, vertreten sein wird. Abele: „Die Initiative hat auch bewirkt, dass bei vielen Abnehmern das Denken in Richtung energieeffiziente Werkzeugmaschinen heute wesentlich ausgeprägter ist als dies früher der Fall war.“

Zahlreiche Kunden, insbesondere aus der Kraftfahrzeugindustrie, hätten das Thema Energieeffizienz in ihre Pflichtenhefte aufgenommen. Ein typisches Beispiel ist Niles Simmons Industrieanlagen. Micaela Schönherr: „Bei der neuen N30-Baugröße unserer CNC-Schrägbett-Drehmaschinen der N-Baureihe, die wir auf der AMB 2012 in Halle 5, Stand 5C76, vorstellen, erzielen wir durch Leichtbauwerkstoffe, eine gezielten Energiezufuhr und eine kundenindividuelle Maschinenauslegung erhebliche Energieeinsparungsquoten.“

Bearbeitung von Verbundmaterialien nimmt zu

Die wesentlichen technologischen Herausforderungen sieht Prof. Abele im Bereich der kostengünstigen und zuverlässigen Bearbeitung neuer Werkstoffe und Produkte. „Die nächsten Jahre werden im Luftfahrtbereich durch Verbundmaterialien, aber auch durch die Zunahme von Titanwerkstoffen gekennzeichnet sein. Die Bearbeitung dieser Werkstoffe erfordert neue Werkzeugtechnologien, insbesondere auch neue Werkzeugmaschinenkonfigurationen, die für die Bearbeitung dieser Materialien optimiert worden sind.“

Ein weiterer bestimmender Trend sei die Integration verschiedener Fertigungsverfahren. Abele sieht hierdurch gleich mehrere Verbesserungsmöglichkeiten: „Der Rüst- und Einrichtungsaufwand wird reduziert, Produktionszeiten verkürzen sich und Fehlerpotenziale werden verringert; das liefert einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung der Stückkosten.“ Dies spiegele sich auch in den Fragen wider, mit denen sich die Industrie immer wieder ans PTW wende: „Letztlich geht es immer um Produktivität und Qualität eines Zerspanungsprozesses, zum einen, um fertigungstechnologische Aspekte wie die Gestaltung von Werkzeugen und Fertigungsverfahren, zum anderen um neue Spindelentwicklungen und den Einsatz von Industrierobotern für einfachere Bearbeitungsaufgaben.“

Lösungen für Komplett- und Hartbearbeitung

Die Einschätzung aus der Wissenschaft wird bestätigt durch die Stimmen der Aussteller. So wird Emco unter anderem die Hyperturn-Maschinenbaureihe für die Komplettbearbeitung komplexer Werkstücke und eine überarbeitete Version des 5-Achs-Bearbeitungszentrum Linearmill 600 in den Mittelpunkt des Messeauftritts in Halle 5, Stand 5B34, stellen.

Auch für MAG-IAS bildet die Technologieintegration einen Schwerpunkt des Messeprogramms in Halle 5, Stand 5A11. Martin Winterstein: „Durch die Kombination komplementärer Bearbeitungstechnologien auf einer Maschinenplattform schaffen wir einen Mehrwert für unsere Kunden.“ Als Beispiele nennt Winterstein das Honen auf Fräszentren oder das hauptzeitparallele Anfasen, Entgraten und Bohren auf Wälzfräsmaschinen. Außerdem werde man die Kompetenz als Lösungsanbieter inklusive hoch entwickelter Technologien, Prozess- und Anlagen-Knowhow betonen.

„Multitasking“, also die Kombination verschiedenster Bearbeitungstechnologien und Prozesse auf Basis von Standardmaschinen, lautet auch die Zauberformel bei Heller. Heller-Chef Klaus Winkler: „Wir beobachten aktuell den Trend zu sogenannten Multitasking-Maschinen und -Anlagen, wobei die Verwendung von flexiblen Standardprodukten kostengünstige Lösungen erlaubt.“ Ein aktuelles Beispiel zeigt Heller während der AMB 2012 auf Stand 5B55 in Halle 5 mit der neuen CP 8000 aus der Baureihe C für die Fräs-Drehbearbeitung, die über einen Arbeitsraum von 1250x1200x1400 mm verfügt.

Auf den Werkzeug- und Formenbau konzentriert man sich bei Röders, einem Spezialisten für die HSC-Bearbeitung in Soltau. Deshalb werde man auf der AMB 2012 (Halle 9, Stand 9C 58) die Hartbearbeitung zum Schwerpunkt machen. Daneben „zeigen wir die Fertigung von Zahnrädern in kleinen Serien und Einzelstücken und Automatisierungslösungen für die immer stärker im Fokus stehende Wirtschaftlichkeit, die individuell auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt werden können“, kündigt Vertriebsleiter Dr.-Ing. Oliver Gossel an.

Der Trend zu hochfesten Materialien stellt auch Sägemaschinenhersteller vor ähnliche Herausforderungen wie die Werkzeugmaschinenhersteller. Behringer reagiert zum Beispiel mit „Hochleistungssägetechnik, was für uns bedeutet, nicht nur schwer zerspanbare Materialien trennen zu können, sondern diese auch noch in rasantem Tempo zu zerspanen“, sagt Geschäftsführer Christian Behringer. So lasse sich beispielsweise die Hochleistungssäge HBM540A mit dem Speed-Cutting-Kit (SC-Kit) aufrüsten. Behringer: „Das Ergebnis sind höhere Schnittleistungen, bis zu siebenfach reduzierte Zykluszeiten, ein konstant hoher Spanabtrag, saubere Schnittoberflächen und kurze Reststücke.“

Speziell für das Trennen hochlegierter, wärmebeständiger Stähle mit mehr als 1200 N/mm2 stelle die Tochtergesellschaft Eisele auf dem Behringer-Stand 6B32 in Halle 6 der AMB 2012 zudem die HCS 160 vor. „Sie bildet die ideale Mischung aus vielfach bewährter Sägetechnologie, verbunden mit einem hohen Maß an Variabilität und Anpassungsfähigkeit.“

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