Atlantik Elektronik Wie die Globalisierung Distributoren neue Chancen als Mittler zwischen Hersteller und Anwender eröffnet

Redakteur: Margit Kuther

Die Globalisierung der Dienstleistungen stellt neue Anforderungen an die Supply Chain. Kunden erwarten heute ein weltweites, zentral gesteuertes Projekt- und Partnermanagement. Wie die Distribution hiervon profitieren kann, erläutert Peter Rohrmann, zuständig für das Business Development bei Atlantik Elektronik.

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Kunden erwarten heute ein weltweites, zentral gesteuertes Projekt- und Partnermanagement
Kunden erwarten heute ein weltweites, zentral gesteuertes Projekt- und Partnermanagement
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Globalisierung der Vertriebskanäle hat sowohl bei den Endgeräten, als auch den Zulieferprodukten zu einer verschärften Mitbewerbersituation geführt: kostengünstige Importe – speziell aus Südostasien – überschwemmen die lokalen Märkte und verdrängen lokale Anbieter.

Auswirkungen der Globalisierung

Design- und Produktionsstandort liegen heute nicht mehr an einem Ort, sondern teilweise mehrere tausend Kilometer entfernt. Die Design- und Produktionsverantwortung liegt jetzt in verschiedenen Händen. Der OEM erwartet von seinen Lieferanten die Unterstützung der Entwickler und Produktionspartner an unterschiedlichen Orten weltweit. Damit stehen aufwendige globale Vertragsverhandlungen, komplexe Logistikmodelle und ein anspruchsvolles Partnermanagement zunehmend auf der Tagesordnung.

Unternehmen bedienen sich neben der reinen Auftragsfertigung (EMS) und einer Elektronik (PCB Assembly) auch für andere projektbezogenen Dienstleistungen und Services aus einem breiten internationalen Angebot. Im Vordergrund stehen die Kosten bzw. die Betrachtung der Kosten im Verhältnis zum Resultat. Hier klaffen Theorie und Praxis oft weit auseinander: Qualitätsprobleme in einer fernen Produktionsstätte, Probleme in der Zulieferkette oder die geringe Erfahrung im internationalen Projektmanagement verursachen oft enorme Extrakosten, die die ursprünglich erwarteten Optimierungen verpuffen lassen.

Folgen für die Distribution

Den neuen Herausforderungen sind die Distributionspartner der Hersteller nur dann gewachsen, wenn sie das globale Projektmanagement konsequent in allen Einzelheiten umsetzen können: Sie müssen Lösungs- und Systemanbieter für den Project Owner während der Design-Konzeptionierung sein. Zudem Unterstützung bei der Applikationsentwicklung in der Vorentwicklung bieten und Ansprechpartner bei der Auswahl und Qualifizierung der verschiedenen Kooperationspartner und Bauelementen sein.

Der Distributionspartner muss Kompetenzen und Referenzen in den entsprechenden System- und Applikationsbereichen vorweisen können. Die Auswahl oder Unterstützung bei der Qualifizierung der Contract Manufacturer und Beiträge zur Kommerzialisierung einer Entwicklung werden ebenso vom Partner erwartet wie eine individuelle, globale Logistik und die Qualitätsüberwachung der ausgelagerten Produktion. Ebenso wichtig: ein globales Partnernetzwerk, mit dem der Distributor auf ein breites Knowhow aus unterschiedlichen Technologiebereichen zugreifen kann. Besondere Herausforderungen stellen dabei die Applikations- und Entwicklungsunterstützung dar.

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