Interview zur Industrie 4.0 Standard-Debatte

„Wille zum Kompromiss kann RAMI und IIC zusammenbringen“

| Autor: Sariana Kunze

Am 14. September 2015 stellte der ZVEI in einem Pressegespräch den Schlüssel für die vernetzte Fabrik vor: Die Verwaltungsschale. Was ist das Konzept und der Zweck dieser Schale?

Die Verwaltungsschale ist quasi ein Interface zwischen der Komponente (z.B. Sensor oder Aktor) und der I4.0 Welt. Es ist ein Stück IT, wo alle Daten über den kompletten Lebenszyklus eines Produktes gespeichert werden und auf Service-Anfrage aus der Cloud reagiert wird. Sie bildet also die drei oberen Level des RAMI Modells für die individuelle Komponente ab. Dabei sieht das Modell vor, dass die Verwaltungsschale sowohl innerhalb eines Automatisierungsgeräts mit enthalten ist, sie kann aber auch auf einem beliebigen Rechner in der Cloud liegen. Vor dort würde dann eine I4.0 Anfrage an die zugehörige Komponente beantwortet werden, ohne dass der Anfragende dies bemerken würde. Durch diese Öffnung des Modells können wir auch sehr preiswerte Komponenten in das Schema mit hineinnehmen, für die eine eigene Realisierung der Verwaltungsschale im Gerät ökonomisch nicht sinnvoll ist.

Industrie 4.0 ist schon kein internationaler Begriff, aber durchaus im englischsprachigen Raum les- und sprechbar. Bei Verwaltungsschale wird es allerdings schwierig. Gibt es Ansätze, den Begriff Verwaltungsschale zu internationalisieren?

Die offizielle englische Vokabel ist „administration shell“.

Existiert eine englischsprachige Übersetzung der RAMI40?

Das Kapitel 6 der Umsetzungsstrategie wurde von der VDI/GMA ins Englische übersetzt und liegt auf deren Homepage zum Download bereit.

Software eats the world – warum also nicht die Industrie? Und: Sind wir in Deutschland bei der Software wettbewerbsfähig gegenüber IIC-Unternehmen?

Wir werden sicherlich in unserer Branche noch sehr viel Software-Kompetenz aufbauen müssen, das steht außer Frage. Aber Automatisierung ohne spezifische Automatisierungskomponenten wie Sensoren, Antriebe, Aktoren usw. wird es auch nicht geben. Insofern hängt es davon ab, dass wir die Zusammenarbeit zwischen beiden Branchen anschieben und dauerhaft in Deutschland ansässig machen können.

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