E-CAD und M-CAD wachsen zusammen

Ziel: Integrierter Workflow

09.02.2007 | Autor / Redakteur: Birgit Hagelschuer* / Reinhard Kluger

In den Entwicklungsprozessen des Maschinen- und Anlagenbaus wachsen Elektrotechnik, Steuerungstechnik und Mechanik zusammen: Mechatronische Systeme sind die Zukunft. EPLAN Software & Service untermauert diesen Trend mit neuen Brücken zwischen Elektrotechnik & Mechanik. So lassen sich aus dem Programm Electric P8 Verdrahtungslisten an Inventor übergeben, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch in Sachen Produktdatenmanagement wachsen E- und M-CAD weiter zusammen.

Es gibt sicherlich unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Zukunft des Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbaus aussieht. Außer Frage steht, dass Elektrotechnik und Mechanik noch stärker zusammenwachsen. Das wirkt sich auch auf den Engineering-Prozess aus, und die Anbieter von CAD-Systemen stellen sich darauf ein. Aus der Sicht des führenden Anbieters von CAE-Lösungen heißt das: Neue Software-Generationen müssen nochmals offener für die Anbindung von M-CAD-Systemen sein. Das war eines der Entwicklungsziele für Eplan Electric P8.

Neue Software-Generationen noch offener

Das Ziel ist definiert: Einen integrierten Workflow von der Elektro-, Fluidtechnik und Mechanik bis zur Software-Entwicklung zu gewährleisten und dabei jeweils Systeme mit Benchmark-Qualitäten zusammen zu bringen für wirklich durchgängige Konstruktionsprozesse. Der Nutzen für den Anwender liegt auf der Hand, wie drei Beispiele anschaulich zeigen. Beispiel eins: Vereinfachen der Verkabelung. Was zunächst abstrakt klingt, wird sehr viel deutlicher, wenn man sich die Eigenschaften und Vorteile solcher Lösungen im Detail vergegenwärtigt – zum Beispiel beim Verkabeln. Der Mechanik-Ingenieur sieht hier zunächst Sensoren und Aktoren vor, für die der Elektro-Ingenieur im zweiten Schritt die Verkabelung und Anschaltung plant. Das bereitet in der Praxis oft Abstimmungsprobleme: Der Mechaniker achtet nicht auf die Erreichbarkeit der anzuschaltenden Komponenten, sodass der Elektro-Ingenieur zusätzliche Arbeit investieren muss, und der Kabelkonfektionierer hat dann oft immer noch Schwierigkeiten, das Ganze umzusetzen.

Einfachere Abläufe

Diesen Ablauf kann man jetzt wesentlich vereinfachen: Mit der 3D-Cabling-Funktion lassen sich Verdrahtungslisten direkt aus EPLAN Electric P8 an Autodesk Inventor übergeben. Der Kabelverlauf wird mit Inventor Professional im 3D-Modell gezeichnet; anschließend werden im „Reverse Engineering“ Informationen zu Kabellängen und –durchmessern wiederum an Electric P8 übergeben. So entsteht eine EPLAN-Kabelliste mit exakten Kabellängen, die z.B. an den Kabelkonfektionierer weitergegeben werden kann.

Das ist eine eigentlich ganz unspektakuläre Vorgehensweise, die aber nahezu jedes Maschinenbau-Unternehmen nutzen kann und die sich in der Praxis als höchst funktionell erweist: Man spart nicht nur Zeit in der Entwicklung, sondern verkürzt auch die Produktionszeit, weil man sicher gehen kann, dass die Kabel passen: Vereinfachung der Verkabelung sowohl im Engineering als auch in der Produktion. Damit ist eine Entwicklungsrichtung vorgezeichnet, die ein engeres Zusammenarbeiten von CAE und M-CAD zum Ziel hat.

Engere Zusammenarbeit von CAE und M-CAD

Beispiel zwei zeigt, wie sich Schaltschränke einfacher bestücken lassen. Auch bei der Bestückung von Montageplatten und Schaltschränken bietet die Interaktion von CAE und M-CAD klare Vorteile, die das neue Eplan Cabinet demonstriert. Bereits in einer frühen Phase der Elektrokonstruktion liefert sie realistische Darstellungen des zu fertigenden Schaltschranks und erleichtert durch übersichtliche 2D-Ansichten die Bauteilplatzierung. Im Anschluss werden aus diesen vereinfachten Darstellungen selbsttätig perfekte 3D-Layouts mit vollständigen Fertigungsinformationen erzeugt. Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der Fertigungsintegration. So kann man ohne zusätzlichen Aufwand Bohrschablonen generieren oder die Ansteuerung von Bohr- und Drahtkonfektionierautomaten realisieren.

Ohne zusätzlichen Aufwand

Das dritte Beispiel verdeutlicht den Nutzen, Mechanik- und Elektro-Projektdaten zentral zu verwalten. Durchgängiges Engineering erfordert eine transparente einheitliche Datenhaltung sämtlicher Disziplinen. Mit der neuen EPLAN-Schnittstelle zu Productstream Compass werden sowohl elektrotechnische als auch mechanische Projektdaten zentral verwaltet. Productstream Compass stammt als PDM-Lösung aus der Mechanik und verwaltet Konstruktionsdaten von z.B. Autodesk Inventor.

Grundlage einer perfekt abgestimmten Konstruktion in Automatisierungstechnik und Mechanik ist die einheitliche Verwaltung der Artikel und Stücklisten. Productstream Compass bietet diese zentrale Artikelverwaltung − beide Disziplinen steuern unabhängig voneinander die jeweiligen Artikel- und Stücklisteninformationen bei. Die Informationen werden transparent, die Variantenvielfalt im Unternehmen übersichtlicher. Schnellere Projektierung mit höherer Qualität auf Basis von etablierten Standards ist die Folge. Ein unschlagbarer Vorteil, wenn Projektlaufzeiten immer kürzer werden, gleichzeitig aber die Anforderungen an die Qualität der Projektdokumentation stetig steigen.

Gewerkeübergreifender Workflow auf gemeinsamer Datenbasis

Die EPLAN-Familie basiert auf einer ganz neuen Plattform, bei der die verschiedenen Produkte wie EPLAN Electric P8, EPLAN Fluid (für die Hydraulik- und Pneumatik) und EPLAN PPE (für die EMSR-Technik) wesentliche Module wie Datenbank, Sprachversion, Benutzerrechte und Artikel gemeinsam nutzen. Das bietet den Vorteil, mit einer integrierten Lösung zu arbeiten, die einen gemeinsamen, gewerkeübergreifenden Workflow im Entwicklungsprozess ermöglicht. Der Anwender muss also nicht mehr Daten zwischen verschiedenen Systemen austauschen.

Diesen Vorteil kann man auch bei der Arbeit mit dem bereits erwähnten EPLAN Cabinet nutzen, das ebenfalls auf die zentrale Artikeldatenbank der EPLAN-Plattform zurückgreift. Eine Besonderheit: Die artikelbezogenen Informationen sind zwar zentral verfügbar, aber sie werden dort gepflegt, wo sie benötigt werden. So lassen sich zum Beispiel elektrotechnische Artikeldaten in der Elektrokonstruktion pflegen, während fertigungsrelevante Daten von der Fertigung aktualisiert werden. So haben alle Beteiligten in Entwicklung und Fertigung immer aktuelle und einheitliche Daten zur Verfügung.

Plattform auch für die Software-Entwicklung

Eine wichtige Eigenschaft der neuen EPLAN-Entwicklungsplattform ist ihre Offenheit gegenüber Fremd-Software: Auf bestimmten Standarddiensten dieser Plattform kann man Applikationen einfach „einstöpseln“ − das bietet entscheidende Vorteile z.B. für die Software-Entwicklung, die im Maschinen- und Anlagenbau einen immer größeren Teil der Engineering-Aufgaben ausmacht. Sie kann auf diese Weise ebenfalls in die zentrale E-CAD/ M-CAD-Entwicklungsplattform einer Konstruktionsabteilung oder eines Ingenieurbüros integriert werden. Maschinenbau, Elektrotechnik und Software-Entwicklung sind dabei gleichberechtigte Komponenten eines durchgängigen Engineering-Prozesses mit zentraler Datenbasis.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Strategie von EPLAN zu sehen, in der mechanischen Konstruktion auf Autodesk Inventor zu setzen: Dieses M-CAD System ist nicht nur besonders vielseitig und bietet eine hohe weltweite Marktdurchdringung. Es erlaubt auch, genau wie EPLAN Electric P8, vielfältigen Datenaustausch mit „benachbarten“ Systemen für andere Engineering-Disziplinen.

EPLAN Software & Service, Tel. +49(0)217 3396418

Standpunkt

Hans Hässig, Geschäftsführer EPLAN Software & Service:

„CAE ist unser Kerngeschäft und wir sind unseren tausenden Lizenznehmern verpflichtet. Aber genau diese Verpflichtung treibt uns dazu, die Mechatronik immer stärker ins Visier zu nehmen. Schließlich funktioniert der Workflow nur, wenn alle Disziplinen optimal zusammen spielen. Da auch im klassischen Anlagen- und Maschinenbau mittlerweile die elektronischen Steuerungen einen Großteil an der Gesamtentwicklung ausmachen, sind Maschinenbau, Elektrotechnik und Software-Engineering als weitgehend gleichberechtigte Partner zu betrachten. Zusätzlich ist die datentechnische Integration aller beteiligten, Engineeringsysteme entscheidend, also Elektro-, Fluidtechnik oder Mechanik. Für all diese Disziplinen bieten wir Lösungen, schlagen demnach Brücken vom Einen zum Anderen.

Dabei ist unsere Vision für 2010 folgende: EPLAN your Engineering - das ist unser Motto und das zeigt auch den Weg. Unser Firmen „e“ steht heute für die Elektrotechnik. In 2010 wird das anders sein – das „e“ steht dann für Engineering. Wir entwickeln uns permanent weiter als Lösungsanbieter, der weit über die Softwareentwicklung hinaus denkt und handelt. Customizing, Consulting, Implementierung – immer mit dem Fokus auf unsere Anwender und treuen Kunden, international und nachhaltig – dies wird auch in Zukunft unseren Erfolg ausmachen.“

*Birgit Hagelschuer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, EPLAN Software & Service, Monheim am Rhein.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 198287 / Engineering-Software)