AVT-Kameras identifizieren Wrack Air France-Maschine im Atlantik gefunden

Redakteur: Sariana Kunze

Ein unbemanntes U-Boot lokalisierte am 2. April 2011 mit Hilfe von Allied Vision Technologie Digitalkameras das verschollene Air France Flugzeugwrack in 3.900 m Tiefe. Bei dem Unglücksflug 447 verloren vor zwei Jahren alle 228 Insassen ihr Leben.

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Das erste Bild aus der Tiefe: Die Maschine des Flugs 447 wurde in 3.900 m Tiefe entdeckt <em id="ForP_BFE2CC88-E95C-C313-870CABCD2A8B48BD">Bilder: BEA</em>
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( Archiv: Vogel Business Media )

Knapp zwei Jahre nach dem dramatischen Absturz des Air France Flugs 447 zwischen Rio de Janeiro und Paris hat die französische Ermittlungsbehörde BEA das Wrack des Airbus 330-200 am 2. April 2011 gefunden. Die Reste des Flugzeugs befinden sich in 3.900 m Tiefe, ca. 600 Seemeilen von der brasilianischen Küste entfernt.

Das Flugzeug stürzte am 1. Juni 2009 ab, nachdem es von Rio de Janeiro in Richtung Paris abgeflogen und in einen Sturm geraten war. Die genauen Ursachen der Katastrophe sind bis heute unklar, weil bisher nur einige Teile der Maschine auf der Meeresoberfläche driftend gefunden wurden. Der Großteil des Flugzeugs, darunter auch die wertvollen Flugdatenschreiber, sank auf den Meeresgrund und konnte trotz drei Suchexpeditionen in zwei Jahren nicht lokalisiert werden.

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Mehrere U-Boot-Expeditionen waren nötig

Die vierte und bisher letzte Expedition startete am 22. März 2011. Sie wurde von der Wood Hole Oceanographic Institution (WHOI) im Auftrag der BEA (Bureau d‘ Enquête et d‘ Analyse), der französischen Ermittlungsbehörde, durchgeführt.

Drei Remus 6000 AUVs (Autonomous Underwater Vehicles) wurden eingesetzt, um das Wrack in den Meerestiefen zu suchen. Remus 6000 ist ein unbemanntes, vollautomatisches U-Boot, das von der US-amerikanischen Firma Hydroid Inc. hergestellt wird. Entwickelt wurde es in Zusammenarbeit von dem Naval Oceanographic Office (NAVOCEANO), dem Office of Naval Research und die WHOI, um die Meerestiefen zu erforschen, wo Tiefe und Druck für menschliche Taucher bzw. konventionelle U-Boote unverträglich wären. Remus 6000 kann bis 6.000 m tief tauchen und bis zu 22 Stunden lang vollautomatisch arbeiten. Er wird zum Beispiel für Umweltforschungsmissionen eingesetzt, sammelt wissenschaftliche Proben oder kartografiert den Meeresgrund. Oder er wird zur Lokalisierung und Bergung von verunglückten Fahrzeugen eingesetzt, wie im Fall der Air France Maschine.

Die Tauchroboter durchkämmten den Meeresgrund mit Sonarsensoren und fanden schließlich das Wrack bei knapp 4.000 m unter Meeresspiegel. Dank der eingebauten Pike F-421B Digitalkameras von Allied Vision Technologies konnten sie sofort erste Bilder des Flugzeugs zu den Ermittlern übertragen. Die Pike F-421B ist eine hochwertige FireWire-Kamera für die industrielle und wissenschaftliche Bildverarbeitung. Sie ist mit einem monochromen Kodak CCD-Sensor ausgestattet und liefert eine hohe Bildqualität mit geringem Rauschen.

Ermittlungen im Fall AF447 laufen

Die Entdeckung des Wracks ist ein entscheidender Fortschritt in bisher schleppenden Ermittlungen, um die genaue Ursache des Unfalls zu finden. Die Behörden sind zuversichtlich, die Flugschreiber aus den Trümmern bergen zu können und hoffen, daraus wertvolle Informationen zum Verlauf des Unglücks zu entnehmen. Diese Analyse ist sowohl für Air France als auch für Airbus wichtig, um die Wiederholung einer solchen Katastrophe möglichst zu vermeiden. Auch die Familien der Opfer haben schon zu lange auf eine Erklärung für den Unfall gewartet, der ihre Angehörigen am 1. Juni 2009 das Leben kostete.

Am 8. April 2011 teilte die BEA mit, die fünfte Phase der Ermittelung mit der Bergung der Flugzeugteile und der Flugschreiber einzuleiten. Hierzu wird das Schiff Ile de Sein unter der Leitung der BEA selbst in Kürz aufbrechen.

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