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Auslöseelektronik Auslöseeinheit vereinfacht das Prüfen von Leistungsschaltern

| Redakteur: Gudrun Zehrer

Mit der Plattform Power Xpert Release (PXR) führt Eaton die nächste Generation an Auslöseelektroniken ein. Diese ermöglicht es Technikern, von einem PC aus über eine USB-Verbindung mit der Auslöseelektronik zu interagieren. Die kostenlose Software Power Xpert Protection Manager (PXPM) erlaubt dabei eine komfortable und selbsterklärende Bedienung.

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(Eaton)

Eaton integriert die neue Technologie nun in seine offenen Leistungsschalter der Serie IZMX und bietet Anwendern somit die Möglichkeit, auf einfache Weise auf Informationen des Schaltgeräts zuzugreifen, Einstellungen vorzunehmen oder die Schutzfunktionen professioneller zu überprüfen.

Überprüfung der Schutzfunktionen im Fehlerfall

Um Ausfallzeiten zu vermeiden, werden Leistungsschalter, die in industriellen Energieversorgungssystemen zum Einsatz kommen, von Endanwendern gerne regelmäßig daraufhin überprüft, dass ihr zuverlässiger Betrieb gewährleistet ist. Hierzu gehört die Überprüfung der Schutzfunktionen im Fehlerfall. Die von Eaton entwickelte Lösung bestehend aus Hard- und Software ermöglicht es, alle vom Kunden eingestellten Schutzparameter, aber auch die Funktion der internen Wandler sowie die korrekte Verbindung zur Auslöseelektronik zu testen. Darüber hinaus lassen sich beliebige Ströme simulieren sowie die Auslösezeit mit der eingestellten Auslösekurve automatisch vergleichen. Alle Prüfergebnisse werden in einem Prüfprotokoll dokumentiert und können mit Zeitstempel versehen gespeichert und ausgedruckt werden.

Elektronisch erstellter, kundenspezifischer Prüfbericht

„Unsere Plattform PXR wurde auf Wunsch vieler Kunden entwickelt, die mit der betriebsinternen Pflicht einer regelmäßigen Überprüfung und Dokumentation ihrer Elektroanlage eine professionelle Lösung suchten“, so Ralf Nikolic, Produktmanager ACB bei Eaton. „Denn bisher wurden die Testdaten in der Regel händisch in Prüfprotokolle übertragen. Unsere neue Software hingegen erlaubt es, einen dreiseitigen Prüfbericht mit kundenspezifischen Informationen, individuellen Einstellungen und Auslösekennlinien sowie den Prüfergebnissen elektronisch zu erstellen und im PDF-Format abzuspeichern. Damit vereinfachen sich die Prüfungen bei gleichzeitig professionellerer Prüfdokumentation für die zuständigen Techniker erheblich, sodass sie ihre Wartungsarbeiten effektiver durchführen können.“

Elektronische Auslöseeinheit wird zur Standardplattform

In Zukunft wird die neue elektronische Auslöseeinheit bei Eaton die Standardplattform darstellen. Das Unternehmen arbeitet daran, dass die PXR-Technologie in alle Baureihen der Kompaktleistungsschalter sowie in seine Mittelspannungs-Leistungsschalter integriert wird und somit einen neuen, einheitlichen Standard für das Betreiben von Eaton-Leistungsschaltern setzt. Aufgrund der Tatsache, dass die Hardware auch Sekundärtests unterstützt, benötigen die Prüfer keine unterschiedlichen Testeinrichtungen mehr und erhalten im gleichen Zuge ein fertiges Prüfdokument.

Im Testmodus unterschiedliche Schutzfunktionen prüfen

Mit Hilfe der benutzerfreundlichen Bedienoberfläche lassen sich Fehlermeldungen, Diagnose- und Messdaten im Einstellmodus zurücksetzen. Im Testmodus kann der Bediener die unterschiedlichen Schutzfunktionen in den einzelnen Phasen bei frei gewählten Testströmen prüfen. Dabei lässt sich der Strom als Wert oder als vielfaches der individuellen Schutzeinstellung vorgeben. Nach einer etwaigen Änderung von Schutzparametern zeigt die Software die ursprünglichen und die neuen Einstellparameter in einer Liste nebeneinander an, wobei alle Änderungen deutlich hervorgehoben sind. Vor dem Drucken des Prüfberichts besteht die Möglichkeit, in entsprechende Felder auch individuelle Informationen einzutragen, wie den Namen des Kunden, des Prüfers, den Standort der Anlage oder anlagenspezifische Informationen.

Mit PXR ausgestattete Leistungsschalter IZMX

Zu den weiteren neuen Funktionen der mit PXR ausgestatteten Leistungsschalter IZMX gehört die Möglichkeit, den Kurvenverlauf von Strömen und optional die Spannungen zusammen mit den Minimal- und Maximalwerten der Phasen und des Nullleiters über jeweils zwei Halbwellen aufzuzeichnen. Darüber hinaus kann die Wellenform einen Hinweis auf die durch Oberschwingungen verursachte Gesamtqualität des Netzes geben. Auch diese Kurvenverläufe kann der Bediener als PDF abspeichern und ausdrucken.

Die Messgenauigkeit der neuen PXR Familie beträgt jetzt ein Prozent des Messwertes. Die Punktmatrixanzeige ist nun größer, verfügt über eine höhere Auflösung und zeigt im Betrieb stets den Status der Zonenselektivität (ZSI), den Batteriezustand und den Schalterbemessungsstrom In an. Alle Daten lassen sich über den integrierten Modbus oder das Profibus- bzw. Ethernet-Modul übertragen. Um nicht autorisierte Änderungen am Gerät auszuschließen, ist die Festlegung eines Kennworts möglich. Darüber hinaus wurde zur leichteren Identifizierung ein QR-Code hinzugefügt, mit dem auf zusätzliche Informationen zugegriffen werden kann.

Optionales Arcflash Reduction Maintenance-System

„Wir bei Eaton sind bestrebt, unsere Kunden dabei zu unterstützen, die Sicherheit des Personals sowie die Zuverlässigkeit ihrer Anlagen zu steigern. Deshalb bieten wir mit dem jetzt immer kostenlos integrierten ZSI-Schutz eine zusätzliche Sicherheitsfunktionen an, die die Auslösezeit bei Selektivschutz verkürzt und somit die freiwerdende Energie und damit thermische und dynamische Anlagenbelastungen im Kurzschlussfall drastisch reduzieren“, so Nikolic. „Um das Wartungspersonal noch umfassender zu schützen, reduziert unser patentiertes, optionales Arcflash Reduction Maintenance-System (ARMS) zusätzlich die Auslösezeit und damit die freiwerdende Energie im Falle eines Störlichtbogens. Darüber hinaus kann ein zusätzliches Arcon-System einen Lichtbogen innerhalb von 2 ms völlig löschen - also lange bevor er den maximalen Strom und damit seine Zerstörungskraft erreicht; und unser neues Diagnosesystem ermöglicht die vorbeugende, permanente thermische Überwachung der Niederspannungsschaltanlage. Das Zusammenwirken dieser Systeme erlaubt es, alle auftretenden Fehler bereits im Ursprung zu erkennen um diesen effektiv entgegenzuwirken, noch ehe sie zu einem Risiko für Personal oder Anlagen werden.“

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