Profibus Nutzerorganisation Der Tiger-Chip für Profinet ist los

Redakteur: Sariana Kunze

Phoenix Contact und Siemens entwickelten gemeinsam den Tiger-Chip TPS 1. Er soll vom 3. Quartal 2011 an in Serienstückzahl verfügbar sein.

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Ganz martialisch Tiger-Chip heißt der neue Baustein, der die Verbreitung von Profinet in Feldgeräten fördern soll. Den Namen wählte PI in Anlehnung an das Jahr des Tigers, das seit dem 14. Februar des chinesischen Mondkalenders gilt. Angesiedelt ist das Bauelement, gefertigt von NEC, im niedrigpreisigen Segment um die zehn Euro je Chip. Damit soll, so Volker Bibelhausen, Leiter des Geschäftsbereichs Automation bei Phoenix Contact; „das Thema Profinet tief ins Feld vorrücken.“ Der Single-Chip-ASIC ist für die einfache Ankopplung kompakter Geräte und Antriebe an Profinet-Steuerung konzipiert. Der Baustein ist zukunftssicher, da er RT und IRT sowie alle Erweiterungen des Echtzeit-Ethernet-Standards berücksichtigt. Durch die Partnerschaft mit Siemens wird sichergestellt, dass der TPS 1 voll kompatibel sowohl zu den ASICs Ertec 200, Ertec 400 und Nachfolgern ist. Der Tiger-Chip ergänzt die beiden ASICs optimal, indem er das Basistechnologie-Spektrum von Profinet nach unten abrundet.

Einfache Feldgeräte an Profinet ankoppeln

Phoenix Contact hat seine umfassenden Erfahrungen aus der Entwicklung des Interbus Systems, aber auch Ideen zur weiteren Performance-Erhöhung von Profinet, in den TPS 1 eingebracht. Mit dem Tiger-Chip lassen sich selbst kleine und einfache Feldgeräte kostengünstig an Profinet ankoppeln. Volker Bibelhausen: „Wir sind überzeugt, dass die schrittweise Verfügbarkeit von Prototypen über Production Samples bis zu Serien-ASICs der Echtzeit-Ethernet-Protokoll Profinet als künftigen Weltmarkt-Standard stärken wird. 2010 ist das „Jahr des Tigers“ und wir freuen uns auf die weiterhin weltweit positive Entwicklung der Profinet-Technologie.“

Erstes Gerät mit Profienergy-Profil auf der Hannover Messe

„Seit Jahren steigen die Kosten für Energie kontinuierlich. Er war daher absehbar, dass Betreiber zunehmend nach energieeffizienteren Maschinen und Anlagenkonzepten verlangen. Phoenix Contact hat diese Anforderung frühzeitig aufgenommen und bereits 2008 auf dem 13. Industrial Communication Congress die Spezifizierung eines Energiemanagement-Standards angeregt, um den Energieverbrauch insbesondere in Leerlaufzeiten reduzieren zu können.

Die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. (PNO) hat diese Anforderungen und Anregungen aufgegriffen und gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen innerhalb kurzer Zeit in ein entsprechendes Profil für Profinet - PROFIenergy - umgesetzt. Phoenix Contact unterstützt PROFIenergy als einen der wichtigsten Standards für das Energiemanagement von Automatisierungssystemen. Das Profil ist erstmalig in den neuen modularen Gigabit-Switch von Phoenix Contact implementiert worden, der auf der Hannover Messe 2010 vorgestellt wird. Weitere Geräte werden mit dem Ziel folgen, dass das gesamte Profinet-Portfolio von Phoenix Contact auch PROFIenergy-konform angeboten werden kann.

Profinet-Technologie von Siemens

Wie bei Profibus seit vielen Jahren bewährt, bietet Siemens auch für Profinet-Gerätehersteller ein umfassendes Portfolio an Beratungsleistung, ASICs, Firmware und Entwicklungspaketen an. Grundlage hierfür ist die in eigenen Geräten bewährte Profinet-Technologie, allen voran der Ertec ASIC. „Die Entwicklung dieser ASICs und Firmware sowie die langjährige Mitarbeit in den PNO-Standardisierungsgremien ist ein Beleg für unsere Profinet-Kompetenz, die wir in das Gemeinschaftsprojekt zur Entwicklung des TSP 1 eingebracht haben. Wir planen, den neuen ASIC zukünftig auch selbst in Geräte unseres weiterer wichtiger Schritt zur Abrundung der Gerätetechnologie in der PNO“, sagt Uwe Ruttkamp von Siemens. „Siemens hat sowohl die Definition von PROFIenergy mitgeprägt als auch parallel begonnen, eine erste anwendungsgerechte Umsetzung voranzutreiben. Durch nachladbare Funktionsbausteine können Anwender die PROFIenergy-Funktionen in einer Simatic-CPU einfach realisieren. Zudem stehen diese Funktionen auch auf PC-basierten Lösungen zur Verfügung. Für die Peripherie wird es fertige Module mit PROFIenergy on board geben. Die Technologie PROFIenergy ist ein wesentlicher Teiler unseres „grünen“ Portfolios und unterstreicht unseren Beitrag zum nachhaltigen Umweltschutz und zur Energieeinsparung.“

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