RIMRES Deutsches Roboter-Duo sucht Wasser auf dem Mond

Redakteur: Peter Koller

Ein Fall für zwei: Bremer DFKI-Wissenschaftler haben ein intelligentes Roboterteam entwickelt, das am Südpol des Mondes in tiefen Kratern nach gefrorenem Wasser suchen soll.

Der Körper des Kletterroboters ist biologisch inspiriert. Ameisenähnlich bewegt er sich geschickt in Felsspalten und schwierigem Gelände.
Der Körper des Kletterroboters ist biologisch inspiriert. Ameisenähnlich bewegt er sich geschickt in Felsspalten und schwierigem Gelände.
(DFKI GmbH/Florian Cordes)

Der vierrädrige Mondrover „Sherpa“ trägt den sechsbeinigen Kletterroboter „CREX“ über kilometerlange Strecken zum Kraterrand. Dort dockt sich der ameisenähnliche CREX ab und untersucht das Innere der Felsspalten. Das in seiner Mobilität einzigartige System wurde bereits in der 288 Quadratmeter großen Weltraum-Explorationshalle des DFKI Robotics Innovation Center getestet.

Die Forschergruppe um Prof. Dr. Frank Kirchner konstruierte und programmierte das Roboterteam über dreieinhalb Jahre im Projekt RIMRES (Rekonfigurierbares Integriertes Mehr-Roboter Explorations-System). Den Auftrag für das 3,7 Mio. Euro schwere Vorhaben gab die Raumfahrt-Agentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, finanziert mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

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Projektziel war es, in einer Übungsmission auf der künstlichen Kraterlandschaft zu zeigen, dass heterogene Roboter gemeinsam komplexe Aufgaben autonom oder teilautonom bewältigen können. „Mit der Einführung von sich selbstständig rekonfigurierenden Systemen beschreitet die Raumfahrtrobotik neue Wege. Diese führen zu größeren Missionszielen, langfristigen Operationen und kostengünstigeren Einsätzen“, sagt Kirchner, wissenschaftlicher Verantwortlicher des Projekts: „Die in dieser Forschung entstehenden Basistechnologien dienen auch irdischen Einsätzen. Tiefsee-Explorationssysteme könnten zum Beispiel nach diesem Vorbild entwickelt werden.“

Robuster Rover transportiert wendigen Scout

Das RIMRES-System zeichnet sich durch eine intelligente elektromechanische Schnittstelle zwischen Rover und Kletterroboter aus. Über diese teilen die Roboter Energie und Informationen. Das ermöglicht eine reibungslose Teamarbeit. “Sherpa und CREX können wie ein einziges System agieren, arbeiten aber im getrennten Zustand völlig unabhängig voneinander“, sagt Projektleiter Florian Cordes. So kann der rund 160 Kilogramm schwere Sherpa seinen 27 Kilogramm leichten Begleiter am Kraterrand absetzen und ihm den Befehl geben, den Abhang herabzusteigen.

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