VDMA-Report „Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht“

Quelle: VDMA 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die vielen Krisen machen es den Verbandsmitgliedern des VDMA nicht einfach. Hinzu kommen laut dem VDMA-Präsidenten politische Stolpersteine.

Reformbaustelle Deutschland: Der VDMA kritisiert mutlose Politik, fehlende Reformen und teure Regulierung.(Bild: ©  studio v-zwoelf - stock.adobe.com)
Reformbaustelle Deutschland: Der VDMA kritisiert mutlose Politik, fehlende Reformen und teure Regulierung.
(Bild: © studio v-zwoelf - stock.adobe.com)

Auf der Hannover Messe 2026 hat der VDMA eindringlich vor einer weiteren Schwächung des Industriestandorts Deutschland gewarnt. Laut einer Mitteilung sieht der Verband angesichts wachsender Regulierung, hoher Kosten und ausbleibender Reformen zunehmend Verlagerungstendenzen bei Investitionen ins Ausland.

VDMA-Präsident Bertram Kawlath betonte, dass insbesondere der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) mittelständische Unternehmen vor erhebliche bürokratische Herausforderungen stelle. Laut Verbandsumfrage denken 40 Prozent der Firmen über eine Verlagerung außerhalb der EU nach, mehr als ein Drittel erwartet Stellenabbau. Die „Grenzen der Leidensfähigkeit sind erreicht“, sagte VDMA-Präsident Bertram Kawlath auf der Verbands-Pressekonferenz der Hannover Messe.

Politische Kehrtwende

Der Maschinen- und Anlagenbau fordert daher eine grundlegende politische Kehrtwende: weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, eine Begrenzung der Sozialabgaben auf 40 Prozent sowie wettbewerbsfähige Unternehmenssteuern von rund 25 Prozent. Auch die EU-Politik gerät in die Kritik. Neue Regularien wie der digitale Produktpass oder die Verpackungsverordnung erhöhten Kosten, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Gleichzeitig zeigt sich die Branche technologisch robust. Künstliche Intelligenz entwickelt sich zur Schlüsseltechnologie: 31 Prozent der Unternehmen setzen sie bereits produktiv ein, weitere 37 Prozent befinden sich in Pilotphasen. Insgesamt beschäftigen sich 87 Prozent intensiv mit KI. Drei Viertel der Firmen sehen sich digital mindestens auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb.

Verhaltene Prognose

Zukunftspotenzial biete zudem humanoide Robotik sowie das wachsende Geschäftsfeld Defence. Letzteres könnte seinen Umsatzanteil in den kommenden Jahren verdoppeln. Dennoch bleibe die konjunkturelle Lage angespannt: Produktion und Auftragseingänge sind rückläufig, die Kapazitätsauslastung liegt unter dem Durchschnitt.

Trotz geopolitischer Risiken und anhaltender Unsicherheiten bestätigt der VDMA seine Prognose für 2026 mit einem leichten Produktionswachstum von real einem Prozent. Voraussetzung bleibe jedoch eine Stabilisierung der globalen Rahmenbedingungen und eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung in Deutschland und Europa.

(ID:50824460)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung