Bachmann Electronic Die Sicherheit von Maschinen – neu definiert

Autor / Redakteur: Ines Näther / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Ende 2009 tritt die neue Maschinenrichtlinie in Kraft und mit dieser stehen dem Maschinen- und Anlagenbauer neue Sicherheitsnormen ins Haus. Nach Meinung von Jürgen Malin, Projektleiter Safety bei Bachmann electronic, birgt dieser Evolutionsschritt nicht nur Mühen, sondern — bei durchgängiger und richtiger Anwendung — große Chancen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit. So hat das Unternehmen bereits eine integrierte Sicherheitslösung im Portfolio.

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Jürgen Malin, Projektleiter Safety, Bachmann electronic: „Es lohnt sich die verbleibende Zeit bis zum Inkrafttreten der neuen Regeln zu nutzen.“
Jürgen Malin, Projektleiter Safety, Bachmann electronic: „Es lohnt sich die verbleibende Zeit bis zum Inkrafttreten der neuen Regeln zu nutzen.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Herr Malin, was führte zu der Entwicklung, jetzt auch ein Automatisierungssystem mit integrierter Sicherheitssteuerung in das Bachmann-Portfolio aufzunehmen?

Als Anbieter von ganzheitlichen Automatisierungslösungen wurden wir mit unserer integrierten Sicherheitslösungen den Kundenanforderungen gerecht. Damit unterstützen wir unsere Kunden, ihre Technologieführerschaft in ihren Branchen auszubauen.

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Was umfasst das Safety-Produkt-Programm genau?

Im ersten Schritt wurde der Safety-Controller SLC284 als programmierbare Sicherheitssteuerung mit integrierten I/Os entwickelt sowie zwei dezentral abgesetzt funktionierende Module - das digitale Eingangsmodul SDI208 und das digitale Ausgangsmodul SDO204. Diese können direkt in das bestehende System eingesteckt werden, ohne irgendwelche Konfigurationen ändern zu müssen. Sie bieten damit eine vollständig in das Bachmann-Automatisierungssystem M1 integrierte Sicherheitslösung gemäß neuester Sicherheitsnormen – die sich nach individuellen Bedürfnissen erweitern lässt.

Bis zu welchem Komplexitätsgrad eignen sich die Sicherheitsprodukte?

Ein wesentlicher Punkt war, dass wir uns mit den derzeit am Markt befindlichen Geräten messen können. Es ergab sich die glückliche Situation, dass wir durch die gewählten Komponenten keine systembedingten Beschränkungen haben. In der Entwicklung standen schnellstmögliche Reaktionszeiten, intuitive Bedienbarkeit und umfassende Diagnosemöglichkeiten im Fokus. So erreichen wir eine Zykluszeit von fünf Millisekunden. Zudem hatten wir uns die Aufgabe gestellt, dass mindestens in einer dritten Unterstation die abgesetzten Module uneingeschränkt funktionieren und mindestens 200 I/Os unterstützen.

Welche Anwendungsindustrien hat Bachmann electronic dabei vor allem im Fokus?

Mit dem Safety-Projekt hatten wir alle Branchen des Maschinenbaus mit hohen Anforderungen an die Sicherheitstechnik im Fokus. Dabei erfüllt unsere Automatisierungslösung die höchsten sicherheitstechnischen Kriterien wie zum Beispiel bei der Steuerung von Pressen. Zusätzlich werden unsere Sicherheitslösungen auch für weitere Branchen ausgebaut, beispielsweise für die Prozessindustrie und Energiebranche.

Welche Sicherheitsfunktionen sind bisher in die Sicherheitssteuerung integriert?

Der Anwender erhält von Bachmann electronic ein Höchstmaß an Sicherheit: Es werden etablierte Standards und Normen wie ISO 13849, EN 62061, EN 61508, PLCopen Safety und IEC 61131 angewendet. Die Sicherheitssteuerungen selbst werden für die höchsten derzeitig vorgegebenen Sicherheitslevels zertifiziert: PL e, SIL3 und Kat 4. Aber die Funktionen sind in den Applikationen definiert, also in der Software. Und da haben wir uns entschlossen, auf die Entwicklung eines proprietären Systems zu verzichten und uns der PLCopen-Organisation zugewandt. Diese stellt bereits detaillierte Pflichtenhefte für einen Safety-Katalog mit zahlreichen Funktionsblöcken zur Verfügung. Hier besteht ein Konsens der Industrie und den sollte man nützen. Die konkrete Umsetzung im Projektiertool muss natürlich noch angepasst und um Standardfunktionen erweitert werden.

Wie sieht diese zum Beispiel aus?

Bisher haben wir die PLCopen-Funktionsblöcke um rund 30 erweitert, etwa um logische Funktionen, Timer und Counter. Als Besonderheit berücksichtigen wir auch die speziellen Wünsche des Maschinenbaus. So sind typische Szenarien wie Wartung, Serienfertigung, modulare Maschinen und die Adaption von Altmaschinen in der Software bereits einbezogen. Das heißt, man kann zum Beispiel in der Erstapplikations-Erstellung wiederkehrende Module als eigene Funktionsblöcke abspeichern und wieder verwenden.

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