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Schaltanlagenbau in der realen Welt
Nachdem die Planung und die Bestellung abgeschlossen sind, kann mit dem Bau der Schaltanlage in der realen Welt mit Schaltschränken und Komponenten von Rittal begonnen werden. Die Daten aus den vorangegangenen Prozessschritten lassen sich dabei verwenden, um Drähte und Kabel auf Basis der Verdrahtungsliste automatisch zu konfektionieren.
Ein weiterer Arbeitsschritt, der viel Zeit in Anspruch nimmt, wenn er manuell ausgeführt wird, ist die Bearbeitung der Montageplatten. Das Fräsen von Durchbrüchen, das Bohren von Löchern und das Schneiden von Gewinden kostet viel Zeit. Diese Arbeitsschritte, die gegebenenfalls auch an Türen und Seitenteilen der Schaltschränke durchzuführen sind, lassen sich am besten mit einem automatisierten Bearbeitungszentrum ausführen.
Die Bearbeitungszentren der Perforex-Serie von Kiesling Maschinentechnik sind perfekt für diese Aufgaben geeignet. Mit den Maschinen des Unternehmens, das wie Eplan und Rittal zur Friedrich Loh Group gehört, lassen sich neben Montageplatten auch Türen und andere Gehäuseteile schnell und exakt bearbeiten. Dabei sind alle im Schaltanlagenbau üblichen Materialien wie Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer und Kunststoff verwendbar.
Automatisierte Bearbeitung spart 85 Prozent Zeit
Durch die automatisierte Bearbeitung der Montageplatte und der Schaltschrankteile lässt sich im Schaltschrankbau bis zu 85 Prozent Zeitersparnis im Vergleich zur manuellen Bearbeitung erzielen. Je nach Komplexität der Teile und Anzahl der Löcher und Gewinde benötigt eine Perforex-Maschine etwa 15 bis 20 Minuten für eine Montageplatte. Besonders komfortabel und effizient ist die Bearbeitung, wenn die Ansteuerung der Kiesling Bearbeitungszentren aus Eplan Pro Panel heraus erfolgt. Dann werden entsprechende NC-Programme für die Perforex direkt erzeugt und über eine native Schnittstelle an die Maschine übergeben. Die manuelle Programmierung der Maschine, die ebenfalls möglich ist, kann dann entfallen.
Blick in die Zukunft: Verdrahtung mit dem Roboter
Der nächste Schritt der Fertigung ist die Bestückung der Montageplatte und der Schaltschrankteile mit den Betriebsmitteln. Im Anschluss daran erfolgt die Verdrahtung der Komponenten auf Basis von Verdrahtungslisten, die das System zukünftig ebenfalls auf Knopfdruck generieren kann.
Aber auch wenn die Konfektionierung der Drähte und Kabel heute in der Regel automatisiert erfolgt, bleibt die eigentliche Tätigkeit des Verdrahtens ein manueller, zeit- und kostenintensiver Prozess mit Fehlerpotential. Aber auch für diesen Arbeitsschritt steht künftig eine automatisierte Maschine von Kiesling zur Verfügung. Das robotergestützte Verdrahtungssystem Averex kann das manuelle Verdrahten von Montageplatten ersetzen. Auch hier erfolgt die Ansteuerung der Maschine nahtlos aus den zuvor generierten Daten. Wesentliche Voraussetzung für das automatisierte Verdrahten ist wiederum die Durchgängigkeit der Daten und die Kompatibilität der Systeme.
Dokumentation gemäß aktueller Norm
Im Anschluss an sämtliche Planungs- und Fertigungsschritte kann die Schaltanlage in Betrieb genommen werden. Wichtige Voraussetzung dafür ist eine normgerechte Dokumentation. Zur Gewährleistung der Betriebssicherheit und des Personenschutzes verlangt die neue Norm DIN EN 61439 von den Herstellern eine umfangreiche Dokumentation der Konstruktions- und Leistungsmerkmale der Schaltanlage. Der Schaltanlagenbauer erhält auch hier Unterstützung durch entsprechende Systeme. Die Planungssoftware Power Engineering von Rittal erstellt auf Knopfdruck die benötigten Bauartnachweise inklusive der benötigten Prüfberichtsverweise. Zusätzlich stehen Checklisten zur Verfügung, mit denen der Schaltanlagenbauer überprüfen kann, ob alle Erfordernisse bei der Planung und Ausführung gemäß der neuen Norm erfolgt sind.
SPS IPC Drives: Halle 5, Stand 111
* Tim Kramer, System Consultant Manager, Rittal; Thomas Weichsel, Produktmanager Schaltschrank-Engineering, Eplan
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