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Standardisierte Geräte-Beschreibung

eCl@ss als Fundament für Industrie 4.0

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eCl@ss in der Praxis

Die BASF setzte bereits seit 2010 auf die NE 100, seither wurden ca. 120.000 Gerätedatensätze aufgebaut. Dr. Ronald Klein, Director – E&I-Engineering 2 bei BASF ist überzeugt, dass ein standardisierter Datenaustausch die Grundlage für Industrie 4.0 bilden wird: „eCl@ss ist derzeit mindestens europaweit das einzige standardisierte branchenübergreifende Strukturierungs- und Klassifizierungssystem für einen solchen automatisierten Datenaustausch. Wer Industrie 4.0 konsequent zu Ende denkt, wird künftig nicht darum herumkommen. Wir portieren daher derzeit alle unsere Gerätedaten von NE 100 nach eCl@ss und werden am Ende dieses Prozesses bei der BASF in Europa für ca. 500.000 PLT-Geräte die Daten im eCl@ss-Format vorliegen haben. Dazu bringen wir momentan unser PLT-CAE-System auf die aktuelle Version.“ Das Update wurde primär nötig, weil die vorhandenen Datenmengen die bislang eingesetzte Systemversion an ihre Performance-Grenzen brachten. Kein Wunder, denn bei ca. 20 bis 200 Merkmaldaten pro Gerät sammeln sich bei 100.000 oder gar 500.000 Geräten große Datenmengen an.

Die Automatisierungsexperten von Rösberg haben vor gut zehn Jahren nach Forderungen der BASF ein NE 100-PROLIST-Add-on für ihr PLT-CAE System ProDOK implementiert. Mit deren Ende wurde für die neue Version ProDOK NG ein entsprechendes eCl@ss-Modul entwickelt zusammen mit Tools für die Portierung von bestehenden NE-100-PROLIST-Daten in eCl@ss-Daten. Mit der neuen Software-Version lassen sich nun auch sehr große Datenmengen ohne Performanceprobleme zuverlässig verwalten. Auch die Automatisierungsexperten sehen die Wichtigkeit des Standards für die praktische Umsetzung von Industrie 4.0. Martin Dubovy, Leiter Plant Solutions bei Rösberg Engineering, ergänzt: „Momentan ist eCl@ss der einzige nutzbare Standard, mit dem sich ein elektronischer Austausch von PLT-Gerätedaten realisieren lässt. Das könnte sich künftig ändern. Die IEC arbeitet derzeit an der IEC 61987, die eine Alternative werden könnte. Dennoch ist es keine Sackgasse jetzt auf eCl@ss zu setzen. Parallel zur Entwicklung des IEC-Standards arbeitet ein Team an einem Mapping, mit dem sich eCl@ss-Daten dann automatisiert in IEC-Daten (und umgekehrt) übertragen lassen.“

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Gerätehersteller in der Pflicht

eCl@ss bietet also beste Voraussetzungen dafür, Gerätedaten automatisiert zwischen Anlagenbauer bzw. -betreiber und Gerätehersteller auszutauschen. Der elektronische Datenaustausch alleine nützt aber wenig, wenn die Datenintegrität nicht gewährleistet wird. Ohne eine geschlossene Datenübertragungskette beim Gerätehersteller, die von der Kundenanfrage über die Fertigung bis hin zur Qualitätssicherung konsequent alle Informationen zum tatsächlich an den Kunden ausgelieferten Gerät erfasst, bleibt die automatisierte Datenübertragung weit hinter ihren Fähigkeiten zurück. Hier sieht Klein die Gerätehersteller in der Pflicht: „Ohne Frage sind heutige PLT-Geräte durchdachte und qualitativ hochwertige High-Tech-Produkte. Dennoch sind sie aus unserer Sicht als Anlagenbetreiber faktisch Commodities, d. h. einfache Gebrauchsgegenstände, die primär funktionieren müssen. Verursacht ein solches Gerät durch schlechte Dokumentation im Anlagenbetrieb Probleme, übersteigen die daraus resultierenden Folgekosten in der Regel die Anschaffungskosten bei weitem.“

In einem Hochlohnland wie Deutschland wäre der Gewinn durch eine geschlossene Datenübertragungskette und konsequente Umsetzung des eCl@ss-Standards immens. Effizienzsteigerungen lassen sich sowohl beim Gerätehersteller erzeugen, wenn Daten von Auftragseingang bis Geräteauslieferung systematisch und von einem entsprechenden ERP-System unterstützt erfasst werden, als auch beim Anlagenbetreiber, wenn die belastbare Dokumentation künftig automatisch ohne aufwändige Verifikation ins System der Betreiber übernommen werden kann.

Ab 2019 soll bei der BASF standardmäßig der Datenaustausch im eCl@ss-Advanced-Format stattfinden. Für Gerätehersteller bedeutet das, dass sie künftig nicht nur funktionierende Geräte, sondern auch verifizierte Dokumentationsdaten im eCl@ss-Standard liefern müssen.

* Dr. Ronald Klein, Director – E&I-Engineering 2, BASF & Dipl.-Ing. (BA) Martin Dubovy, Leiter Plant Solutions, Rösberg Engineering

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