Gebäudeleitsystem

Eine Ader genügt

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So wurde z. B. der Main Tower in Frankfurt bereits 1999 komplett mit dem LCN-Gebäudeleitsystem ausgerüstet. Ausschlaggebend hierfür war die enorme Leistungsfähigkeit und Sicherheit der LCN-Technik. Mit einer Datenrate von 100 Telegrammen pro Sekunde innerhalb eines Bussegments und bis zu 10.000 Telegrammen pro Sekunde zwischen den Segmenten erfüllt die Technik auch die hohen Anforderungen sicherheitsrelevanter Anwendungen, bei denen es in keinem Fall zu Verzögerungen im Datenverkehr oder sogar Datenverlust kommen darf.

Dass mit LCN auch ein Novum in der Geschichte der Hochhaustechnik geschaffen wurde, liegt in der Verknüpfung der motorisch zu öffnenden 2560 Fenster mit den aktuellen Wetterdaten und der übergeordneten RWA. Bis dato konnten die Fenster in Hochhäusern aufgrund der Windbelastung in den oberen Fassadenbereichen nicht geöffnet werden. Die notwendigen Vollklimatisierungen tragen nicht immer zur Zufriedenheit der Nutzer bei und verursachen hohe Energiekosten. Im Main Tower können die Fenster dank LCN individuell und durch einfachen Tastendruck geöffnet werden. Die maximale Öffnungsweite wird dabei von der aktuellen Windgeschwindigkeit bestimmt, ständig kontrolliert und durch hoch genaue 230 V-Fensterantriebe automatisch reguliert. Im Brandfall werden die Fenster automatisch und standortabhängig in eine vom Brandschutz definierte Position gebracht, um kontrollierten Rauch- und Wärmeabzug ohne Gefährdung der höher gelegenen Etagen zu gewährleisten.

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Clever wohnen im SmartHome

Dass LCN keine Insellösung ist und auch bei knappem Budget im Einfamilienhaus sinnvoll eingesetzt werden kann, zeigt sich in dem von der SmartHome-Initiative entworfenen Gegenwartshaus im Technologiepark Paderborn. Hier stehen Sicherhiet, Komfort und Energisparen im Vordergrund. Die Mehrkosten für die LCN-gerechte Basisverkabelung mit fünfadrigem NYM-Kabel und tiefen Einbaudosen betrugen gerade einmal 600 Euro. Damit ist das Gebäude optimal auf die Automatisierung vorbereitet, so dass auch zukünftige Funktionen ohne aufwändige Änderungen in der Verdrahtung realisiert werden können. Im SmartHome wird die gesamte Technik über einen Zentralrechner gesteuert. Möglich wird dies durch die IP-Symcon Software, die als übergeordnete Ebene verschiedene Systeme, Schnittstellen und Programmiersprachen miteinander verbindet und auf einer gemeinsamen Bedieneroberfläche zugänglich macht.

So kann mit LCN unter anderem auf die Stiebel-Eltron-Technik zugegriffen und die Wärmepumpe kontrolliert werden. Da alle Räume mit Temperatursensoren und Fensterkontakten ausgestattet sind, wird beim Lüften auch keine Energie mehr verschwendet. Das Heizkörperventil im betreffenden Raum wird automatisch geschlossen und erst nach dem Lüften wieder geöffnet.

Die Beleuchtungstechnik im SmartHome wird direkt über den LCN-Bus geregelt. Mit den verwendeten EIB-Tastern können alle Leuchten geschaltet und gedimmt werden. Die Beleuchtung im Arbeitszimmer wird tageslichtabhängig automatisch gedimmt und gewährleistet so konstante Lichtverhältnisse. In Bad und Flur sorgen Bewegungsmelder für Energieeinsparungen, wobei das Licht nachts auf einen blendfreien Wert begrenzt wird. Wird trotzdem volles Licht gewünscht, genügt ein einfacher Tipp auf den Lichttaster.

Dass im SmartHome weitere Funktionen mit LCN umgesetzt werden, liegt auf der Hand. Die einfache Verkabelung der Bustechnik und die gewerkeübergreifenden Funktionsmöglichkeiten machen es möglich.

ELEKTROTECHNIK 2009, Halle 3B, Stand 3050

Michael Scheloske, LCN, Rethen

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