Rittal Schaltanlage in Form 4b Energiehauptverteilung auf unbemannter Ölplattform

Autor / Redakteur: Klaus Zimmermann, Hans-Robert Koch / Ines Stotz

Die Offshore-Ölforderung stellt hohe Anforderungen an das eingesetzte Equipment. Höchstmögliche Sicherheit beim Anlagenbetrieb sowie GL-Zulassung sind nur einige der typischen Forderungen. Besonders anspruchsvoll werden Anwendungen, wenn Ölförderplattfomen – wie bei Dragon Oil – unbemannt betrieben werden. Bei der sicheren Energiehauptverteilung setzt der Ölkonzern konsequent auf Bauform 4b. Gelöst hat der Schaltanlagenbauer Promontan diese Anforderung mit dem Ri4Power-System von Rittal und softwarebasierten Montagehilfen.

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Die international tätige Ölfirma Dragon Oil, die ihren Hauptsitz in Dubai hat, fördert Erdöl und Erdgas überwiegend im Kaspischen Meer vor der Küste Turkmenistans. Für eine neue Ölförderplattform im Kaspischen Meer suchte Dragon Oil unter anderem nach einem Lieferanten für eine Schaltanlage für die Energiehauptverteilung. Fündig wurde er bei dem deutschen Unternehmen Promontan aus Werder in der Nähe von Potsdam. Das Leistungsspektrum des 1994 gegründeten mittelständischen Unternehmens umfasst das gesamte Spektrum des Elektroanlagenbaus – vom Engineering über die Fertigung und Montage bis hin zur Inbetriebnahme. Den Auftrag für den Bau der Niederspannungsschaltanlage erhielt Promontan im November 2010.

Anlage in Form 4b bietet mehr Sicherheit

Die Energieeinspeisung, die auf der Ölplattfom mittels Dieselgeneratoren erfolgt, ist redundant mit zweimal 600 A ausgeführt. Beim Ausfall eines Generators lässt sich somit die Versorgung automatisch auf die andere Einspeisung umschalten. Mit insgesamt zwölf Abgangsfelder können die Verbraucher der Anlage mit elektrischer Energie versorgt werden. Neben der Energieverteilung war auch die Installation von Motorstartern für verschiedene Antriebe vorgesehen. Dies sind vor allem Pumpen, beispielsweise für Seewasser, Frischwasser und Diesel. Die weiteren Verbraucher sind Heizungen sowie Kompressoren für Kühlanlagen.

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„Neu war für uns in diesem Projekt die Anforderung, die Schaltanlage in Form 4b zu bauen”, erinnert sich Thomas Schellhorn, Geschäftsführer bei Promontan. Bei Schaltanlagen der Form 4b sind die Funktionsräume der verschiedenen Abgänge jeweils gegeneinander abgeschottet und zusätzlich besteht noch eine Trennung zwischen Sammelschienenraum und Steuerungsteil sowie zum Kabelanschlussraum. Diese Konstruktion hat den entscheidenden Vorteil, dass sie deutlich mehr Betriebs- und Personensicherheit bietet – insbesondere bei Störfällen. Zudem lässt sich bei Servicearbeiten gezielt an einem Abgang arbeiten, ohne die gesamte Anlage abschalten zu müssen.

Das stabilste und flexibelste System

„Wir arbeiten bei Niederspannungsschaltanlagen bereits von Anfang an mit Rittal – unter anderem aufgrund seines umfangreichen Egineering Supports und weil der Hersteller das stabilste und flexibelste System anbietet“, erklärt Thomas Schellhorn. Mechanische Stabilität ist bei internationalen Projekten mit langen Transportwegen für uns eine großes Thema.“ Allerdings hatte Promontan bis dato noch keine Schaltanlage in Form 4b gebaut. „Wir waren uns schnell im Klaren darüber, dass wir die für uns neue Forderung mit dem Rittal-System realisieren können“, so der Promontan-Geschäftsführer weiter.

Beim Hauptsammelschienensystem setzt der Anlagenbauer auf das RiLine 60-Sammelschienensystem mit einem Bemessungsstrom von 630 A. Dieses ist im hinteren Bereich der Schaltanlage installiert. Durch die entsprechende Trennung gemäß Form 4b ist ein Zugang in dieses Anlagensegment im normalen Betrieb praktisch nicht möglich. Auch der Kabelanschlussraum und der Funktionsraum der einzelnen Abgänge sind gegeneinander und zu den Hauptsammelschienen hin abgeschottet.

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