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Absoluter Drehgeber Ethernet Drehgeber kann neben Profinet auch OPC UA sprechen

| Autor / Redakteur: Markus Nagel* / Sariana Kunze

Auch Drehgeber kommen im Zeitalter von Industrie 4.0 nicht ohne moderne Kommunikationstechnologien aus. Die Firma Baumer hat diesen Trend erkannt und einen Ethernet Drehgeber entwickelt, der neben Profinet auch OPC UA unterstützt.

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Mit einer Einbautiefe von unter 58 mm bietet der Ethernet Drehgeber viel Freiraum für die Konstruktion.
Mit einer Einbautiefe von unter 58 mm bietet der Ethernet Drehgeber viel Freiraum für die Konstruktion.
(Baumer)

Für Industrie 4.0 stellen die von Sensoren bereitgestellten Informationen eine zentrale Rolle dar. Die Herausforderung für die Sensorhersteller besteht darin, die Vielfalt der Sensoren und Schnittstellen „Industrie 4.0 Ready“ zu machen. Der Drehgeber EAL580 von Baumer soll den Anwendern Zukunftssicherheit bieten, indem neue Anschlusstechnologien problemlos berücksichtigt werden können. So unterstützt der absolute Drehgeber mit Profinet als erster Drehgeber am Markt den OPC UA Kommunikationsstandard, so der Hersteller. Die plattformunabhängige und skalierbare Lösung ermöglicht einen herstellerneutralen Datenaustausch zwischen verschiedensten Systemen. Durch die Auswertung von Geräte- und Diagnosedaten und deren Verknüpfung mit weiteren Informationen kann eine große Vielfalt an Anwendungen realisiert werden.

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„Durch die modernen Kommunikationstechnologien können nicht nur Prozesse optimiert und die Auslegung von Anlagen verbessert werden, sondern es wird auch eine zielgerichtete Planung von Serviceeinsätzen ermöglicht“, sagt Markus Nagel, Produktmanager bei Baumer. Grundstein des wirtschaftlichen Designs der Baureihe ist die kompakte Integration der kompletten Schnittstellenlogik mit der Single- und Multiturnabtastung. Hierbei kommt für alle Ethernet-Schnittstellen eine praktisch identische Elektronik zum Einsatz. Es wird eine hohe Zahl von Gleichteilen verwendet und ermöglicht so eine Testtiefe, die mit Individuallösungen nicht realisierbar wäre. Laut dem Hersteller lasse sich so ein Kostenvorteil mit hoher Prozesssicherheit kombinieren. Die Drehgeber-Familie ist bei Anschluss und Bedienung flexibel. Dadurch können nicht nur die feinen Unterschiede der gängigen Schnittstellen passgenau realisiert werden, sondern auch Freiräume für applikationsspezifische Adaptionen bleiben, um den Einsatz in Maschinen und Anlagen komfortabler zu gestalten.

Ethernet-Drehgeber für wenig Platz

Mit der kleinsten Einbautiefe in der Klasse der 58 mm-Ethernet-Drehgeber ist der EAL580 durch seinen kompakten Aufbau wirtschaftlich und bietet viel Freiraum für die Konstruktion – besonders dort, wo es eng zugeht. Durch die fehlende Notwendigkeit von Winkelsteckern sind mit dem Drehgeber platzsparende Konstruktionen realisierbar. „Enge und störungsanfällige Biegeradien gehören der Vergangenheit an, da durch den radialen Steckerabgang auch die Anschlussverkabelung sehr schlank bleibt. Der EAL580 ist der einzige kompakte 58 mm-Ethernet-Drehgeber mit durchgehender Hohlwelle und wahlweise A- oder B-seitigem Klemmring. Dadurch lässt er sich optimal in einen Antriebsstrang integrieren und erspart umständliche Zusatzkonstruktionen“, erklärt Nagel. Die Baureihe ist für den Einsatz in einer Vielzahl von Anwendungen in allen Bereichen der Automatisierungstechnik wie z.B. in Handling- und Montagesystemen oder in der Holz-, Kunststoff- und Metallverarbeitung geeignet. Vom kurzen Aufbau sollen z.B. auch Anwendungen im Bereich von Druck- oder Verpackungsmaschinen profitieren, wenn der Bearbeitungsbereich zwischen zwei verstellbaren Führungsschienen möglichst breit, aber die Maschine selbst möglichst schmal sein soll. Als erste Variante der Serie wird der EAL580 mit Profinet Schnittstelle vorgestellt. Alle weiteren Ethernet-Schnittstellen im kompakten Design befinden sich bereits in der Umsetzung. „Die Profinet-Variante des EAL580 kombiniert langjährig bewährte Profinet-Standards mit den technologischen Möglichkeiten der neuesten Kommunikations- und Drehgeberprofile und zeichnet sich durch eine große Auswahl an Kommunikationstelegrammen aus. Dadurch vereinfacht sich die Anlagenprojektierung und die Kommunikation findet genau über die Telegramme statt, die wirklich benötigt werden. Dies spart nicht nur in der Anlagen-Neuentwicklung Zeit, sondern auch beim Redesign von Maschinen“, beschreibt Nagel.

Zudem lasse sich die Zuverlässigkeit der Maschinen und Anlagen durch das von der Profinet Variante unterstützte Media Redundancy Protocol (MRP) erhöhen, so Baumer. Sollte in einem Profinet Netzwerk mit Ringtopologie eine Verbindungsleitung oder ein Switch ausfallen, kann im abgetrennten Netzwerkteil die Kommunikationsrichtung automatisch gedreht und somit weiter genutzt werden. Dadurch ist der Drehgeber in der Lage, sich innerhalb kürzester Zeit fehlerfrei auf die neue Kommunikationssituation einzustellen, und das Risiko eines Gesamtausfalls der Maschine oder Anlage wird verringert.

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