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Müller Produktion Green Factory Allgäu lebt die Energiewende

| Redakteur: Sariana Kunze

Die Green Factory Allgäu ist eine energieautarke Produktions- und Ausbildungshalle der Müller Produktions GmbH in Ungerhausen und wird als Bespiel für eine gelebte Energiewende angeführt. Bei einer Fachveranstaltung zur Technischen Gebäude-Ausrüstung (TGA) wurde der 2.800 m2 großen Neubau als Modellprojekt für ganz Europa vorgestellt.

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Bei einer Fachveranstaltung wurde die Green Factory Allgäu, eine energieautarke Produktionshalle der Müller Produktions GmbH in Ungerhausen, den Besuchern vorgestellt.
Bei einer Fachveranstaltung wurde die Green Factory Allgäu, eine energieautarke Produktionshalle der Müller Produktions GmbH in Ungerhausen, den Besuchern vorgestellt.
(Müller Produktions)

Zur TGA-Fachveranstaltung von Müller Produktions waren über 100 Fachplaner und Bauexperten aus ganz Deutschland angereist, um sich über das nachhaltige Konzept der Green Factory Allgäu zu informieren. Mit dem 2,5 Mio. Euro teuren Neubau in Ungerhausen war es der Müller Produktions GmbH gelungen, die weltweit erste energieautarke Halle zu entwickeln, bei der die 2.800 m2 große Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 350 MWh nicht nur ganzjährig die Heizung und Kühlung der Halle übernimmt, sondern auch den Strom für den Betrieb der Produktionsmaschinen. Die Energiekosten und der CO2-Ausstoß sinken damit auf Null, außerhalb der Produktionszeiten wird die gewonnene Energie über ein 8.000 Meter langes Rohrsystem in einen großen Pufferspeicher im Betonkern der Halle gespeichert oder ins allgemeine Stromnetz eingespeist und vergütet. „Wir mussten schon viel Durchsetzungsvermögen beweisen, zum Beispiel, als es um die Kühlung unseres Laserroboters ging. Der Hersteller wollte partout eine zusätzliche Kühlmaschine installieren, aber wir haben darauf bestanden, die dafür nötige Energie aus unserem Heiz- und Kühlkreislauf der Halle zu verwenden, also unser Wasser aus dem Tiefenbrunnen. Allein durch diese Maßnahme sparen wir beim Betrieb des Roboters auf einen Schlag 80 Prozent der üblichen Energiekosten ein“, sagte Andreas Müller, Geschäftsführer von Müller Produktions, als er den Gästen das Hallenkonzept vorstellte.

Energiewende pur im Allgäu

Die Müller Produktions GmbH produziert in Ungerhausen in erster Linie versorgungstechnische Komponenten, wie zum Beispiel PE-Bauteile für Geothermie wie Erdsondenanlagen oder Erdkollektoren, Rohrleitungssysteme aus Stahl und Edelstahl oder Gehäusekomponenten für Windkraftanlagen und Wärmepumpen. Im Bereich der Lüftungstechnik stellt Alois Müller unter anderem Lüftungskanäle, Luftauslasssysteme und Sonderkomponenten für Lüftungsanlagen her. Auch für die Kühlung von Werkzeugmaschinen bietet das Unternehmen aus Memmingen innovative Systeme an. Außerdem dient die Green Factory in Ungerhausen als Ausbildungshalle für den Nachwuchs der Unternehmen der Müller-Gruppe.

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„Was bei Ihnen in Ungerhausen stattfindet, das ist Energiewende pur. Wir sind stolz, dass wir bei diesem Projekt dabei sein dürfen“, sagte Norbert Schürmann, Vorstandsmitglied des Energieversorgers Lech-Elektrizitäts-Werk (LEW) aus Augsburg. Wie wichtig die exakte Erfassung und Auswertung der Leistungsdaten beim Betrieb der Green Factory sind, das erklärte Günther Huber als Vertreter der Siemen: „Durch das Monitoring können die Produktionsabläufe in der Halle so optimiert werden, dass energieintensive Arbeiten eben dann erledigt werden, wenn ein Energieüberschuss ansteht, also beispielsweise an sonnenreichen Tagen. Über ein abgestimmtes Lastenmanagement lässt sich das problemlos steuern. Durch unsere Auswertung sieht man auch, dass die Halle in Ungerhausen im Jahr für Gebäude und Produktion ca. 200 MWh an Energie benötigt, im Gegenzug aber übers Jahr eine Energiemenge von 350 MWh produziert wird.“

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