Fernwartung ist eine perfekte Lösung, um die Anforderungen der Industrie nach hoher Verfügbarkeit ihrer Anlagen zu erfüllen. Das gilt allerdings nur, wenn hierbei der Cyber-Sicherheit auch bei Planung und Umsetzung ein hoher Stellenwert eingeräumt wird.
Die Vernetzung aller Maschinen sowie entsprechender Netzwerk- und IT-Technologie erfordert durchdachte Schutzmaßnahmen, um den sicheren Zugang auf die Unternehmensdaten zu gewährleisten.
Die Fernwartung ist ein wichtiger Bestandteil der Digitalisierung. Sie ermöglicht es, Fehler und Störungen in der Produktion schnellstmöglich zu beheben. So lassen sich Stillstände vermeiden oder minimieren. Doch die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit darf keinesfalls dazu führen, dass das Schutzniveau des Unternehmens geschwächt wird.
Da die Fernwartung eine Verbindung zum Internet bedingt, ist es notwendig, dass essenzielle IT-Sicherheits-Maßnahmen in der Produktionsumgebung bereits umgesetzt sind. Dazu gehört unter anderem:
Maschinen in der Produktionshalle durch eine stringente Segmentierung der Netzwerke so weit wie möglich zu isolieren.
Alle Komponenten in der Netzwerk-Topologie mittels Asset-Management zu erfassen, um ein Sicherheitskonzept erstellen zu können.
Organisatorische Änderungen: Zugriffsberechtigungen gemäß dem Minimal-Prinzip zu regeln – also nur den Mitarbeitern den Zugriff auf Bediensysteme zu gewähren, die diesen aus fachlichen/disziplinarischen Gründen benötigen.
Diese IT-Schutzmaßnahmen sind grundsätzlich erforderlich, da Maschinensteuerungen nicht mit Blick auf IT-Sicherheit konzipiert wurden und von daher relativ leicht als Einfallstor in das Firmennetzwerk genutzt werden können. Von dort aus lassen sich dann etwa Angriffe oder eine Infizierung des IT-Netzwerkes mit Schadsoftware leicht realisieren. Auch Betreiber und Maschinenbauer müssen ihren Teil dazu beitragen, den Fernwartungs-Prozess sicher zu gestalten, indem sie alle erforderlichen Bedingungen erfüllen.
Potenzielle Risikofaktoren ausschließen
Es gibt Kriterien, die bei der Beurteilung eines Produktes für die Fernwartung gemäß „Stand der Technik“ relevant sind und zum Schutz der OT-Netzwerke beachtet werden müssen: Dies sind potenzielle Risikofaktoren wie
nicht autorisierte Zugriffe auf das Firmennetzwerk,
nicht autorisierte Zugriffe auf die Zielsysteme,
keine Nachvollziehbarkeit der Fernwartungszugriffe,
Datenabgriff oder schädliche Einwirkung während einer Fernwartungssitzung.
Basierend auf diesen Parametern lassen sich dann die entsprechenden IT-Sicherheitsmaßnahmen – für alle relevanten Systeme, Komponenten und Prozesse – im Sinne des IT-Sicherheitsgesetz ableiten.
Eine wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz der Fernwartung ist, dass Anlagenbetreiber dem jeweiligen Anlagen- oder Maschinenbauer vertrauen können. Hierfür sollten die Hersteller nachweislich sicherstellen, dass die gesamte Verantwortung für alle Vorgänge bei ihnen verbleibt. Dies lässt sich garantieren, indem sie ein Remote Service Portal einrichten und darüber das gesamte Hosting der Remote Service Plattform betreiben. Alternativ einsetzbar ist hierfür auch das – von MB Connect Line zur Verfügung gestellte – Service Portal, auf dem die Funktionen ebenso sicher und vertrauenswürdig bereitgestellt werden, denn beide Optionen bieten einheitlich alle Funktionalitäten zur Verwaltung sämtlicher Projekte, Benutzer und Endgeräte.
Darüber hinaus – im Sinne eines hohen Schutzniveaus – darf kein nicht autorisierter Zugriff auf das Firmennetzwerk gestattet werden. Dies lässt sich mit einzelnen Komponenten eines Öko-Systems erfüllen, unter anderem mit dem Router MB-Net. Der Router wird maschinenseitig als Firewall zwischen dem OT- und IT-Netzwerk eingesetzt, damit keine unerlaubte Aktion stattfinden kann. Um einen nicht autorisierten Zugriff auf eine Maschine zu verhindern, müssen die Benutzerrechte ordnungsgemäß und bedarfsorientiert hinterlegt sein. Die Steuerung der Zugriffe auf die verschiedenen Komponenten innerhalb der Anlage erfolgt dann ebenfalls über den Router – er sorgt über eine streng geregelte Rechtevergabe für die richtige Zuordnung zwischen der jeweiligen Berechtigung und dem entsprechenden VPN-Endpunkt in der Anlage.
Standardmaßnahmen wie 2-Faktor-Authentisierung sollten obligatorisch sein, ebenso wie eine integritätsgesicherte und verschlüsselte Kommunikation mit AES-256-bit-Verschlüsselung sowie – beim Einsatz für geschäftskritische Anwendungen – zusätzlich das Sicherheitsprotokoll TLS/SSL.
Mehr Nutzen erfordert mehr IT-Sicherheit
Die Digitalisierung ermöglicht den Maschinenbauern auch, neue Dienstleistungsmodelle anzubieten, um Betreiber dabei zu unterstützen den Wirkungsgrad ihrer Anlagen zu verbessern: etwa durch die Aufzeichnung und zyklische Auswertung der KPI oder Zählerstände. Doch dafür müssen die IT-Sicherheitskonzepte entsprechend angepasst werden. Denn die – aufgrund der hierfür notwendigen Vernetzung aller Maschinen sowie entsprechender Netzwerk- und IT-Technologie – resultierende Komplexität erfordert ein gesteigertes Maß an Überwachung und Absicherung. So ist der sichere Zugang auf die Unternehmensdaten gewährleistet.
Dies bedingt unter anderem das – heute noch immer existierende – Spannungsfeld zwischen IT und OT aufzulösen. Sowohl die unterschiedliche Denkweise als auch die voneinander abweichenden Prioritäten und Prozesse der beiden Abteilungen stellen eine Herausforderung dar, weil dadurch verhindert wird, die Fernwartung vollständig an die unternehmensinternen Betriebsabläufe adjustieren und sicherheitstechnisch integrieren zu können.
Strategisch die IT-Sicherheit erhöhen
Um generell die IT-Sicherheit beim Einsatz von Fernwartungslösungen zu gewährleisten, ist eine IT-Sicherheitsstrategie unabdingbar. Diese sollte alle Komponenten berücksichtigen – von der Hard- und Software über die sichere Anbindung bis hin zum geschulten Personal sowie die Definition für alle Prozesse und dem entsprechenden Management enthalten. Doch – nicht zuletzt – ist die offene Kommunikation zwischen allen Beteiligten sowohl unternehmensintern als auch extern der Weg zum Erfolg. (ud)
Stand: 08.12.2025
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