Suchen

Referenzarchitekturmodell Herstellerübergreifender Rahmen für Industrie 4.0

| Redakteur: Carina Schipper

Die deutsche Industrie macht Tempo bei der Umsetzung von Industrie 4.0. Auf der Hannover Messe 2015 stellten Verbände und Normungsgremien das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI4.0) vor. Die Definition von Kommunikationsstrukturen ist eine wichtige Voraussetzung für vernetzte Produktionen. Bei der Bosch Gruppe fließen die Ergebnisse bereits in die Entwicklung von Produkten und Lösungen ein.

Firmen zum Thema

RAMI4.0 beschreibt die verschiedenen Kommunikationsebenen von der einzelnen Komponente bis zur übergreifend vernetzten IT-Software.
RAMI4.0 beschreibt die verschiedenen Kommunikationsebenen von der einzelnen Komponente bis zur übergreifend vernetzten IT-Software.
(Bild: Plattform Industrie 4.0)

„Bosch orientiert sich in allen relevanten Geschäftsfeldern, von der Sensorik über die Automatisierung bis hin zu Software-Lösungen an diesen gemeinsam erarbeiten Definitionen“, berichtet Olaf Klemd, Projektleiter Industrie 4.0 bei Bosch. „Das sichert die Zukunftsfähigkeit von Investitionen für den Maschinenbau und Endanwender, weil die Industrie 4.0-fähigen Produkte und Lösungen von Bosch grundsätzlich bereits heute auf die kommenden Standards ausgelegt sind.“ RAMI4.0 ist ein Schichtenmodell, das die verschiedenen Kommunikationsebenen von der einzelnen Komponente bis zur übergreifend vernetzten IT-Software beschreibt. Darüber hinaus betrachtet es den Lebenszyklus von Anlagen, Produkten sowie der Automatisierungs- und IT-Ebenen. Das Konzept der Industrie-4.0-Komponente stellt die Interaktion von Gegenständen über ihr virtuelles Abbild dar. Industrie-4.0-Komponenten verfügen über geeignete Dienste, lassen sich eindeutig identifizieren und sind kommunikationsfähig. Standards gewährleisten, dass Anwender die Produkte verschiedener Hersteller miteinander vernetzen können.

In Echtzeit Daten austauschen

„Im Bereich der elektrischen Antriebe und Steuerungen, der Hydraulik sowie der Linear- und Montagetechnik bietet Bosch Rexroth bereits ein umfangreiches Portfolio von Produkten, die die Anforderungen an Industrie-4.0-Komponenten heute schon erfüllen“, sagt der Projektleiter. Die Industrie-4.0-fähige Automatisierungstechnik tauscht in Echtzeit Daten untereinander und mit übergeordneten Systemen aus. Sie unterstützt den weltweiten Kommunikationsstandard OPC UA. Dieses Format ermöglicht es Maschinen, umfangreiche Daten und komplexe Informationen automatisiert auszutauschen. Lösungen, wie beispielsweise die neuen Hydraulikaggregate der Baureihe ABPAC lassen sich darüber durch die drahtlose Verbindung zur Unternehmens-IT in die bestehende Produktionsumgebung des Kunden einbinden. Sie leiten die von Sensoren gesammelten Daten an die übergeordnete Steuerung oder direkt an berechtigte Smartphones und Tablet-PCs weiter. Der Anwender sieht den aktuellen Betriebszustand des Aggregats und kann bei Abweichungen des Systems rechtzeitig agieren. Ergänzend erfassen die Sensoren von Bosch Sensortec das Umfeld und ermöglichen ein virtuelles Abbild von Gegenständen und deren Zuständen. Die Sensoren eignen sich auch zur Nachrüstung von Maschinen. Sie verarbeiten Daten mit einem integrierten Mikrocontroller und senden diese bei Bedarf in Echtzeit an vernetzte Geräte und übergeordnete Systeme. „Damit erzeugen sie beispielsweise von bestehenden, nicht vernetzten Maschinen oder von der Infrastruktur wie Gebäuden ein virtuelles Abbild und integrieren sie bei Bedarf in Industrie-4.0-Umgebungen“, beschreibt Klemd den Bosch-Ansatz.

* Quelle: Bosch

(ID:43543520)