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Netzwerkverkabelung Hybrid-Stecksystem spart Kabel, Kosten und Zeit

| Autor / Redakteur: Gerd Klaiber / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Derzeit herrscht in der Fertigungsindustrie die Bestrebung, alle Baugruppen des Feldbus- und Sicherheitsnetzwerks im Ethernet unterzubringen. Soll dabei eine drahtlose Datenübertragung erfolgen und ist gleichzeitig eine zusätzliche Stromversorgung sowie eine hohe Übertragungssicherheit erforderlich, zeichnet sich der Trend zu Verkabelungs-Hybridlösungen ab.

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Beispiel einer Hybridleitung
Beispiel einer Hybridleitung
( Archiv: Vogel Business Media )

In der Automatisierungsindustrie wachsen die verschiedenen Ebenen immer weiter zusammen — vor allem bei der Vernetzung. Die unterschiedlichen Ebenen in der industriellen Fertigung werden anhand der Automatisierungspyramide verdeutlicht. Die Grenzen der Ebenen können dabei durchaus fließend sein. In der traditionellen Produktionslinie werden bisher die verschiedenen Geräte mit fünf unterschiedlichen Netzwerksystemen gesteuert: Ethernet, Feldbus, Sicherheit Stromversorgung 24 V, Stromversorgung 400 V.

Für die einzelnen Ebenen haben sich hierbei verschiedene Techniken der Datenübertragung und -verarbeitung entwickelt, die mit unterschiedlichen Verkabelungs- und Steckverbindersystemen ausgestattet werden. Neben Festverdrahtung finden für die Signalübertragung RJ45- sowie M8- und M12-Steckverbindersysteme Anwendung. Für die Stromversorgung kommen zum Beispiel M12, 7/8˝, M16, M23 sowie verschiedene Rechteck-Steckverbindersysteme zum Einsatz.

Technologiewende in der Datenübertragung und -verarbeitung

Derzeit ist eine Technologiewende zu beobachten und man strebt an, alle Baugruppen des Feldbus- und Sicherheitsnetzwerks im Ethernet unterzubringen. Molex unterstützt dies durch speziell entwickelte Produkte für beispielsweise Ethernet, Ethernet-IP, Profinet und CIP Safety. Darüber hinaus geht die Entwicklung im Ethernetbereich mehr und mehr zur drahtlosen Übertragung um einerseits Installationskosten zu sparen und andererseits flexibler und mobiler zu werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn keine zusätzliche Stromversorgung notwendig ist. Ist gleichzeitig eine zusätzliche Stromversorgung sowie eine hohe Übertragungssicherheit erforderlich, zeichnet sich der Trend ab, die Vielzahl von verschiedenen Signal- und Stromversorgungs-Verkabelungen durch Hybridlösungen zu ersetzen.

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Hybridlösungen im Fokus

In einer Hybridlösung sind verschiedene Leitungen zur Signal- und Stromversorgung in einem Kabelstrang zusammengefasst und werden mit Hybrid-Steckverbindersystemen verbunden. Molex kann hier bereits auf eine langjährige Erfahrung mit Hybrid-Technologie zurückgreifen und hat dies bereits in verschiedenen Systemen umgesetzt.

Für Ethernet-Anwendungen gibt es seit vielen Jahren die traditionellen RJ45-Stecker und -Buchsen, die über Cat5E, Cat6A, zu Power-over-Ethernet (PoE) weiterentwickelt wurden. Hier sind Datenübertragungen im 10-Gigabit-Ethernet und Leistungsübertragungen bis 30 W pro Port möglich sind. In Büroanwendungen wie etwa Netzwerk-Routern, Telefonen, Webcams werden diese bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt.

In der Netzwerkverteilung werden heute bereits PoE-Komponenten mit bis zu 16 Ports zur Datenverteilung eingesetzt. Bei Industrieverkabelungen ist man zunächst dazu übergegangen, die Einzelverdrahtung durch Stecksysteme zu ersetzen, um flexibler und schneller bei Umbauten zu werden sowie eine bessere Verdrahtungssicherheit zu gewährleisten. Mit steigendem Einsatz von industriellen Netzwerken (z.B. Profibus, Profinet) werden Industrieverteilerfelder mit Stamm- und Stichleitungen eingesetzt.

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