Komplettantriebe Immun gegen starke Vibrationen

Redakteur: Brigitte Michel

Um den Draht von den Coils abzuwickeln, werden Drahtvorschubelemente benötigt. Mit 2 bis 5,5 m/s saust er dann durch die Vorschubeinheit. Dabei erzeugt die unebene Oberfläche massive

Die neue Generation der Antriebs- und Automatisierungstechnik von Lenze Bild: Lenze
Die neue Generation der Antriebs- und Automatisierungstechnik von Lenze Bild: Lenze
( Archiv: Vogel Business Media )

Raue unebene Oberfläche macht Probleme

Kontinuierlich rollt der Draht von den schweren Coils ab. Zum Schneiden jedoch wird der Fluss kurz unterbrochen. Dieser Draht ist kein glatter Stahl, sondern geriffelter Baustahl. Noch im glühenden Zustand erhält der warmgewalzte Stahldraht, der später in Fundamenten, Decken oder Säulen verschwindet, seine typische Riffelung. Sie sorgt dafür, dass er sich formschlüssig mit dem Beton verbindet. Bei der Weiterverarbeitung bereitet dieses rohe Material aber Probleme, denn seine Oberfläche ist rau und uneben.

Um den Draht von den Coils abzuwickeln, werden Drahtvorschubelemente benötigt. Mit 2 bis 5,5 m/s saust er dann durch die Vorschubeinheit. Dabei erzeugt die unebene Oberfläche massive Schwingungen. Es ist wie ein Erdbeben in der Maschine. Die Erschütterungen setzen der gesamten neu entwickelten Anlage zu. Dazu kommen noch überlagernde Schläge durch das Biegen des Drahtes. Die Beschleunigungswerte lagen an den Servo-Getriebemotoren bei über 16 g (160 m/s²). Diese Werte überschritten die typischen Belastungsgrenzen um das Achtfache.

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Synchron-Servomotoren sind immun gegen Vibrationen

Sofort wussten die Lenze-Ingenieure aus Erfahrungen bei Anwendungen in Rüttelantrieben der Betonsteinindustrie, welche Maßnahmen bei diesen starken Vibrationen zu ergreifen sind. Elf gezielte Veränderungen machen heute die Getriebemotoren immun gegen die Vibrationen. In den Anlagen von Schlatter werden die Motoren von Servo-Umrichtern der Reihe 9300 angetrieben. Auch in weiteren Anlagenteilen setzen die Schweizer auf die Kompetenz von Lenze. Installiert sind beispielsweise Synchron-Servomotoren der Reihe MCS sowie frequenzumrichteroptimierte Drehstrommotoren der Reihe MDxMA mit Kegelstirnradgetrieben.

Die Vorschubeinrichtung ist Teil der Gitterschweißmaschine des Typs MG. Die Baureihe ist modular konzipiert und zugeschnitten auf Flachgitter und Bewehrungsmatten in verschiedenen Größen. Sie arbeitet rechnergesteuert und kann mit verschiedenen Zuführ-, Vorschub-, Richt- und Abschneideeinheiten sowie Abzugseinheiten zu automatischen Produktionsanlagen verknüpft werden. Drähte lassen sich in praktisch beliebiger Ausrichtung kreuzweise zusammenfügen. Die Schweißprozesssteuerung sichert eine reproduzierbare, genaue Steuerung der elektrischen Energie und des Kraftsystems nach Amplitude und Zeit. Netz- und Spannungsschwankungen werden dabei stabilisiert.

Die Mattengeometrie wird über ein Prozessleitsystem eingegeben und lässt sich am Bildschirm überprüfen. Das System ermittelt anhand der eingegebenen Maschenweiten und des Drahtquerschnitts die individuellen Werte für jeden Schweißknoten. Die gespeicherten Daten sind ständig abruf- und veränderbar. Darüber hinaus ist eine zentrale Dateneingabe und -überwachung möglich. Ein elektronisches Diagnose- und ein Betriebsdatenerfassungssystem vervollständigen die Bedienerfreundlichkeit dieser Maschinen. Die nun hohe Flexibilität und die kurzen Umrichtzeiten bringen Wettbewerbsvorteile bei der Just-in-time-Produktion für Lieferungen direkt auf die Baustelle.

SPS/IPC/DRIVES Halle 1, Stand 1-360

Lenze

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