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SPS 2019

Integration vereinfacht die Mechatronikentwicklung

| Redakteur: Monika Zwettler

Eine durchgängige Datenintegration ist eine Voraussetzung für die Produktentwicklung der Zukunft mit all ihren Herausforderungen. Zuken, Dassault Systèmes und Contact Software zeigen Lösungen dafür.

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Die zunehmende Komplexität vernetzter Funktionen in smarten Produkten führt zu ständig wachsenden Herausforderungen. Zuken öffnet seine Plattformen und integriert weitere Softwarelösungen.
Die zunehmende Komplexität vernetzter Funktionen in smarten Produkten führt zu ständig wachsenden Herausforderungen. Zuken öffnet seine Plattformen und integriert weitere Softwarelösungen.
(Bild: Konstantin Inozemtsev/Zuken)

Die zunehmende Komplexität vernetzter Funktionen in smarten Produkten führt zu ständig wachsenden Herausforderungen. Das Softwareunternehmen Zuken, spezialisiert auf die Entwicklung von Designlösungen für die Erstellung und Verwaltung von PCB-Designs, Elektro- und Fluidsystemen und 3D-Schaltschrank- und Kabelbaumlayouts, öffnet seine Plattformen weiter und hat eine Partnerschaftsvereinbarung mit Dassault Systèmes für durchgängige Design- und Fertigungsprozesse von elektronischen Systemen innerhalb der 3D-Experience-Plattform unterzeichnet.

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Daten- und Prozessintegration für die Mechatronik

Zudem stellt das Unternehmen gemeinsam mit Contact Software eine Lösung vor, die eine durchgängige Daten- und Prozessintegration im Bereich des mechanischen, elektrischen und elektronischen Designs ermöglicht. Ziel des V6-Community-Membership-Agreement mit Dassault Systèmes ist es, Lösungen für einen durchgängigen Systemdesign- und Fertigungsprozess bereitzustellen, die es gemeinsamen Kunden ermöglichen, Daten und Konfigurationen der Elektronik und Elektrotechnik zusammen mit Mechanik- und Software-Entwicklungsständen auf der 3D-Experience-Plattform von Dassault Systèmes zu verwalten.

Durchgängige und interdisziplinäre Prozesse

Die von Zuken entwickelte Lösung bietet Fähigkeiten für die Verwaltung elektronischer Bibliotheken und Konstruktionsdaten im Rahmen der 3D-Experience-Plattform von Dassault Systèmes. Auf diese Weise können gemeinsame Kunden eine interdisziplinäre Product-Lifecycle-Management-Lösung nutzen, die ihnen wegweisende Funktionen wie disziplinübergreifendes System-Engineering und Nachverfolgbarkeit, globale Systemplanung und -Navigation sowie einen nahtlosen, disziplinübergreifenden Entwicklungsprozess bietet.

Elektronik-Ingenieure, die mit der 3D-Experience-Plattform vernetzt sind, erhalten eine vollständige Transparenz – von Anforderungen über Detailkonstruktionen bis hin zu Testergebnissen – über alle Engineering-Disziplinen hinweg. Auf diese Weise können sie die Auswirkungen von Änderungen anhand validierter Informationen aus allen Disziplinen sicher einschätzen.

Disziplinübergeifend entwickeln

„Wir sehen eine erhebliche Nachfrage von gemeinsamen Kunden nach einer Integration unserer DS-2 Datenmanagement-Umgebung in die Experience Plattform von Dassault Systèmes“, sagt Kazuhiro Kariya, Chief Technical Officer und Managing Director von Zuken Inc. in Yokohama. „Durch die Integration mit der 3D-Experience-Plattform und den daraus resultierenden umfangreichen Fähigkeiten auf den Ebenen von Bibliotheks-, Konstruktionsdaten bis hin zu Konfigurations- und Änderungsmanagement können Zuken und Dassault Systèmes eine überzeugende Lösung für einen disziplinübereifenden elektromechanischen Engineering-Ansatz anbieten, der angesichts der wachsenden Bedeutung von Elektronik- und Software im heutigen Produktentwicklungsprozess immer mehr an Bedeutung gewinnt.“

Im Detail umfasst die Lösung die folgenden Engineering- und Geschäftsprozesse:

Bauteilverwaltung:

  • Erstellung eines neuen Bauteils in Zukens Engineering-Data-Management-Umgebung DS-2 aus der 3D-Experience-Plattform heraus. Metadaten und zugehörige Dateien werden von der 3D-Experience-Plattform an DS-2 weitergegeben
  • Synchronisierung der Metadaten von Bauteilen
  • Übergabe von Bauteilfreigaben
  • Übergabe der Bauformen von Bauteilen (Footprint, Symbol, etc.) von DS-2 auf die 3D-Experience-Plattform in neutralem Format.

Design-Daten-Verwaltung:

  • Übergabe von Zuken-Artefakten (nativ und abgeleitet) von DS-2 auf die 3D-Experience-Plattform, wo sie visualisiert, für die Fertigung freigegeben oder für Dokumentationszwecke genutzt werden können
  • Übergabe von Stücklisten und Stücklistenvarianten
  • Austausch von E-CAD/M-CAD-Daten in Austauschformationen wie IDF- oder EDMD

Änderungsmanagement:

  • Erstellen eines Projekts in Zuken DS-2 von der 3D-Experience-Plattform aus
  • Schließen/Sperren eines Projekts in DS-2 auf der 3D-Experience-Plattform
  • Auslösen einer Änderung in DS-2 durch eine Änderungsmaßnahme, die auf der 3D-Experience-Plattform eingeleitet wurde
  • Änderung eines Objektstatus in DS-2 von der 3D-Experience-Plattform aus (d.h. der Status der Objekte in DS-2 wird von Experience kontrolliert)

Informationsaustausch und Integration zwischen Mechanik- und Elektronik-/Elektrotechnik-Entwicklungsumgebungen und -Abläufen:

  • Gemeinsames Arbeiten von Catia-Anwendern von Dassault Systèmes und den Benutzern der CR-8000-Serie auf der 3D-Experience-Plattform
  • Dynamische Integration der Entwurfswerkzeuge von Elektronik und Mechanik mit fortlaufendem Austausch von Daten und Konfigurationen
  • Eine einheitlichte Verifikationsumgebung für „System Level Design“, die sowohl Elektronik-/Elektrodesign als auch mechanische Konstruktionsprozesse umfasst

Buchtipp

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Neue Schnittstelle zwischen Contact Software und Zuken

Eine weitere Neuheit ist die Lösung von Contact Software und Zuken, die eine durchgängige Daten- und Prozessintegration im Bereich des mechanischen, elektrischen und elektronischen Designs ermöglicht. Mit einem neuen Standard-Schnittstellenmodul, das die Zuken-DS-2-Plattform mit Contact Elements verbindet, können gemeinsame Kunden ihre Elektronik- und Elektrotechnik-Entwicklungsdaten effizient für ein unternehmensweites Product Lifecycle Management (PLM) verfügbar machen und so eine umfassende Transparenz im gesamten Produktlebenszyklus erreichen.

Ganzheitliche Sicht auf elektrische, elektronische und mechanische Subsysteme

Das neue Standardmodul ermöglicht die sichere Synchronisation von Artikelstammdaten, Stücklisten, Dokumenten und Konstruktionsdaten zwischen Zukens E-CAD-Autorenumgebungen E3.series (Elektro- und Fluidtechnik) und CR-8000 (Leiterplattendesign) mit CIM Database PLM.

Auf diese Weise können komplexe Produktdaten zu einer ganzheitlichen Sicht auf elektrische, elektronische und mechanische Subsysteme zusammengeführt werden, die bereits in einem frühen Stadium des Produktentwicklungsprozesses abgesichert werden können.

Steigende Nachfrage nach Integration

„Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach Daten- und Prozessintegration als Folge von Megatrends wie Industrie 4.0, E-Mobilität und Smart Citys, die eine engere Zusammenarbeit der Disziplinen in der Produktentwicklung erfordern“, sagt Oliver Hechtl, Head of Strategic Data Management & Integration Solutions, Zuken GmbH, Deutschland. „Das Zusammenspiel von Systemen in einer vernetzten Umgebung erfordert einen offenen Best-in-Class-Ansatz, der etablierte Lösungen kombiniert.“

Lösung wächst mit

Michael S. Murgai, Director Strategy & Operations bei Contact Software betont zudem, dass die Anwendung dank der offenen Technologieplattformen hochgradig skalierbar ist und die gemeinsam entwickelte Standardintegration dadurch flexibel erweiterbar ist, wenn neue Software-Funktionen oder Kundenanforderungen hinzukommen. Die Integration ist bei gemeinsamen Kunden bereits erfolgreich im Einsatz. Sie wird jeweils von Zuken und Contact Software vermarktet und unterstützt.

Zuken auf der SPS 2019: Halle 6, Stand 238

Dassault Systèmes auf der SPS 2019: Halle 6, Stand 108

Contact Software auf der SPS 2019: Halle 6, Stand 130

* Monika Zwettler, Redakteurin konstruktionspraxis

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