Chiphersteller Intel plant Milliardeninvestitionen in Magdeburg

Quelle: dpa

Wochenlang wurde spekuliert, nun herrscht Klarheit: Der Chiphersteller Intel investiert in Magdeburg Milliarden in eine neue Fabrik. Nach dem Autohersteller Tesla zieht es damit den nächsten US-Konzern in den Osten Deutschlands.

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Erst im Januar hat Intel den Bau zwei neuer Fabriken im US-Staat Ohio für mehr als 20 Milliarden Dollar angekündigt.
Erst im Januar hat Intel den Bau zwei neuer Fabriken im US-Staat Ohio für mehr als 20 Milliarden Dollar angekündigt.
(Bild: Intel Corporation)

Großer Prestige-Erfolg für den High-Tech-Standort Deutschland: Magdeburg erhält den Zuschlag für eine große Chipfabrik des US-Konzerns Intel. Es sind Milliardeninvestitionen geplant. Das gab der weltgrößte Chiphersteller am Dienstag bekannt. Die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt setzte sich damit gegen eine Reihe anderer deutscher Bewerber durch.

"In der ersten Phase planen wir Investitionen in Höhe von 17 Milliarden Euro für die Errichtung von zwei brandneuen, einzigartigen Halbleiterfabriken in Magdeburg", sagte Intel-Chef Pat Gelsinger in einem Videostream. Für die kommenden Jahre sind bis zu sechs weitere Fabriken geplant. Alle neuen europäischen Standorte sollen mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Intel hatte im vergangenen Jahr den Bau einer europäischen Großfabrik angekündigt.

Produktion startet 2027

Spätestens im Frühjahr 2023 sollen die Bauarbeiten beginnen. 2027 soll die Produktion starten. Mehrere Tausend Arbeitsplätze sollen bei Intel und Zulieferern entstehen. Der Bund will die Ansiedlung finanziell unterstützen. Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP möchten Deutschland zu einem globalen Standort der Halbleiterindustrie machen.

Der Magdeburger Stadtrat hatte für die Großansiedlung den Weg für ein neues Industriegebiet freigemacht. Auch andere Standorte in Bayern, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und in mehreren europäischen Ländern hatten sich beworben. In Magdeburg will Intel zum einen Prozessoren und Grafikchips herstellen, die unter der eigenen Marke verkauft werden. Gleichzeitig will der kalifornische Konzern im Rahmen der Intel Foundry Services (IFS) auch als Auftragsfertiger für Drittkunden tätig sein.

Gelsinger, der vor einem Jahr das Ruder übernommen hat, versucht den weltgrößten Chiphersteller durch ein enormes Investitionsprogramm auf Kurs zu bringen. Dazu gehören neue Fabriken oder Standort-Erweiterungen in den US-Bundesstaaten Kalifornien, New Mexico und Arizona sowie in Malaysia. Erst im Januar hatte Intel den Bau zwei neuer Fabriken im US-Staat Ohio für mehr als 20 Milliarden Dollar angekündigt.

Auf Nachschub angewiesen

Der Branchenverband Bitkom begrüßt die Standortentscheidung von Intel. „Das ist ein wichtiger Schritt, um den stetig wachsenden Bedarf an Hochleistungsprozessoren in Europa zu bedienen. Die digitale Wirtschaft, insbesondere Unternehmen in den Bereichen Telekommunikation und Cloud Computing, sind ebenso auf Nachschub angewiesen wie klassische Industriezweige wie der Automobilbau“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Der geplante EU Chips Act wird die Rahmenbedingungen dafür verbessern und ermöglicht es, die Halbleiter-Produktion über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg vom Chip-Design bis zum Packaging zu fördern.“

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