Anbieter zum Thema
Technologietransfer in den Mittelstand
Mit einem Transferkonzept werden neue Basistechnologien aus dem Spitzencluster für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügbar gemacht. In Transferprojekten können KMU in Kooperation mit Forschungseinrichtungen die Technologien auf ihre Anwendungen übertragen. Bis Ende 2017 werden ca. 170 solcher Projekte umgesetzt, 73 laufen bereits oder sind abgeschlossen. Dabei geht es beispielsweise auch um das Thema Mensch-Maschine-Interaktion (MMI).
Das Unternehmen Steute Schaltgeräte mit Sitz in Löhne hat beispielsweise die Technologien genutzt, und die Fertigung von komplexen Fußschaltern zu verbessern. Die Schalter werden in der Medizintechnik etwa bei der Durchführung von Augenoperationen eingesetzt. Die anspruchsvolle Montage erfolgt in Handarbeit und erfordert höchste Präzision. Es gelten hohe Ansprüche an Qualität und Zuverlässigkeit. Um Fehler – insbesondere bei selten gefertigten Produktvarianten – zu vermeiden, müssen die Mitarbeiter im manuellen Montageprozess bestmöglich unterstützt werden.
In einem Transferprojekt hat Steute in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld ein intelligentes und intuitives Assistenzsystem entwickelt, das die Arbeitsabläufe über eine grafische Benutzerschnittstelle erklärt. Über einen Touchscreen wird dem Mitarbeiter mithilfe von Bildern und Filmen gezeigt, wie die Einzelkomponenten korrekt zu montieren sind. Die Tiefe der angezeigten Informationen berücksichtigt dabei auch den Erfahrungsstand, sodass erfahrene Mitarbeiter nicht in ihrer Produktivität eingeschränkt werden. Zur Qualitätssicherung können mit dem System ausgeführte Prozessschritte überprüft und papierlos dokumentiert werden. Die Architektur des Assistenzsystems basiert auf standardisierten Prozessmodellen und lässt sich mit anderen Ebenen der Unternehmens- IT verknüpfen.
Das entwickelte Assistenzsystem hat viele Vorteile. Die Mitarbeiter müssen nicht mehr in umfangreichen Arbeitsanweisungen blättern, um die korrekte Abfolge der Arbeitsschritte zu finden. Ablaufstörungen können direkt mit Kamerabildern und weiteren Erläuterungen an den Fertigungsleiter weitergegeben werden. Ferner ist das System auch zur Einarbeitung von Mitarbeitern nutzbar.
Im Mensch-Maschine-Interaktion-Transferlabor an der Uni Bielefeld werden die Kompetenzen der beteiligten Forschungsinstitute gebündelt. Hier können interessierte Unternehmen neue Interaktions- und Robotiktechnologien kennen lernen und MMI-Software ausprobieren.
(ID:43987816)