World Robotics Report Jeder dritte Industrie-Roboter in der EU wird in Deutschland installiert

Redakteur: Sandro Kipar

Die Anzahl der Industrieroboter ist weltweit um 10 Prozent auf einen neuen Rekord von rund drei Millionen Einheiten angestiegen. Deutschland hat im Jahr 2020 mit 22.300 neu installierten Einheiten den dritthöchsten jemals erreichten Wert in der Bundesrepublik geknackt.

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Ungeachtet der Krise steigt der weltweite Absatz an Industrierobotern weiter.
Ungeachtet der Krise steigt der weltweite Absatz an Industrierobotern weiter.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Welt der Industrie-Roboter trotzt der Krise: Laut der International Federation of Robotics (IFR) war 2020 das dritterfolgreichste Jahr in der Geschichte der Robotik-Branche. Trotz Pandemie stieg der Absatz mit neuen Industrierobotern um 0,5 Prozent, weltweit wurden 384.000 Einheiten ausgeliefert. Besonders China habe den positiven Trend angetrieben. Das Rekordjahr bleibt jedoch 2018 mit weltweit 422.000 ausgelieferten Einheiten.

Auch in Deutschland hat die Robotik-Branche schwarze Zahlen geschrieben. „Angetrieben durch ein starkes Auslandsgeschäft erholt sich die deutsche Robotikindustrie“, sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics. „Der Heimatmarkt dürfte langsam wachsen, hauptsächlich gestützt durch die Nachfrage nach kostengünstigen Robotern in der Industrie, aber auch außerhalb der Fertigung.“ Deutschlands Anteil am europäischen Roboterbestand liegt mit 230.000 Einheiten bei 33 Prozent, so die IFR. Damit sind in den Fabriken der deutschen Wirtschaft rund dreimal so viele Industrie-Roboter im Einsatz wie in Italien (78.200 Einheiten), rund fünfmal so viele wie in Frankreich (44.800 Einheiten) und rund zehnmal so viele wie in Großbritannien (23.000 Einheiten). Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland nach China, Japan, Korea und den USA auf Rang fünf.

Lieferengpässe als Dämpfer

Doch es gibt auch neue Herausforderungen, welche die Branche beschäftigen. Die aktuelle Krise der Lieferkette und der Mangel an Computer-Chips und anderen Komponenten dämpft die Freude über die aktuellen Erfolge. 80 Prozent der Robotik- und Automations-Spezialisten sehen Lieferengpässe bei Metallerzeugnissen, rund 60 Prozent bei Kunststoffen.

Der Absatz in China stieg laut IFR mit 168.400 ausgelieferten Robotern um 20 Prozent. Dies sei der höchste jemals für ein einzelnes Land gemessene Wert. Der Bestand erreichte 943.223 Einheiten. Die IFR geht davon aus, dass die Marke von einer Million Einheiten noch in diesem Jahr geknackt wird.

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In den USA gingen die Neuinstallationen 2020 um 8 Prozent zurück. Das zweite Jahr in Folge stellt die IFR hier ein Minus fest. Vor allem die Nachfrage der Autoindustrie sank um 19 Prozent. Für 2021 rechnet die IFR jedoch mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau.

Die Aufholjagd nach der Krise würde 2022 weltweit leicht abklingen. Von 2021 bis 2024 rechnet die IFR mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate im mittleren einstelligen Bereich. Die historische Marke von 500.000 weltweit installierten Roboter-Einheiten pro Jahr wird voraussichtlich im Jahr 2024 erreicht werden.

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