Mit allen Wassern gewaschen

Kabelverschraubungen die Extrembedingungen standhalten

13.03.2008 | Autor / Redakteur: Walter Lutz / Ines Stotz

Mit der IP69k-Prüfung dokumentiert die blueglobe höchste Dichtigkeit.
Mit der IP69k-Prüfung dokumentiert die blueglobe höchste Dichtigkeit.

Unternehmen, die Fahrzeug-Waschstraßen für den europäischen Markt bauen, müssen hohe Anforderungen an die verwendeten Komponenten stellen. Dauerhafte Dichtigkeit, eine hohe Zugentlastung des Kabels und die chemische Beständigkeit gegen Waschchemie so sieht das Pflichtenheft bei Christ für Kabelverschraubungen aus.

Wer mit seinem Auto durch eine Waschstraße fährt, ahnt, dass deren Hersteller einen hohen Qualitätsstandard bei allen verwendeten Systemkomponenten erwarten müssen, damit die Technik in diesem nassen und windigen Umfeld sicher und dauerhaft funktioniert. „Besonders der Kabelabdichtung kommt eine hohe Bedeutung zu“, weiß Hubert Kathan, bei Christ zuständig für die Elektrotechnik. Daher setzt der erfahrene Techniker heute an kritischen Stellen die neue blueglobe-Kabelverschraubung des Hückeswagener Herstellers Pflitsch ein. „Wir brauchen maximale und langlebige Dichtigkeit sowie eine entsprechende Zugentlastung.“

Sitzt an den Antriebsmotoren der Christ-Waschanlagen: Die blueglobe-Kabelverschraubung überzeugt hier mit überdurchschnittlicher Dichtigkeit und Zugentlastung.
Sitzt an den Antriebsmotoren der Christ-Waschanlagen: Die blueglobe-Kabelverschraubung überzeugt hier mit überdurchschnittlicher Dichtigkeit und Zugentlastung.

„Die blueglobe sitzt an den unterschiedlichen Antriebsmotoren unserer Waschanlagen“, erläutert Hubert Kathan. Und damit sind die Kabelverschraubungen dem Waschwasser direkt ausgesetzt. „Neben der Resistenz gegen moderne Reinigungsmittel war ein wichtiges Entscheidungskriterium die schonende Kabelquetschung und gleichzeitig höhere Dichtigkeit als bei herkömmlichen Kabelverschraubungen.“

Kabelschonende Abdichtung bis IP 68

Klar zu erkennen: das kugelförmige Dichtprinzip der blueglobe, das hohe Dichtigkeit und Zugentlastung ermöglicht, ohne den Kabelmantel einzuschnüren.
Klar zu erkennen: das kugelförmige Dichtprinzip der blueglobe, das hohe Dichtigkeit und Zugentlastung ermöglicht, ohne den Kabelmantel einzuschnüren.

Pflitsch erreicht diese sichere Kabelabdichtung über einen kugelförmigen Dichteinsatz, der beim Anziehen der Druckschraube die Summe der auf ihn wirkenden Kräfte optimal auf das durchgeführte Kabel zentriert und es so großflächig umschließt. Dieses schonende und doch zugleich wirkungsvolle Konzept erzielt serienmäßige Dichtigkeiten von IP68 (>15 bar) übliche Verschraubungen erreichen nur IP54. Die Kabelverschraubungen sind damit staub- und tauchwasserdicht bis 150 m. Prüflinge haben sogar den IP69k-Test nach DIN 40050 Teil 9 bei 100 bar Wasserdruck und 80 °C bestanden. „Das lässt uns Waschstraßenbauer natürlich aufhorchen“, sagt Kathan.

Deutlicher Unterschied: Während herkömmliche Kabelverschraubungen den Kabelmantel irreversibel einschnüren können (r.), sorgt die blueglobe auch bei IP68 für eine schonende und dauerhaft gute Abdichtung (l.)
Deutlicher Unterschied: Während herkömmliche Kabelverschraubungen den Kabelmantel irreversibel einschnüren können (r.), sorgt die blueglobe auch bei IP68 für eine schonende und dauerhaft gute Abdichtung (l.)

Das patentierte Pflitsch-Dichtverfahren sorgt außerdem für hohe Standzeiten, da das Kabel nicht irreparabel eingeschnürt wird, wie es bei herkömmlichen Verschraubungen in der Praxis häufig vorkommt. „Mit diesem Konzept müssen wir nicht damit rechnen, dass Abdichtung und Zugentlastung mit der Zeit nachlassen“, so der Christ-Mitarbeiter. Der teure Austausch defekter Kabeln wird vermieden. Auch das spricht für den Langzeiteinsatz der blueglobe.

Außerdem ergibt das blueglobe-Dichtprinzip im direkten Vergleich mit herkömmlichen Kabelverschraubungen eine um bis zu 200% bessere Zugentlastung nach EN 50262, Klasse B. „Das ist für uns ebenfalls wichtig“, so Hubert Kathan. Denn die Antriebsmotoren seien während der Wasch- und Trockenvorgänge ständig in Bewegung, wodurch Kabelbewegungen entstehen, die von den Verschraubungen sicher aufgefangen werden müssen. „Bei allen Bewegungen und Vibrationen muss das Bauteil dicht halten.“

Größere Spannbereiche weniger Typen

In den Christ-Waschanlagen kommen derzeit hauptsächlich blueglobe M16 in Polyamid zum Einsatz. Dank des Pflitsch-Dichtprinzips lassen sich damit Kabel mit Durchmessern von 4 bis 11 mm sicher führen. „Bisher mussten wir hierbei zwei unterschiedlich große Typen verwenden“, freut sich Hubert Kathan über die Vereinfachung von Bestellung, Lagerung und Montage. Modellrechnungen haben einen Gesamtvorteil bis 40% ergeben.

Wegen der großen Spannweite minimiert die blueglobe auch den logistischen Aufwand: Denn für die in der Industrie gängigen Kabelquerschnitte von 4 bis 32 mm benötigt der Anwender nur die Verschraubungsgrößen M16, M25 und M40, während bei herkömmlichen Verschraubungen dafür bis zu fünf verschiedene Typen notwendig sind. Die häufig genutzte Größe M20 beispielsweise dichtet Kabeldurchmesser von 5 bis 14 mm sicher ab auch das ist über dem Standard. Das reduziert den Aufwand von der Bestellung über die Lagerhaltung bis zur Montage und Ersatzteilbeschaffung. „Auch diese Einsparungen sprechen für die Pflitsch-Kabelverschraubung“, so der Christ-Mann.

Der blaue Dichteinsatz steckt unverlierbar in der Druckschraube. Der verwendete Kunststoff ist ausgelegt für Betriebstemperaturen zwischen -40 und +130 °C und garantiert wie der Verschraubungskörper eine lange Lebensdauer. Neben der Kabelverschraubung aus Messing gibt es die Varianten in Edelstahl und in PA-Kunststoff jeweils in den Größen M12×1,5 bis M63×1,5 für Kabeldurchmesser von 2 bis 54 mm. Auf Anfrage stellt Pflitsch die blueglobe aus Messing sogar in M85×2 her, z.B. für den Einsatz an dicken Energiekabeln.

Die eindeutige Kennzeichnung der blueglobe mit dem sechseckigen globemarker erleichtert dem Elektromonteur die Arbeit, da Angaben zu den verwendbaren Kabeldurchmessern am Bauteil parat sind.
Die eindeutige Kennzeichnung der blueglobe mit dem sechseckigen globemarker erleichtert dem Elektromonteur die Arbeit, da Angaben zu den verwendbaren Kabeldurchmessern am Bauteil parat sind.

Auch in Sachen Kennzeichnung geht die Pflitsch-Lösung weiter, als es die Norm vorschreibt: Der globemarker ein sechseckiger Kunststofflappen außen am Dichteinsatz sorgt erstmals für eine eindeutige Kennzeichnung der Einsatzdichtung und der durchführbaren Kabeldurchmesser. Gemeinsam mit der umfassenden Kennzeichnung auf der Druckschraube erleichtert das die Zuordnung und Montage der Bauteile und erhöht die Sicherheit.

Wichtig für alle internationalen Anwender wie Christ: Die blueglobe ist zertifiziert nach europäischer Norm EN 50262: 1998 + A1:2001 + A2:2004. Ebenso sind die Messing-, Edelstahl- und Kunststoff-Typen ATEX-zertifiziert für explosionsgefährdete Zonen. Und auch die US-amerikanische Zertifizierung nach UL 514 B liegt vor.

Steckbrief

Christ aus Memmingen im Allgäu gehört seit Jahrzehnten zu den führenden Hersteller von Autowaschanlagen in Europa. Das breite Produktprogramm reicht von der Portalwaschanlage, über die Waschstraße, Tram- und Zugwaschanlage, Polieranlage, LKW-BUS-Waschanlage, bis zum SB-Waschplatz und zur Wasser-Rückgewinnungsanlage inklusiv allem Zubehör und den Pflegeprodukten. Der Exportanteil beträgt fast 50 Prozent. Mit mehr als 1100 Mitarbeitern europaweit erwirtschaftet das Unternehmen heute einen Jahresumsatz von 100 Mio. Euro. Es existieren Tochterfirmen in 12 europäischen Ländern.

Mit Textil-Waschanlagen setzte das Unternehmen schon vor Jahren neue Maßstäbe. Denn diese reinigen Autos nochmals schonender als die bekannte Bürstenwäsche. Christ verwendet außerdem patentierte Gelenkbürsten für eine wirkungsvolle und zugleich schonende Autowäsche. Diese Waschwalzen passen sich der vorgegebenen Fahrzeugseitenfläche an. Eine gleichmäßige Eintauchtiefe des Waschmaterials garantiert eine schonende Reinigung. Auch die oberen und unteren Verschmutzungsbereiche werden zweifach gewaschen. Die Gelenkeinrichtung bildet auch beste Voraussetzungen für den Einsatz der neuen Schonwaschmaterialien.

(in)

Walter Lutz, freier Fachjournalist

 

Christ: Waschstraßen für Europa

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